Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dem Uhu in Bayern wird aus der Krise geholfen

20.08.2008
Dem Vogel des Jahres 2005 geht es nicht gut. Der Uhu befindet sich in einigen Regionen Deutschlands im Sturzflug in eine Krise.

Seit Mitte der 90er Jahre nimmt der Bruterfolg in Bayern immer mehr ab, so dass dort zwischenzeitlich 50 Prozent der Population als instabil eingestuft werden müssen. Jetzt soll dem Uhu geholfen werden.

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) plant die Entwicklung eines Schutzkonzepts, dem gründliche Analysen von sechs Uhu-Paaren in Südfranken zugrunde liegen sollen. Nach drei Jahren Untersuchung soll ein Managementplan vorliegen, der den Bestand der Uhus im betrachteten Gebiet stabilisieren soll. Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit rund 80.000 Euro.

In enger Zusammenarbeit mit internationalen Forschern und Naturschutzexperten sollen sich gut fortpflanzende Revierpaare mit den nicht so erfolgreichen verglichen und analysiert werden. Mit Hilfe von mit Minisendern bestückten Vögeln wollen die Uhu-Schützer Informationen über Reviergrößen und Jagdrouten erhalten. Per Computer sollen diese Daten mit denen zur Land- und Forstnutzung vereint und um weitere Untersuchungen über das Nahrungs- und Nestverhalten ergänzt werden. Dazu sollen auch kleine Videokameras an den Horsten installiert werden.

Auch Jagdstatistiken und Zahlen von Verkehrsopfern der Uhus werden in die Betrachtung mit einfließen. "Aus dem Vergleich dieser Daten können wir auf die für ein gutes Revier entscheidenden Strukturen und Rahmenbedingungen schließen und dann darauf hinarbeiten, diese in den schlechten Revieren zu verbessern", erklärt Andreas von Lindeiner, Artenschutzreferent des LBV. Er und seine Kollegen teilen sich die Arbeit mit Dutzenden von Freiwilligen, die viele Stunden in den Schutz des Uhus investieren.

Die Ursachen für den geringen Bruterfolg der bayerischen Uhus werden in der veränderten Landnutzung und damit verbundenen Erreichbarkeit von Nahrung vermutet. Auch Wanderer und Klettersportler stören laut LBV die Brut, wenn auch unabsichtlich. Tödliche Fallen sind ungesicherte Strommasten, an denen jährlich rund 20 Uhus in Bayern verenden.

In den 50er Jahren stand der Uhu in Deutschland kurz vor der Ausrottung. Nur 40 Paare brüteten damals. Mit strengen rechtlichen Auflagen und einem umfassenden Schutzprogramm konnte sich der Bestand des Uhus wieder erholen. Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) leben derzeit zirka 850 Paare in ganz Deutschland.

Weitere Informationen:
http://www.dbu.de/123artikel28011_335.html

Franz-Georg Elpers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de
http://www.dbu.de/123artikel28011_335.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Umweltressourcen nachhaltig nutzen
17.07.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Mikroplastik – überall und in großen Mengen
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Mobilfunkstrahlung kann die Gedächtnisleistung bei Jugendlichen beeinträchtigen

19.07.2018 | Studien Analysen

Mit dem Nano-U-Boot gezielt gegen Kopfschmerzen und Tumore

19.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics