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Psychosomatik: Wichtiger Bestandteil eines umfassenden zahnärztlichen Behandlungskonzeptes

18.01.2008
Gemeinschaftstagung der Westfälischen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und des Arbeitskreises für Psychologie und Psychosomatik

Mit einer Gemeinschaftstagung der Westfälischen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde feiert der Arbeitskreis für Psychologie und Psychosomatik am 1. und 2. Februar 2008 sein 20-jähriges Bestehen. Die Tagung findet im Schloss der Universität Münster statt. Workshops am Freitagvormittag und ein Gesellschaftsabend am Freitagabend runden den Hauptkongress ab.

Der Arbeitskreis für Psychologie und Psychosomatik (AKPP) hat sich während seines 20-jährigen Bestehens darum bemüht, dass psychologische und psychosomatische Aspekte wieder an Bedeutung im Rahmen der zahnärztlichen Tätigkeit gewinnen. „Es ist sicherlich ein Erfolg, dass diese Aspekte heute als integraler Bestandteil eines umfassenden zahnärztlichen Behandlungskonzeptes nicht nur gewünscht, sondern auch gefordert werden“, erklärt Prof. Dr. Dr. Ludger Figgener, Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde am Universitätsklinikum Münster (UKM).

Im Rahmen der Jubiläumstagung werden namhafte Referenten sich besonders mit der schwer zu entwirrenden Schnittstelle von Psyche und Körper auseinandersetzen. Privat-Dozentin Dr. Ruth Ruscheweyh (Münster) wird neueste Forschungsergebnisse zum Schmerz aus neurobiologischer Sicht präsentieren. Das Thema „Materialunverträglichkeit“ wird unter zwei Aspekten beleuchtet: Privat-Dozent Dr. Randolf Brehler (Münster) geht der Frage nach, wie berechtigt die Diagnose „Materialunverträglichkeit“ aus dermatologischer Sicht ist und wie diese Diagnose abgesichert wird. Andererseits wird der Werkstoffkundler Privat-Dozent Roland Dr. Strietzel (Bremen) über die Biokompatibilität von dentalen Werkstoffen berichten. Den Stellenwert einer fehlerhaften Okklusion (Verschluss) erläutert Prof. Dr. Hans-Christoph Lauer (Frankfurt).

Außerdem wird das für Zahnärzte oft schwierige Thema des Umgangs mit der Verdachtsdiagnose „psychosomatische Störung“ diskutiert.

Ein weiteres Thema der Gemeinschaftstagung: Zahnärzte fühlen sich oft allein gelassen angesichts so genannter „schwieriger Patienten“. Diese Arzt-Patienten-Beziehungen können teilweise sehr belastend sein, weil trotz aller Bemühungen und objektiv gutem Behandlungsergebnis die Patienten nicht zufrieden stellend behandelt werden können und es eventuell sogar zu einer juristischen Auseinandersetzung kommt. Unter diesem Motto sollen die Workshops am Freitagvormittag stehen. Der Rechtsanwalt Dr. Ulrich Wessels (Münster) stellt die Situation aus juristischer Sicht dar und zeigt auf, was im Umgang mit psychosomatisch erkrankten Patienten beachtet werden muss.

Abschließend zeigt Privat-Dozentin Dr. Dr. Monika Daubländer (Mainz) Möglichkeiten und Konzepte eines interdisziplinären Therapieansatzes bei somatoformen Schmerzstörungen auf. Auch das körperliche Wohlbefinden der Zahnärzte bleibt nicht unberücksichtigt: Dr. Markus Schilgen (Münster) und sein Team werden Maßnahmen zur Prävention und Sekundärprävention von Rückenschmerzen im Rahmen ihres Workshops vorstellen.

Zum Abschluss findet am Freitag im Münsteraner Schloss der Gesellschaftsabend anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Arbeitskreises für Psychologie und Psychosomatik statt.

Information und Anmeldung zur Tagung:

PD Dr. Anne Wolowski
Univ.-Prof. Dr. Dr. Ludger Figgener
Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Waldeyerstraße 30, 48149 Münster
Telefon-Nr.: 0251/8347078
Fax-Nr.: 0251/8347083
E-Mail: wolowsk@uni-muenster.de

Stefan Dreising | Universitätsklinikum Münster (UK
Weitere Informationen:
http://akpp.uni-muenster.de

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