Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wasserknappheit in Lima benötigt ein nachhaltiges Management von Wasser und Abwasser

19.04.2010
Projektpartner aus Deutschland und Peru trafen sich in Suderburg
Bereits seit eineinhalb Jahren forscht eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Deutschland und Peru gemeinsam an "LiWa".

Die Rede ist von einem Forschungsprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis ins Jahr 2013 mit einem Gesamtvolumen von etwa 2 Millionen Euro gefördert wird.

Neun Forschungseinrichtungen aus Deutschland und Peru arbeiten in diesem Projekt zusammen, darunter auch die Fakultät Bau-Wasser-Boden der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Suderburg. Ziel des Forschungsvorhabens ist die konzeptionelle Entwicklung von Lösungsvorschlägen für das nachhaltige Management von Wasser und Abwasser in der Metropolregion Lima.

Megastadt Lima
Lima ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt sowie das bedeutendste Wirtschafts- und Kulturzentrum von Peru mit zahlreichen Hochschulen, Museen und Baudenkmälern. Die Altstadt von Lima wurde 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Mit rund 8 Millionen Einwohnern zählt die peruanische Hauptstadt zu den Megastädten. Etwa 3.000 Menschen verteilen sich derzeit auf einen Quadratkilometer Fläche Lebensraum. Experten prognostizieren bis zum Jahr 2025 weitere vier Millionen Menschen - und damit den Kollaps für die Metropolregion.

Ein wesentliches Problem, das es im Rahmen des LiWa-Forschungsprojektes bestmöglich zu entschärfen gilt, ist die extreme Wasserknappheit in Lima. Bereits seit Jahren kämpft die Metropolregion dagegen an. Die Hauptursache ist in der geografischen Lage zu sehen, denn Lima liegt an der Westküste von Peru. Während in großen Teilen von Peru - östlich der Anden - tropisches Klima herrscht, liegt Lima in der Küstenregion mit Wüstenklima. Es werden jährlich nur etwa 10 mm Niederschlag verzeichnet. Die Wasserversorgung hängt am "Tropf" des Schmelzwassers aus den Anden, das vor allem über den Rio Rimac Richtung Pazifik fließt. Aufgrund des steigenden Wasserverbrauchs wird jedoch zunehmend auch auf das Grundwasser zurückgegriffen mit der Folge, dass die Quellen übermäßig beansprucht sind.

"Erschwerend kommen die Auswirkungen des Klimawandels hinzu wie das Abschmelzen der Gletscher, die Erhöhung des Meeresspiegels sowie die damit verbundenen Veränderungen der Temperaturen und Niederschläge. Die Situation in Regionen, die bereits unter extremer Wasserknappheit leiden, wird sich weiterhin verschärfen", sagt Prof. Dr. Artur Mennerich, Projektleiter LiWa an der Ostfalia Hochschule in Suderburg.

LiWa - Treffen in Suderburg
Mit seinen Forschungskollegen hat sich Professor Mennerich vom 13. bis 16. April auf dem Campus Suderburg der Ostfalia getroffen. Neben dem Informationsaustausch und den persönlichen Sachstandsberichten der beteiligten Forschungseinrichtungen standen insbesondere Workshops im Vordergrund. In kleinen Arbeitsgruppen beschäftigten sich die deutschen und peruanischen Wissenschaftler u. a. mit der Frage, wie man im Wasserverteilungsnetz von Lima Verluste an Wasser und Abwasser vermeiden kann. "Die Aufbereitung und Wiederverwertung spielt eine große Rolle", sagt Mennerich. Deshalb setzte sich das Forschungsteam auch mit Themen zur Errichtung von Kläranlagen auseinander. "Aufgrund der vielen Außen- und Stadtbezirke von Lima ist die Abwasserbehandlung nicht ausschließlich mit großen Kläranlagen, wie wir sie hier in Deutschland kennen, lösbar. In den Außenbereichen sind dezentrale, leicht bedienbare Kläranlagen sinnvoller. Zudem dürfen sie nicht zu kostenintensiv sein, müssen aber dennoch hohe Reinigungsleistungen erbringen", so Mennerich. Im Spätsommer werden Experten aus dem Bereich Wasser- und Abfallwirtschaft Suderburg ihre Kollegen in Peru wieder treffen. Dort steht ein gemeinsam veranstaltetes Fortbildungsseminar auf dem Programm, denn der Schwerpunkt der Ostfalia-Projektbeteiligung ist der Wissenstransfer. "Wir führen in Lima intensive Schulungen durch und vermitteln somit hochqualifiziertes Fachwissen. Nur so sind mittel- und langfristig bestmögliche Ergebnisse zu erzielen, wenn es um die Schaffung der erforderlichen Voraussetzungen für ein nachhaltiges Management von Wasser und Abwasser in Lima geht", berichtet Mennerich.
Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Artur Mennerich
Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Campus Suderburg
Herbert-Meyer-Str. 7
29556 Suderburg
Tel. ++49 5826 988 61170
Email: a.mennerich@ostfalia.de

Evelyn Meyer-Kube | idw
Weitere Informationen:
http://www.lima-water.de

Weitere Berichte zu: Abwasser Kläranlage LiMA Metropolregion Niederschlag Ostfalia Peru Wasserknappheit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Kohlenstoffbilanz im tropischen Regenwald des Amazonas
11.11.2019 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

nachricht Absinkende Luftpakete mitverantwortlich für Hitzewellen
08.11.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Veränderungen der Chiralität von Molekülen in Echtzeit beobachten

Chirale Moleküle – Verbindungen, die als Bild und Spiegelbild vorkommen – spielen eine wichtige Rolle in biologischen Prozessen und in der chemischen Synthese. Chemikern der ETH Zürich ist es nun erstmals gelungen, mit Hilfe von Ultrakurzzeit-Laserpulsen Änderungen der Chiralität während einer chemischen Reaktion in Echtzeit zu beobachten.

Manche Moleküle können in zwei spiegelbildlichen Formen existieren, ähnlich wie unsere Hände. Obwohl solche sogenannten Enantiomere fast identische...

Im Focus: Durchbruch in der Malariaforschung

Eine internationale Forschungsgruppe um den Zellbiologen Volker Heussler von der Universität Bern hat hunderte genetische Schwachstellen des Malaria-Parasiten Plasmodium identifiziert. Diese sind in der Medikamenten- und Impfstoffentwicklung dringend erforderlich, um die Krankheit dereinst ausrotten zu können.

Trotz grosser Anstrengungen in Medizin und Wissenschaft, sterben weltweit immer noch mehr als 400'000 Menschen an Malaria. Die Infektionskrankheit wird durch...

Im Focus: Bauplan eines bakteriellen Kraftwerks entschlüsselt

Wissenschaftler der Universität Würzburg und der Universität Freiburg gelang es die komplexe molekulare Struktur des bakteriellen Enzyms Cytochrom-bd-Oxidase zu entschlüsseln. Da Menschen diesen Typ der Oxidase nicht besitzen, könnte dieses Enzym ein interessantes Ziel für neuartige Antibiotika sein.

Sowohl Menschen als auch viele andere Lebewesen brauchen Sauerstoff zum Überleben. Bei der Umsetzung von Nährstoffen in Energie wird der Sauerstoff zu Wasser...

Im Focus: Neue Möglichkeiten des Additive Manufacturing erschlossen

Fraunhofer IFAM Dresden demonstriert Fertigung von Kupferbau

Am Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Dresden ist es gelungen, mittels Selektivem Elektronenstrahlschmelzen...

Im Focus: New opportunities in additive manufacturing presented

Fraunhofer IFAM Dresden demonstrates manufacturing of copper components

The Fraunhofer Institute for Manufacturing Technology and Advanced Materials IFAM in Dresden has succeeded in using Selective Electron Beam Melting (SEBM) to...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

1. Internationale Konferenz zu Agrophotovoltaik im August 2020

15.11.2019 | Veranstaltungen

Kopfsprung aus 80 km Höhe

15.11.2019 | Veranstaltungen

4. Innovation and Networking Days: Smart City, Energie und intelligente Prozesse

15.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Effiziente Elektromotoren für neue Mobilitätskonzepte durch druckgegossene Aluminiumspulen

15.11.2019 | Energie und Elektrotechnik

Weltrekord-Material macht aus Wärme Elektrizität

15.11.2019 | Materialwissenschaften

Veränderungen der Chiralität von Molekülen in Echtzeit beobachten

15.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics