Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welche Umweltwirkung haben Silbernanomaterialien in Textilien?

21.06.2010
BMBF finanziert bundesweiten Projektverbund UMSICHT unter Bremer Leitung.

Die Nanotechnologie hat in jüngster Vergangenheit einen ungewöhnlich steilen Aufstieg erfahren. Mittlerweile sind über 1.000 Nanopartikel enthaltende Produkte auf dem Markt, sehr viele davon ausgesprochen verbrauchernah.

Etwa ein Viertel dieser Produkte enthält Silbernanopartikel, die aufgrund ihrer antimikrobiellen Eigenschaften sehr vielfältige Anwendungen erfahren – unter anderem in Hygieneartikeln, Kosmetika, Lebensmittelverpackungen und verschiedensten Textilien. Hierzu zählen beispielsweise Sportbekleidung, Socken, Vorhänge oder Haushaltswischtücher. Da beim Gebrauch der Produkte durch Abrieb und vor allem beim Waschen eine erhebliche Umweltexposition zu erwarten ist, sollten nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt minimiert und nach Möglichkeit ganz ausgeschlossen werden.

Hierzu finanziert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit dem 1. Mai 2010 ein großes Verbundprojekt mit dem Titel UMSICHT: Abschätzung der Umweltgefährdung durch Silbernanomaterialien: vom chemischen Partikel bis zum technischen Produkt. Das Projekt mit einer Laufzeit von drei Jahren hat ein Finanzvolumen von fast 3,7 Mio. Euro. Die Koordination des 17 Mitglieder umfassenden Projektkonsortiums liegt bei Professorin Juliane Filser vom Zentrum für Umweltforschung und nachhaltige Technologien (UFT) der Universität Bremen. Weitere Beteiligte aus Bremen sind die Abteilung „Nachhaltige Chemie" (Professor Jorg Thöming, ebenfalls UFT), Professor Lutz Mädler (Fachbereich Produktionstechnik, Institut für Werkstofftechnik) sowie das Bremer Umweltinstitut. Fünf Unternehmen im Konsortium repräsentieren die gesamte textile Kette, von den Nanopartikeln bis zum fertigen Produkt. Für die staatliche Seite gehören dem Verbund das Umweltbundesamt, die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, das Bundesumweltministerium sowie das Joint Research Center (JRC) der EU an.

Im Projekt werden mit verschiedenen Methoden sowohl die Silbernanopartikel selbst als auch Nanopartikel enthaltende Fasern, Textilien und Abrieb aus diesen hergestellt. Diese Produkte werden in Reinform wie auch in den jeweiligen Testmedien chemisch und physikalisch charakterisiert und mit biologischen Testverfahren auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft. Die Verfahren reichen dabei von einfachen Labortests bis hin zu Modellkläranlagen. Untersucht werden sowohl im Wasser als auch an Land lebende Organismen. Dabei wird zum einen auf bewährte Methoden zurückgegriffen, zum anderen werden Methoden neu entwickelt, um den Besonderheiten der Partikel besser Rechnung zu tragen.

Die Grundlagenforschung zu verschiedenen Partikeltypen und Produktformen ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung umweltverträglicher Produkte. Die Rückkopplung mit den politischen Entscheidungsträgern sorgt dafür, dass die Ergebnisse des Projekts so früh wie möglich in die gültige Regulierungspraxis Eingang finden. Eine Produktgruppe, die so Erfolg versprechend ist und rasant anwächst wie Textilien mit Silbernanopartikeln, muss im frühen Entwicklungsstadium optimiert werden. Über die enge Kooperation von Forschung, Industrie und Behörden will UMSICHT einen entscheidenden Beitrag zur Umweltverträglichkeit dieser Textilien leisten.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Zentrum für Umweltforschung und nachhaltige Technologien (UFT)
Prof. Dr. Juliane Filser
E-Mail: filser@uni-bremen.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Waldwechsel in den asiatischen Tropen: Klimawandel lässt Vegetation ergrünen und sprießen
10.07.2020 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Von Seegurken lernen: umweltfreundliche Biolacke aus dem Meer?
06.07.2020 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektrische Spannung aus Elektronenspin – Batterie der Zukunft?

Forschern der Technischen Universität Ilmenau ist es gelungen, sich den Eigendrehimpuls von Elektronen – den sogenannten Elektronenspin, kurz: Spin – zunutze zu machen, um elektrische Spannung zu erzeugen. Noch sind die gemessenen Spannungen winzig klein, doch hoffen die Wissenschaftler, auf der Basis ihrer Arbeiten hochleistungsfähige Batterien der Zukunft möglich zu machen. Die Forschungsarbeiten des Teams um Prof. Christian Cierpka und Prof. Jörg Schumacher vom Institut für Thermo- und Fluiddynamik wurden soeben im renommierten Journal Physical Review Applied veröffentlicht.

Laptop- und Handyspeicher der neuesten Generation nutzen Erkenntnisse eines der jüngsten Forschungsgebiete der Nanoelektronik: der Spintronik. Die heutige...

Im Focus: Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

Verlustfreie Stromleitung bei Raumtemperatur? Ein Material, das diese Eigenschaft aufweist, also bei Raumtemperatur supraleitend ist, könnte die Energieversorgung revolutionieren. Wissenschaftlern vom Exzellenzcluster „CUI: Advanced Imaging of Matter“ an der Universität Hamburg ist es nun erstmals gelungen, starke Hinweise auf Suprafluidität in einer zweidimensionalen Gaswolke zu beobachten. Sie berichten im renommierten Magazin „Science“ über ihre Experimente, in denen zentrale Aspekte der Supraleitung in einem Modellsystem untersucht werden können.

Es gibt Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten. So kann z. B. Wasser nicht durch die Glaswand von einem Glas in ein anderes fließen. Erstaunlicherweise...

Im Focus: The spin state story: Observation of the quantum spin liquid state in novel material

New insight into the spin behavior in an exotic state of matter puts us closer to next-generation spintronic devices

Aside from the deep understanding of the natural world that quantum physics theory offers, scientists worldwide are working tirelessly to bring forth a...

Im Focus: Im Takt der Atome: Göttinger Physiker nutzen Schwingungen von Atomen zur Kontrolle eines Phasenübergangs

Chemische Reaktionen mit kurzen Lichtblitzen filmen und steuern – dieses Ziel liegt dem Forschungsfeld der „Femtochemie“ zugrunde. Mit Hilfe mehrerer aufeinanderfolgender Laserpulse sollen dabei atomare Bindungen punktgenau angeregt und nach Wunsch aufgespalten werden. Bisher konnte dies für ausgewählte Moleküle realisiert werden. Forschern der Universität Göttingen und des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen ist es nun gelungen, dieses Prinzip auf einen Festkörper zu übertragen und dessen Kristallstruktur an der Oberfläche zu kontrollieren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature erschienen.

Das Team um Jan Gerrit Horstmann und Prof. Dr. Claus Ropers bedampfte hierfür einen Silizium-Kristall mit einer hauchdünnen Lage Indium und kühlte den Kristall...

Im Focus: Neue Methode führt zehnmal schneller zum Corona-Testergebnis

Forschende der Universität Bielefeld stellen beschleunigtes Verfahren vor

Einen Test auf SARS-CoV-2 durchzuführen und auszuwerten dauert aktuell mehr als zwei Stunden – und so kann ein Labor pro Tag nur eine sehr begrenzte Zahl von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erster Test für neues Roboter-Umweltmonitoring-System der TU Bergakademie Freiberg

10.07.2020 | Informationstechnologie

Binnenschifffahrt soll revolutioniert werden: Erst ferngesteuert, dann selbstfahrend

10.07.2020 | Verkehr Logistik

Robuste Hochleistungs-Datenspeicher durch magnetische Anisotropie

10.07.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics