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Stressfaktor Digitalisierung

29.06.2018

Erschöpfungskrankheiten in Deutschland - mehr als 30 Millionen Krankschreibungen waren es laut Bundesgesundheitsministeriumsalleine im Jahr 2016 *, die Zahlen für 2017 noch nicht eingerechnet) - und die Gesundheitsentgleisung steigt dramatisch an.  Wo kommt diese Steigerung her? *(Quelle Spiegel Online)


Die Aufnahme digitaler Reize verändert das Stresssystem und verändert unsere Wahrnehmungs- und Denkprozesse. „Wenn das Gehirn durch digitale Reize überflutet wird, können wichtige Hormone nicht mehr produziert werden und die Informationsverarbeitung im Gehirn ist blockiert.

Denn das Stresssystem steuert das Immunsystem und dieser Vorgang entscheidet über unsere Ressourcen und unsere Gesundheit. Der technische Fortschritt ist jedoch abhängig von agilen gesunden Menschen. Diese neurobiologischen Fakten bei der Digitalisierungsgestaltung zu berücksichtigen und Lösungen zu schaffen wird entscheidend sein für Wettbewerbsfähigkeit und zielführende gesellschaftliche Entwicklung.

Die permanente Aufnahme von Informationen mittels neuer Medien bedeute Stress für das menschliche Gehirn, erläutert Horst Kraemer von der Brainjoin Akademie.

Computer und Roboter als Stressfaktor

Wie leicht die zunehmende Digitalisierung des Alltags den Menschen überfordern kann, darauf machte Horst Kraemer, Pionier der Stressforschung und –prävention, bislang bei zahlreichen Veranstaltungen und Kongressen aufmerksam.

„Es gibt Anlass zur Befürchtung, dass die gesundheitlichen Schäden bei  Menschen, die nicht damit klarkommen, dramatisch zunehmen“, erklärte er. Denn die Digitalisierung verändere unsere Wahrnehmungs- und Denkprozesse. Das Emotionszentrum in unserem Gehirn, welches unser Wissenszentrum steuert, werde blockiert, wenn wir durch die Informationsflut unter Stress geraten. 

Hinzu kommt, dass im digitalen Alltag zunehmend lebenswichtige menschliche Begegnungen und Sinnesreize fehlen. Es bleibe kaum mehr Zeit für ehrliche Empathie. Das Einfühlungsvermögen und die soziale Kompetenz gingen verloren.

„Meine große Sorge ist, dass bei der digital aufwachsenden Generation mangels Training die soziale Interaktion auf der Strecke bleibt“, befürchtet Kraemer. Er erkennt bereits Anzeichen dafür, dass die Menschen abstumpfen.

„So lässt sich erklären, warum Rettungssanitäter in ihrer Arbeit behindert oder hilfsbedürftige Menschen oft gar nicht mehr beachtet werden.“ Außerdem werde das Zusammenspiel von Hormon-, Immun- und Nervensystem durch die ständigen digitalen Reize so gestört, dass die körpereigenen Regenerationsprozesse aussetzen.

„Unser Stresssystem im Kopf steuert das Immunsystem, welches über unsere Gesundheit entscheidet. Deshalb muss es schonend behandelt werden.“

Weitere Infos: www.brainjoin.com 

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