Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgezeichnete Zellbiologen kommen zum Forschen nach Marburg

20.08.2015

Für einen Humboldt-Preisträger aus Frankreich und einen Marie-Curie-Stipendiat aus den USA ist die Philipps-Universität erste Wahl

Verstärkung für die Marburger Zellbiologie: Prof. Dr. Nicolas Rouhier (37) aus Lorraine (Frankreich) und Dr. Joseph Braymer (29) aus Pennsylvania (USA) forschen seit Kurzem im Team von Prof. Dr. Roland Lill, Leiter des Instituts für Klinische Zytobiologie und Zytopathologie am Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg.


Forschen grenzüberschreitend an der Philipps-Universität Marburg: Prof. Dr. Nicolas Rouhier, Prof. Dr. Roland Lill und Dr. Joseph Braymer (von links).

Philipps-Universität Marburg | Pressestelle

„Für uns ist es eine große Ehre, gleich zwei so ausgezeichnete junge Kollegen am Institut zu haben“, freut sich Roland Lill. Der Zellbiologe und Leibniz-Preisträger erforscht unter anderem die Entstehung von Schwefel-Eisen-Proteinen. Ohne diesen Vorgang könnten Zellen nicht überleben, denn er ist unter anderem an der Zellatmung und der DNS-Reparatur beteiligt.

Ausgezeichnet sind die beiden Nachwuchs-Forscher aus Frankreich beziehungsweise den USA im wahrsten Sinne des Wortes: Nicolas Rouhier erhielt den Gay-Lussac-Humboldt-Preis der Alexander-von-Humboldt-Stiftung.

Damit werden exzellente Forschungsleistungen aus Deutschland beziehungsweise Frankreich gewürdigt, die von Forschenden aus dem jeweils anderen Land vorgeschlagen wurden. Prof. Lill schlug in diesem Falle Rouhier für dieses hoch kompetitive Auswahlverfahren vor.

Joseph Braymer wird durch ein Marie-Curie-Stipendium der Europäischen Union (EU) gefördert. Das Stipendium steht ausgezeichneten Nachwuchsforschenden offen und soll Auslandsaufenthalte für Forschungszwecke innerhalb der EU fördern.

Marburg erste Wahl

Beide Wissenschaftler wollten ins Ausland. Beide konnten ihren Forschungsaufenthalt frei wählen. Beide entschieden sich für die Philipps-Universität. Rouhier wird drei Monate in Marburg sein, Braymer für mindestens zwei Jahre.

„Es ist toll, bei einem international so anerkannten Forscher wie Prof. Lill zu arbeiten“, sagt Nicolas Rouhier. Er promovierte an der Université de Lorraine im Bereich Biologie und Biochemie bei Pflanzen, wo er als Professor ein immer größer werdendes Forschungsteam leitet.

Außerdem gehörte er mehrere Jahre zum Leitungsgremium des „Journal of Biological Chemistry“, der maßgeblichen Biochemie-Fachzeitschrift. Für seine noch junge Karriere hat er bereits eine lange Publikationen-Liste in bedeutenden Journalen. Darunter sind Veröffentlichungen in „PNAS“, der Zeitschrift der nationalen Wissenschaftsakademie der USA und „EMBO“, dem Journal des europäischen Zentrums für Molekular-Biologie.

Was erhofft sich Rouhier von der Arbeit an der Philipps-Universität? „Ich habe bisher fast ausschließlich über biochemische Prozesse in Pflanzen geforscht. In Marburg möchte ich mir Wissen und Methoden zur Analyse von pflanzlichen Genen in Hefe aneignen und Pflanzen-Gene untersuchen, die eine Rolle in der Redoxbiologie oder der Schwefel-Eisen-Protein-Biogenese spielen.“ Die Universität Marburg und das Institut von Prof. Lill seien dafür seine erste Wahl gewesen. „Außerdem kann ich mir bei dem Forschungsschwerpunkt von Prof. Lill eine weitere Zusammenarbeit unserer Laboratorien in Frankreich und Deutschland gut vorstellen“, ergänzt Rouhier.

Ideale Forschungsbedingungen

Der gute Ruf der Marburger Zellbiologie-Forschung war auch für Joseph Braymer das entscheidende Kriterium für seinen Marburg-Aufenthalt: „Die Chance, bei einem sehr renommierten Forscher über metallhaltige Proteine zu forschen, musste ich einfach nutzen“, sagt Bramyer. Er promovierte in Chemie an der University of Michigan. Dort untersuchte er, welche Bedeutung die Metall-Ionen von Eisen, Kupfer oder Zink für die Alzheimer-Krankheit haben.

An der Philipps-Universität hoffe Braymer, zu neuen Erkenntnissen über die molekularen Prozesse bei gesunden beziehungswiese kranken Zellen zu kommen, an denen Eisen-Schwefel-Verbindungen beteiligt sind. „Das Labor hier im Institut von Prof. Lill ist dafür gut ausgestattet. Außerdem gefällt mir das anregende akademische Umfeld in Marburg“, so Joseph Braymer.

Auszeichnung auch für Wissenschaftsstandort Deutschland

„Nicht nur für Marburg, auch für den Wissenschaftsstandort Deutschland sind die Aufenthalte von Prof. Nicolas Rouhier und Dr. Joseph Braymer eine Auszeichnung“, betont Roland Lill. Schließlich sei es nicht die Regel, dass französische beziehungsweise amerikanische Forschende nach Deutschland kommen. Das liege unter anderem auch an falschen Vorstellungen der Sprachkompetenz: „Französische und amerikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben oft noch die Befürchtung, sie könnten sich in Deutschland nicht gut genug verständigen“, erklärt Lill. Dieses Vorurteil möchte er abbauen. Ein Schritt dahin: Die enge Zusammenarbeit mit seinen neuen Kollegen aus Frankreich und den USA an der Philipps-Universität Marburg.

Weitere Informationen:

Institut für Klinische Zytobiologie und Zytopathologie: http://www.uni-marburg.de/fb20/cyto/lill

Matthias Fejes | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Meeresleuchten, Klimawandel, Küstenmeere Afrikas – Spannende Vielfalt bei „Warnemünder Abenden 2019“
24.06.2019 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Plastik: Mehr Kreislauf gegen die Krise gefordert
21.06.2019 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Partielle Mondfinsternis am 16./17. Juli 2019

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Wie im letzten Jahr findet auch 2019 eine in den späten Abendstunden in einer lauen Sommernacht gut zu beobachtende Mondfinsternis statt, und zwar in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli. Die Finsternis ist zwar nur partiell - der Mond tritt also nicht vollständig in den Erdschatten ein - es ist aber für die nächsten Jahre die einzige gut sichtbare Mondfinsternis im deutschen Sprachraum.

Am Dienstagabend, den 16. Juli, wird ein kosmisches Schauspiel zu sehen sein: Der Vollmond taucht zu einem großen Teil in den Schatten der Erde ein, es findet...

Im Focus: Fraunhofer IDMT zeigt akustische Qualitätskontrolle auf der Fachmesse für Messtechnik »Sensor + Test 2019«

Das Ilmenauer Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT präsentiert vom 25. bis 27. Juni 2019 am Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft (Stand 5-248) seine neue Lösung zur berührungslosen, akustischen Qualitätskontrolle von Werkstücken und Bauteilen. Da die Prüfung zerstörungsfrei funktioniert, kann teurer Prüfschrott vermieden werden. Das Prüfverfahren wird derzeit gemeinsam mit verschiedenen Industriepartnern im praktischen Einsatz erfolgreich getestet und hat das Technology Readiness Level (TRL) 6 erreicht.

Maschinenausfälle, Fertigungsfehler und teuren Prüfschrott reduzieren

Im Focus: Fraunhofer IDMT demonstrates its method for acoustic quality inspection at »Sensor+Test 2019« in Nürnberg

From June 25th to 27th 2019, the Fraunhofer Institute for Digital Media Technology IDMT in Ilmenau (Germany) will be presenting a new solution for acoustic quality inspection allowing contact-free, non-destructive testing of manufactured parts and components. The method which has reached Technology Readiness Level 6 already, is currently being successfully tested in practical use together with a number of industrial partners.

Reducing machine downtime, manufacturing defects, and excessive scrap

Im Focus: Erfolgreiche Praxiserprobung: Bidirektionale Sensorik optimiert das Laserauftragschweißen

Die Qualität generativ gefertigter Bauteile steht und fällt nicht nur mit dem Fertigungsverfahren, sondern auch mit der Inline-Prozessregelung. Die Prozessregelung sorgt für einen sicheren Beschichtungsprozess, denn Abweichungen von der Soll-Geometrie werden sofort erkannt. Wie gut das mit einer bidirektionalen Sensorik bereits beim Laserauftragschweißen im Zusammenspiel mit einer kommerziellen Optik gelingt, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT auf der LASER World of PHOTONICS 2019 auf dem Messestand A2.431.

Das Fraunhofer ILT entwickelt optische Sensorik seit rund 10 Jahren gezielt für die Fertigungsmesstechnik. Dabei hat sich insbesondere die Sensorik mit der...

Im Focus: Successfully Tested in Praxis: Bidirectional Sensor Technology Optimizes Laser Material Deposition

The quality of additively manufactured components depends not only on the manufacturing process, but also on the inline process control. The process control ensures a reliable coating process because it detects deviations from the target geometry immediately. At LASER World of PHOTONICS 2019, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be demonstrating how well bi-directional sensor technology can already be used for Laser Material Deposition (LMD) in combination with commercial optics at booth A2.431.

Fraunhofer ILT has been developing optical sensor technology specifically for production measurement technology for around 10 years. In particular, its »bd-1«...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Meeresleuchten, Klimawandel, Küstenmeere Afrikas – Spannende Vielfalt bei „Warnemünder Abenden 2019“

24.06.2019 | Veranstaltungen

Plastik: Mehr Kreislauf gegen die Krise gefordert

21.06.2019 | Veranstaltungen

Rittal und Innovo Cloud sind auf Supercomputing-Konferenz in Frankfurt vertreten

18.06.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Molekulare Schere stabilisiert das Zell-Zytoskelett

24.06.2019 | Biowissenschaften Chemie

Neues „Intelligent Edge Data Center“ bringt Smart Industries auf nächstes Level

24.06.2019 | Unternehmensmeldung

Meeresleuchten, Klimawandel, Küstenmeere Afrikas – Spannende Vielfalt bei „Warnemünder Abenden 2019“

24.06.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics