Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

21. Mai 2016 World Fish Migration Day: Der millionste Stör wird in die Oder entlassen

13.05.2016

Wanderfische wie Lachs, Aal und Stör wandern oft tausende von gefahrvollen Kilometern im Meer oder zwischen Salz- und Süßwasser hin und her. Der „World Fish Migration Day“ (WFMD) am 21. Mai soll auf die Probleme von Fischen auf ihren Wanderungen aufmerksam machen. Zu diesem Anlass laden das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), der Nationalpark Unteres Odertal, die Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V., der NABU Deutschland e.V. und die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV mit Unterstützung des Deutschen Angelfischerverbandes zu einem Symposium ein. Dabei wird der millionste Stör in die Oder entlassen, Besucher können Störpaten werden.

Im Fokus der Veranstaltung stehen die aktuellen Ausbaupläne der Oder. An der Oder liegt Deutschlands einziger und Polens größter Auen-Nationalpark. Viele Bereiche im Odereinzugsgebiet werden durch Schutzgebietsverordnungen vor Eingriffen weitgehend bewahrt, um sie als möglichst unveränderten Naturraum zu erhalten und das darin lebende einzigartige Artenaufkommen zu sichern.


Ein junger Baltischer Stör wird in seinen ehemaligen Lebensraum entlassen.

IGB

Dr. Jörn Gessner vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) sieht die Ausbaupläne der Oder kritisch. Der Wissenschaftler koordiniert am IGB das Projekt zur Wiederansiedlung des Baltischen Störs (Acipenser oxyrinchus).

Der Stör war einst in der Oder und den Nebenflüssen heimisch. Dort, in Gewässerabschnitten mit Kies- oder Steinboden, befinden sich seine ursprünglichen Laichgründe und damit auch die Kinderstube des Stör-Nachwuchses. „Das gesamte Entwicklungskonzept und die vielfältigen Maßnahmen zur Erhaltung und zum Aufbau funktionaler Wanderfischgemeinschaften des Lachses, der Meerforelle, des Schnäpels, des Aals oder des Störes werden durch diese Prozesse erschwert, wenn nicht sogar rückgängig gemacht“, so Jörn Gessner. Ende der 1960er Jahre wurde in der Oder der letzte Baltische Stör gefangen.

Fischerei, Gewässerverschmutzung und die Verbauung der Flüsse hatten die einst reichen Bestände ausgelöscht. Seit 1994 versucht das Team aus Fischereibiologen des IGB und Naturschützern der Gesellschaft zur Rettung des Störs (GRS) den wohl ursprünglichsten aller Knochenfische mit viel Aufwand zurückzubringen. Freisetzungen von Jungfischen, die seit 2006 durchgeführt werden, sollen langfristig den Grundstock einer neuen, sich selbst erhaltenden Population in Deutschland bilden. Jörn Gessner ist schon gespannt: „Am 21. Mai ist es soweit; wir freuen uns sehr, den millionsten kleinen Stör in der Oder aussetzen zu können, immer in der Hoffnung, dass die Lebensbedingungen, die er dort antrifft, sich verbessern werden“.

Zur Veranstaltung:

Das Symposium findet ab 9.30 Uhr im NABU Informationszentrum Blumberger Mühle statt. (Anmeldung bis zum 17.5.2016 unter blumberger.muehle@NABU.de). Die Veranstaltung fasst die aktuell für das Einzugsgebiet vorgesehenen und laufenden Konzepte und Zielvorstellungen zusammen. Sie soll helfen, Konflikte zu benennen und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Nach Vorträgen im NABU Informationszentrum Blumberger Mühle findet am Nachmittag ein Besatz mit Ostseestören im Nationalpark Unteres Odertal statt: Genau am WMFD wird der millionste Stör in die Oder im Nationalpark Unteres Odertal in die Freiheit entlassen.

An diesem Tag gibt es zudem die Gelegenheit für Besucher, eine Störpatenschaft zu übernehmen. Jeder, der etwas zur Wiederansiedlung des Fisches beitragen möchte, kann eine Patenschaft für 10 Euro übernehmen und sein Patenkind gleich selbst in die Oder setzen. Das Geld fließt in das Wiederansiedlungsprojekt. Jeder Störpate bekommt eine Urkunde mit Markennummer „seines“ Störes.

Sollte der Stör auf seiner Wanderschaft einem Fischer ins Netz gehen, erhält der Störpate Auskunft über Zeit und Ort. So kann er genau den Weg seines Patenkindes verfolgen. Die Fischer sind übrigens verpflichtet, den geschützten Stör anschließend wieder freizulassen. Es kann also passieren, dass der Pate mehrfach Nachrichten von seinem Schützling bekommt. Wiederfänge ausgesetzter Störe wurden bislang an vielen Orten erfasst, so unter anderem im Oslofjord, im Bottnischen Meerbusen, vor dem norwegischen Bergen und sogar vor der Mündung der Loire.

Hintergrundinformation zum geplanten Ausbau der Oder:

Die Oder ist in Deutschland als Nebenwasserstraße des Bundes klassifiziert, spielt also für die Verkehrsinfrastruktur nur eine sehr untergeordnete Rolle. Aktuell steht jedoch erneut die Verbesserung der Schiffbarkeit zur Diskussion. Polen und Deutschland unterzeichneten 2015 einen Staatsvertrag zum Ausbau der Grenzoder für die Sicherung von Eisbrecher-Einsätzen, der eine Vertiefung der Flusssohle um bis zu 40 Zentimeter vorsieht.

Dies bedeutet, dass der an vielen Stellen naturnahe Fluss auf einer Länge von mehr als 150 Kilometern um etwa 25 bis 30 Prozent vertieft werden soll. Dieser Eingriff hätte zur Folge, dass wichtige ökologische Funktionsräume wie Kolke, Sand- und Kiesbänke verschwinden. Dieser Staatsvertrag fällt zusammen mit der Ankündigung weiterer Ausbaupläne der Oder; unter anderem durch den Bau neuer Stauhaltungen in Polen.

Weitere Einschränkungen für Fauna und Flora könnten aktuell aus der geplanten „Ertüchtigung und Verbesserung des hydrologischen Regimes im polnischen Zwischenoderland“ folgen, die „in ihrem Umfang und ihren Folgen bislang noch nicht abzuschätzen sind“, so Dr. Michael Tautenhahn, Stellvertretender Leiter des Nationalparks Unteres Odertal.

Veranstaltungsort:

• Symposium: NABU-Informationszentrum, Blumberger Mühle 2, 16278 Angermünde
• Besatz mit Stören: Nationalpark Unteres Odertal, Park 2, 16303 Schwedt/Oder, OT Criewen

Programm:

www.igb-berlin.de/veranstaltungen_details/events/world-fish-migration-day.html
Anmeldung bis zum 17.5.16 unter blumberger.muehle@NABU.de

Ansprechpartner:

Nationalpark Unteres Odertal:
Dr. Michael Tautenhahn, Am Park 2, 16303 Schwedt/Oder, OT Criewen, Tel: 033322677207
IGB:
Dr. Jörn Geßner, Müggelseedamm 310, 12587 Berlin, Tel: 03064181626
Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV:
Gerd-Michael Arndt, Fischerweg 408, 18069 Rostock, Tel: 038120260532

Presseeinladung:

Medien- und Pressevertreter sind herzlich eingeladen, an dem Termin teilzunehmen. Es bestehen Foto-/Filmmöglichkeiten für Außenaufnahmen an der Oder (u.a. Gewässer, junge Störe – Entladung und Besatz) und Möglichkeiten für Interviews mit Organisatoren. Es wird auch die Möglichkeit zur Übernahme von Stör-Patenschaften geben.

Wir bitten dafür um vorherige Anmeldung bei:
Nadja Neumann
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 030 64181975
E-Mail: nadja.neumann@igb-berlin.de

Weitere Informationen:

http://www.igb-berlin.de/veranstaltungen_details/events/world-fish-migration-day...

Nadja Neumann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Binnenfischerei Gewässerökologie IGB Migration NABU Stör

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Meeresleuchten, Klimawandel, Küstenmeere Afrikas – Spannende Vielfalt bei „Warnemünder Abenden 2019“
24.06.2019 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Plastik: Mehr Kreislauf gegen die Krise gefordert
21.06.2019 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Partielle Mondfinsternis am 16./17. Juli 2019

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Wie im letzten Jahr findet auch 2019 eine in den späten Abendstunden in einer lauen Sommernacht gut zu beobachtende Mondfinsternis statt, und zwar in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli. Die Finsternis ist zwar nur partiell - der Mond tritt also nicht vollständig in den Erdschatten ein - es ist aber für die nächsten Jahre die einzige gut sichtbare Mondfinsternis im deutschen Sprachraum.

Am Dienstagabend, den 16. Juli, wird ein kosmisches Schauspiel zu sehen sein: Der Vollmond taucht zu einem großen Teil in den Schatten der Erde ein, es findet...

Im Focus: Fraunhofer IDMT zeigt akustische Qualitätskontrolle auf der Fachmesse für Messtechnik »Sensor + Test 2019«

Das Ilmenauer Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT präsentiert vom 25. bis 27. Juni 2019 am Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft (Stand 5-248) seine neue Lösung zur berührungslosen, akustischen Qualitätskontrolle von Werkstücken und Bauteilen. Da die Prüfung zerstörungsfrei funktioniert, kann teurer Prüfschrott vermieden werden. Das Prüfverfahren wird derzeit gemeinsam mit verschiedenen Industriepartnern im praktischen Einsatz erfolgreich getestet und hat das Technology Readiness Level (TRL) 6 erreicht.

Maschinenausfälle, Fertigungsfehler und teuren Prüfschrott reduzieren

Im Focus: Fraunhofer IDMT demonstrates its method for acoustic quality inspection at »Sensor+Test 2019« in Nürnberg

From June 25th to 27th 2019, the Fraunhofer Institute for Digital Media Technology IDMT in Ilmenau (Germany) will be presenting a new solution for acoustic quality inspection allowing contact-free, non-destructive testing of manufactured parts and components. The method which has reached Technology Readiness Level 6 already, is currently being successfully tested in practical use together with a number of industrial partners.

Reducing machine downtime, manufacturing defects, and excessive scrap

Im Focus: Erfolgreiche Praxiserprobung: Bidirektionale Sensorik optimiert das Laserauftragschweißen

Die Qualität generativ gefertigter Bauteile steht und fällt nicht nur mit dem Fertigungsverfahren, sondern auch mit der Inline-Prozessregelung. Die Prozessregelung sorgt für einen sicheren Beschichtungsprozess, denn Abweichungen von der Soll-Geometrie werden sofort erkannt. Wie gut das mit einer bidirektionalen Sensorik bereits beim Laserauftragschweißen im Zusammenspiel mit einer kommerziellen Optik gelingt, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT auf der LASER World of PHOTONICS 2019 auf dem Messestand A2.431.

Das Fraunhofer ILT entwickelt optische Sensorik seit rund 10 Jahren gezielt für die Fertigungsmesstechnik. Dabei hat sich insbesondere die Sensorik mit der...

Im Focus: Successfully Tested in Praxis: Bidirectional Sensor Technology Optimizes Laser Material Deposition

The quality of additively manufactured components depends not only on the manufacturing process, but also on the inline process control. The process control ensures a reliable coating process because it detects deviations from the target geometry immediately. At LASER World of PHOTONICS 2019, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be demonstrating how well bi-directional sensor technology can already be used for Laser Material Deposition (LMD) in combination with commercial optics at booth A2.431.

Fraunhofer ILT has been developing optical sensor technology specifically for production measurement technology for around 10 years. In particular, its »bd-1«...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Meeresleuchten, Klimawandel, Küstenmeere Afrikas – Spannende Vielfalt bei „Warnemünder Abenden 2019“

24.06.2019 | Veranstaltungen

Plastik: Mehr Kreislauf gegen die Krise gefordert

21.06.2019 | Veranstaltungen

Rittal und Innovo Cloud sind auf Supercomputing-Konferenz in Frankfurt vertreten

18.06.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Molekulare Schere stabilisiert das Zell-Zytoskelett

24.06.2019 | Biowissenschaften Chemie

Neues „Intelligent Edge Data Center“ bringt Smart Industries auf nächstes Level

24.06.2019 | Unternehmensmeldung

Meeresleuchten, Klimawandel, Küstenmeere Afrikas – Spannende Vielfalt bei „Warnemünder Abenden 2019“

24.06.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics