Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aachen macht (3D-)Druck

30.08.2016

Große Konzerne aus dem Luftfahrt- und Automobilbereich adaptieren 3D-Druck-Verfahren für Serienteile, auch der Mittelstand erkennt zunehmend das enorme Potential dieser Technologien. Kosten und Know-how sind allerdings noch große Hürden bei der Einführung. In Aachen haben sich Forschung und Industrie zusammengetan, um maßgeschneiderte Lösungen für alle Anwender anzubieten.

3D-Drucktechniken sind groß im Kommen. Man kann es gut an der Messebranche sehen: junge Messen wie die RapidTech oder die formnext wachsen sehr schnell, während große Veranstaltungen wie drupa oder EMO das Thema zur Expansion und Weiterentwicklung nutzen. Insider sprechen inzwischen davon, dass die Technologie erwachsen geworden ist.


Additive Verfahren für den 3D-Druck von Bauteilen aus Metall oder Kunststoffen stehen im Mittelpunkt der 3D Valley Conference am 14. und 15. September in Aachen.

Fraunhofer ILT, Aachen.


Der FabBus der FH Aachen kommt zum Kunden und bietet 8 Plätze für Aus- und Weiterbildung sowie zwölf 3D-Drucker.

GoetheLab for Additive Manufacturing der FH Aachen

In Aachen ist man bei der Entwicklung schon lange ganz vorn dabei. Am Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT wurde schon Ende der 90er Jahre das additive Verfahren zur Generierung metallischer Bauteile ohne Zusatzwerkstoffe zur Serienreife geführt.

2002 wurden beispielsweise metallische Implantate mittels Selective Laser Melting (SLM) gefertigt. Der kommerzielle Einsatz des SLM Verfahrens zur Herstellung von metallischem Zahnersatz folgte bereits ein Jahr später.

Die Partnerschaften mit Unternehmen aus dem Flugzeug-, Automobil- und Werkzeugbau führten zu weiteren wirtschaftlichen Einsätzen in der Produktion. Als vorläufiger Höhepunkt gilt die Eröffnung des Cluster Photonik auf dem RWTH Aachen Campus.

Seit April 2016 kommen hier große und kleine Firmen mit Forschern der RWTH und der Fraunhofer-Gesellschaft in unterschiedlichen Kooperationsformen zusammen. Dazu zählt auch die Niederlassung der Partnerfirmen mit kleinen und großen FuE-Einheiten in eigenen Räumlichkeiten vor Ort.

ACAM: Industrie und Forschung proben neue Zusammenarbeit

Von Anfang an dabei im Cluster Photonik ist die ACAM GmbH. ACAM steht für Aachen Center for Additive Manufacturing, Gesellschafter sind acht Institute, An-Institute und Spin Offs, die hier in Aachen an 3D-Druck-Technologien arbeiten.

Mit der ACAM GmbH haben die Forschungspartner eine Plattform geschaffen, um ihre technischen und personellen Ressourcen optimal in die Zusammenarbeit mit Industriepartnern einzubringen. Aktuell sind es 21 Industriepartner, darunter Mittelständler aber auch bekannte Namen wie Linde, Schaeffler, Oerlikon, voestalpine, Mitsubishi, Rolex oder VW.

Als Partner bekommen die Unternehmen Voucher, die sie für FuE-Projekte oder auch für Weiterbildungsmaßnahmen bei den Forschungspartnern eintauschen können. Bei einer Art Versteigerung werden damit Konsortien unter den Partnern gebildet, bis die Finanzierung einzelner Projekte steht. So konnten die Partner im März 2016, nur wenige Monate nach der ACAM-Gründung, bereits die ersten sieben Projekte starten.

ACAM organisiert dabei Maschinen und Personal für die Projekte, deren Nutznießer die Partner aus aller Welt und aus verschiedenen Branchen sind. Dank der breiten Basis können so Entwicklungsprojekte entlang der kompletten Prozesskette bearbeitet werden.

Support vom Praktikum bis zur Serienfertigung

Eine weitere Kooperationsmöglichkeit für die Industrie, die den Fokus auf klein- und mittelständische Unternehmen legt, ist das Aachener Zentrum für 3D Druck, eine BMBF-geförderte Forschungsgruppe des Fraunhofer ILT und der FH Aachen. Die Forscher aus dieser Gruppe haben sich das Ziel gesetzt, Firmen beim Einstieg in 3D-Druck-Verfahren zu helfen.

Dafür bietet das Zentrum ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm und Unterstützung bei der Einführung der Technologie. Mit dem FabBus der FH Aachen, einem umgebauten Doppelstockbus mit acht Schulungsplätzen und zwölf 3D-Druckern an Bord, können sie direkt beim Kunden Schulungen anbieten. Auch Schüler oder Azubis können so die Technik ausprobieren.

Mit verschiedenen Partnern organisiert das Aachener Zentrum für 3D Druck inzwischen zwei komplette Berufsausbildungen und Studiengänge an verschiedenen Partneruniversitäten. Grundlegend ist hier auch die Vermittlung von Praktika bei den verschiedenen Partnern.

Möglich wird das Ganze durch eine ständig wachsende technische Infrastruktur an der FH Aachen und dem Fraunhofer ILT. Interessierte Mittelständler können hier nicht nur einen kleinen 3D-Drucker für unter 10.000 Euro nutzen, sondern zum Beispiel auch eine neue XLINE 2000R von Concept Laser. Diese ist mit 800 x 400 x 500 mm³ Arbeitsraum derzeit die größte kommerziell verfügbare Anlage zur Herstellung metallischer Bauteile. Die komplette technische Basis für die additive Verarbeitung von Polymeren, Metallen oder weiteren Werkstoffen steht Industriepartnern für Aufträge und Entwicklungsprojekte zur Verfügung.

3D Valley Conference

Wer sich die Technik anschauen und mit den verschiedenen Partnern ins Gespräch kommen möchte, für den dürfte die 3D Valley Conference am 14. und 15. September 2016 in Aachen die richtige Wahl sein. Zum Programm der Tagung gehören nicht nur Fachvorträge und umfangreiche Networking-Möglichkeiten, sondern auch ein Einsteigerseminar und eine Labtour mit Live-Präsentationen bei Partnern auf dem Campus.

Die Tagung ist die Auftaktveranstaltung für eine Konferenzreihe, bei der der Austausch von Know-how, das Netzwerken mit Gleichgesinnten und das Kennenlernen der technischen Möglichkeiten im Vordergrund steht. Unternehmen haben dabei auch die Möglichkeit, sich mit einem eigenen Stand vorzustellen. Veranstalter ist die TEMA Technologie Marketing AG, Aachen.

Ansprechpartner

Prof. Dr.-Ing. Andreas Gebhardt
Aachener Zentrum für 3D-Druck
Fachhochschule Aachen
Bayernallee 11
52066 Aachen
Telefon +49 241 6009 52500
E-Mail: gebhardt@fh-aachen.de

Dipl.-Wirt.-Ing. Sebastian Bremen
Teamleiter SLM Produktivität
Fraunhofer-Institut für Laser Technologie ILT
52074 Aachen
Telefon +49 241 8906-537
E-Mail: sebastian.bremen@ilt.fraunhofer.de

Dr.-Ing. Johannes Witzel
Aachen Center for Additive Manufacturing ACAM
Fraunhofer-Institut für Laser Technologie ILT
52074 Aachen
Telefon +49 241 8906-535
E-Mail: johannes.witzel@ilt.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

http://www.3dvalley.rwth-campus.com
http://www.tema.de
http://www.ilt.fraunhofer.de

Petra Nolis | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Innovation – the name of the game
18.07.2018 | Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH)

nachricht Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht
17.07.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics