Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Rothirsch im Februar: Ein König ohne Krone

25.01.2010
Die Vereinten Nationen haben 2010 zum Internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt erklärt. Die Deutsche Wildtier Stiftung nimmt das UN-Jahr zum Anlass, auf die Situation heimischer Wildtiere vor unserer Haustür aufmerksam zu machen. Denn Feldlerche und Feldhase, Luchs und Laubfrosch, Reh und Rothirsch sind ebenso faszinierend wie exotische Tierarten.

Begleiten Sie mit der Deutschen Wildtier Stiftung einen unbekannten König der Wildtiere - den Rothirsch - 2010 Monat für Monat durchs Jahr. Im Februar wirft der Hirsch sein Geweih ab.

Ohne Geweih auf dem Kopf lässt es sich im Reich der Rothirsche schlecht imponieren. Doch ab Februar ist auch der stolzeste aller Platzhirsche nur noch ein König ohne Krone. Denn mit dem Tiefstand des Sexualhormons Testosteron, das durch den Hell-Dunkel-Wechsel im Frühjahr mit beeinflusst wird, werfen alle Rothirsche - zunächst die Älteren, dann die Jüngeren - ihr Geweih ab.

Abgeworfene Geweihstangen sind durch ihren hohen Kalk- und Phosphorgehalt bei zahlreichen Nagetieren wie Mäusen sehr beliebt. Sollten Waldbesucher Abwurfstangen finden, dürfen sie sie jedoch nicht mitnehmen. "Unbefugtes Sammeln von Abwurfstangen führt nicht nur zu unnötigen Störungen der Wildtiere im Winter, es ist Wilderei. Denn rechtlich gehören sie demjenigen, der in einem Revier das Jagdrecht ausübt", erläutert der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung, Hilmar Freiherr von Münchhausen.

Das Geweih besteht nicht aus Horn, sondern aus Knochensubstanz. Den Abwurf des Geweihes verursachen knochenfressende Zellen, sogenannte Osteoklasten. Sie zerstören eine dünne Schicht Knochensubstanz zwischen dem Geweih und den knöchernen Stirnzapfen, den Rosenstöcken. Dadurch löst sich die Geweihstange.

Unmittelbar nach dem Abwurf können Rothirsche unter leichten Gleichgewichtsstörungen leiden, da beide Stangen nicht gleichzeitig abfallen und eine einzelne Stange ein Gewicht bis zu sieben Kilogramm haben kann. Doch schon bald nach dem Abwurf beginnt die ganze Pracht erneut zu wachsen.

Innerhalb von nur 140 Tagen trägt der Hirsch dann wieder ein Geweih auf dem Kopf, das mit zunehmendem Alter größer, schwerer und verzweigter wird. Für den Körper ist das ein enormer Kraftakt, denn der Rothirsch muss bis zu 14 Kilogramm Knochenmasse neu bilden.

Jäger, die ihr Rotwild sehr gut kennen, können abgeworfene Stangen Hirschen zuordnen und über Jahre eine ganze Reihe von Abwurfstangen eines Hirsches zusammen stellen. Dies zeigt sehr eindrucksvoll, wie sich das Geweih eines Rothirsches im Laufe seines Alters verändert.

Der Prozess der Geweihbildung stößt auch in der Medizin auf immer mehr Interesse und dient Wissenschaftlern als Modell für den menschlichen Knochenaufbau mit wich-tigen Anwendungsmöglichkeiten in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Erkennt-nisse aus dem Reich der Rothirsche können Patienten helfen, die durch Tumore und Unfälle unter dem Verlust von Knochen leiden.

Weitere Informationen:
Eva Goris, Pressesprecherin, Billbrookdeich 216, 22113 Hamburg, Telefon 040 73339-1874, Fax 040 7330278, E.Goris@DeutscheWildtierStiftung.de

Eva Goris | idw
Weitere Informationen:
http://www.DeutscheWildtierStiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Umweltressourcen nachhaltig nutzen
17.07.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Mikroplastik – überall und in großen Mengen
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics