Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vulkanasche bringt Algen im Ozean zum Blühen

18.05.2010
Wissenschaftler der Universität Hamburg belegen erstmals ozeanische Eisendüngung durch Vulkanasche

Welche Wirkung haben Vulkanausbrüche auf unser Klima? Bisher gingen Wissenschaftler/innen davon aus, dass Eruptionen mit hohem Schwefeldioxid-Anteil, die sehr weit in die Höhe reichen, die Bildung von Aerosolen hervorrufen. Diese Aerosolwolken können die Erde kühlen.

Eine andere Wirkung - das Düngen von Ozeanalgen - haben jetzt Forscher/innen des Exzellenzclusters "Integrated Climate Analysis and Prediction" (CliSAP) der Universität Hamburg untersucht. Erste Ergebnisse erscheinen in den Fachmagazinen "Atmospheric Chemistry and Physics" und "Journal of Geophysical Research".

"In weiten Teilen des Ozeans ist das Algenwachstum unter anderem durch das Fehlen von Eisen limitiert. Eisensalze in der Vulkanasche könnten das Plankton zum Blühen bringen - und dabei größere Mengen CO2 binden", so Dr.

Bärbel Langmann, Institut für Geophysik. Die Algen nehmen das Treibhausgas in ihren Stoffwechsel auf und entfernen es so aus der Atmosphäre.

Tatsächlich wiesen Dr. Langmann, Dr. Klemen Zakšek und Prof. Dr. Matthias Hort vom Institut für Geophysik nach, dass das Phänomen einer massiven Algenblüte im Golf von Alaska 2008 mit dem Ausbruch des Vulkans Kasatochi in Verbindung stand. In nicht einmal 24 Stunden blies der Vulkan damals bis zu 600 Megatonnen Asche in die Luft. Rechnerisch reicht diese Eisenmenge aus, um für die beobachtete Algenblüte verantwortlich zu sein - zumal die Aschesäule bis zu 15 Kilometer in die Höhe reichte, was den Ferntransport begünstigte.

Zum Vergleich: der isländische Eyjafjallajökull spuckt zwar bereits seit einem Monat Asche; die Menge pro Zeiteinheit beträgt jedoch weniger als ein Zehntel. Interessant für die Klimaforscher ist auch, dass eine Mess-Boje vor Alaska 2008 in der Tat eine Abnahme des Treibhausgases Kohlendioxid im Meerwasser registrierte.

Eine Modellstudie der Wissenschaftler/innen der Universität Hamburg zeigt, welchen Weg die Asche damals in der Atmosphäre nahm: "Mehr als 90 % der Asche war nach wenigen Tagen bedingt durch die Schwerkraft in den Ozean gefallen. Unsere Analyse zeigt, dass diese Aschemenge und das mitgeführte Eisen ausreichten, um selbst nach dem langen Weg über den Ozean noch einen Dünge-Effekt hervorzurufen", erklärt Dr. Langmann.

Inwieweit ein erhöhter Ausstoß von Vulkanasche das Klima allgemein beeinflussen könnte, sollen weitere Untersuchungen an der Universität Hamburg zeigen. Zentrale Fragestellungen dabei sind: Wie hoch genau sind die Eisenmengen, die die Asche mit sich führt? Gibt es Bedingungen, die die Bildung von wasserlöslichen Eisensalzen bei einem Vulkanausbruch begünstigen? Gleichzeitig helfen Computer gestützte Klimamodelle, die bisherigen Ergebnisse mit weiteren Faktoren zu verknüpfen. So stehen im Winter zum Beispiel tendenziell mehr Nährstoffe, aber weniger Sonnenlicht zur Verfügung - eine "Düngung" in dieser Situation brächte keinerlei Klimaeffekt.

Mehr Informationen in:
"Volcanic ash as fertilizer for the surface ocean", B. Langmann, K. Zaksek, M. Hort and S. Duggen, erschienen in Atmospheric Chemistry and Physics:
http://www.atmos-chem-phys.net/10/3891/2010/acp-10-3891-2010.pdf
"Atmospheric distribution and removal of volcanic ash after the eruption of Kasatochi volcano: A regional model study", Journal of Geophysical Research:

http://www.agu.org/journals/jd/papersinpress.shtml#id2009JD013298 (in press, accepted 18 March 2010)

Für Rückfragen:

Universität Hamburg
KlimaCampus / CliSAP
Ute Kreis
Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 040/ 42838 - 4523
E-Mail: ute.kreis@zmaw.de

Birgit Kruse | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hamburg.de/
http://www.agu.org/journals/jd/papersinpress.shtml#id2009JD013298
http://www.atmos-chem-phys.net/10/3891/2010/acp-10-3891-2010.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Smogbekämpfung fördert Solarstrom
06.12.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Von der Arktis bis zu den Tropen: Forscher präsentieren einmalige Datenbank zur Vegetation der Erde
20.11.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Data use draining your battery? Tiny device to speed up memory while also saving power

The more objects we make "smart," from watches to entire buildings, the greater the need for these devices to store and retrieve massive amounts of data quickly without consuming too much power.

Millions of new memory cells could be part of a computer chip and provide that speed and energy savings, thanks to the discovery of a previously unobserved...

Im Focus: Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

Wiener Quantenforscher der ÖAW realisierten in Zusammenarbeit mit dem AIT erstmals ein quantenphysikalisch verschlüsseltes Netzwerk zwischen vier aktiven Teilnehmern. Diesen wissenschaftlichen Durchbruch würdigt das Fachjournal „Nature“ nun mit einer Cover-Story.

Alice und Bob bekommen Gesellschaft: Bisher fand quantenkryptographisch verschlüsselte Kommunikation primär zwischen zwei aktiven Teilnehmern, zumeist Alice...

Im Focus: An energy-efficient way to stay warm: Sew high-tech heating patches to your clothes

Personal patches could reduce energy waste in buildings, Rutgers-led study says

What if, instead of turning up the thermostat, you could warm up with high-tech, flexible patches sewn into your clothes - while significantly reducing your...

Im Focus: Tödliche Kombination: Medikamenten-Cocktail dreht Krebszellen den Saft ab

Zusammen mit einem Blutdrucksenker hemmt ein häufig verwendetes Diabetes-Medikament gezielt das Krebswachstum – dies haben Forschende am Biozentrum der Universität Basel vor zwei Jahren entdeckt. In einer Folgestudie, die kürzlich in «Cell Reports» veröffentlicht wurde, berichten die Wissenschaftler nun, dass dieser Medikamenten-Cocktail die Energieversorgung von Krebszellen kappt und sie dadurch abtötet.

Das oft verschriebene Diabetes-Medikament Metformin senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern hat auch eine krebshemmende Wirkung. Jedoch ist die gängige...

Im Focus: Lethal combination: Drug cocktail turns off the juice to cancer cells

A widely used diabetes medication combined with an antihypertensive drug specifically inhibits tumor growth – this was discovered by researchers from the University of Basel’s Biozentrum two years ago. In a follow-up study, recently published in “Cell Reports”, the scientists report that this drug cocktail induces cancer cell death by switching off their energy supply.

The widely used anti-diabetes drug metformin not only reduces blood sugar but also has an anti-cancer effect. However, the metformin dose commonly used in the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungen

Pro und Contra in der urologischen Onkologie

14.12.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zu Usability und künstlicher Intelligenz an der Universität Mannheim

13.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Rittal heizt ein in Sachen Umweltschutz - Rittal Lackieranlage sorgt für warme Verwaltungsbüros

14.12.2018 | Unternehmensmeldung

Krankheiten entstehen, wenn das Netzwerk von regulatorischen Autoantikörpern aus der Balance gerät

14.12.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics