Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ökologischer Hochwasserschutz und Auenschutz: Von guten Beispielen lernen

21.04.2010
Vorbildliche Projekte zum ökologischen Hochwasserschutz und zur Erhaltung naturnaher Flussauen stehen im Mittelpunkt der heutigen Fachtagung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Anhand von Beispielen aus Frankreich und Deutschland wird, stellvertretend für viele bedeutende Vorhaben in Europa diskutiert, wie man deren Erfahrungen nutzen kann.

"Die hier vorgestellten Beispiele machen sehr anschaulich, dass zwischen Hochwasserschutz und Auenschutz vielfältige Synergien bestehen. Sie sollen Impulse für neue Projekte geben, die gezielt solche Win-Win-Situationen herbeiführen und nutzen und damit für die Gesellschaft einen doppelten Gewinn abwerfen", sagte die BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.

In keinem anderen Ökosystem Mitteleuropas findet sich eine so eindrucksvolle Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten wie in naturnahen Flüsse und Flussauen - sie sind unsere "Hotspots" der Artenvielfalt. Über 12.000 Arten kommen hier vor, darunter viele ausgesprochene Seltenheiten wie Biber, Pirol oder der Schwarzstorch. Doch heute gibt es in Deutschland nur noch ein Drittel der natürlichen Überflutungsflächen. 90 Prozent der verbliebenen Auen sind unterschiedlich stark beeinträchtigt. Gleichzeitig zwingen immer häufiger auftretende "Jahrhunderthochwässer" zum Handeln. Die Bundesregierung hat dies erkannt und im Koalitionsvertrag 2009 festgelegt: "Für den Natur- und Hochwasserschutz sollen natürliche Auen reaktiviert und Flusstäler, wo immer möglich, renaturiert werden."

Hier setzt auch das vom BfN geförderte Forschungs- und Entwicklungsvorhaben an. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. sowie die Bereiche "WWF-Auen-Institut" und "Wasserwirtschaft und Kulturtechnik" des Instituts für Wasser und Gewässerentwicklung des Karlsruher Instituts für Technologie haben darin gemeinsam mit weiteren Partnern in Deutschland und seinen Nachbarländern erfolgreiche Vorhaben analysiert und die Hintergrundinformationen verständlich aufbereitet.

So konnte man in Marburg die Sanierungsbedürftigkeit des Deichs dafür nutzen, dem Fluss durch einen Deichneubau mehr Platz zu geben und dies mit der Umsetzung von Naturschutzaktivitäten zu verbinden. An der Lippe machte der Flächenerwerb durch die öffentliche Hand (Stadt Hamm) mittels Landnutzungsänderungen und Initialmaßnahmen als sanfte Starthilfe für die Natur eine Strukturverbesserung des Flusses und der Auen möglich.

Das Naturschutzgroßprojekt "Mittlere Elbe", das unter anderem ebenfalls die großflächige Rückverlegung eines Deichs beinhaltet, verfolgt einen besonders umfassenden Ansatz und sticht schon durch seinen großen Gewinn an Auenfläche heraus. Aber auch der Blick ins Ausland lohnt: Das Konzept "Espace de Liberté" unserer französischen Nachbarn verfolgt mit staatlicher Unterstützung und hervorragender Öffentlichkeitsarbeit den Ansatz, das in West- und Mitteleuropa einzigartig unverbaute Flusssystem der Loire zu sichern.

Die Dokumentation der gesammelten guten Beispiele und die Analyse ihrer Erfolgsfaktoren wird im Herbst in der BfN-Schriftenreihe "Naturschutz und Biologische Vielfalt" veröffentlicht werden.

Hinweis:
Die UNO hat 2010 zum Internationalen Jahr der Biodiversität erklärt. Damit bietet sich allen Akteuren in Bund, Ländern, Gemeinden, Wirtschaft sowie NGOs, Wissenschaft und weiteren Interessierten die Gelegenheit, während einer Phase erhöhter Aufmerksamkeit, miteinander in einen Dialog über Biodiversität zu treten.

Das Bundesumweltministerium (BMU) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) rufen zu einem Wandertag am Tag der biologischen Vielfalt (Pfingstsamstag, den 22.5.2010) auf. Motto: Gemeinsam wandern - Deutschlands Vielfalt erleben!

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.wandertag.biologischevielfalt.de
http://www.bfn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Kohlenstoffbilanz im tropischen Regenwald des Amazonas
11.11.2019 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

nachricht Absinkende Luftpakete mitverantwortlich für Hitzewellen
08.11.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Fernsteuerung für alles Kleine

Atome, Moleküle oder sogar lebende Zellen lassen sich mit Lichtstrahlen manipulieren. An der TU Wien entwickelte man eine Methode, die solche „optischen Pinzetten“ revolutionieren soll.

Sie erinnern ein bisschen an den „Traktorstrahl“ aus Star Trek: Spezielle Lichtstrahlen werden heute dafür verwendet, Moleküle oder kleine biologische Partikel...

Im Focus: Atome hüpfen nicht gerne Seil

Nanooptische Fallen sind ein vielversprechender Baustein für Quantentechnologien. Forscher aus Österreich und Deutschland haben nun ein wichtiges Hindernis für deren praktischen Einsatz aus dem Weg geräumt. Sie konnten zeigen, dass eine besondere Form von mechanischen Vibrationen gefangene Teilchen in kürzester Zeit aufheizt und aus der Falle stößt.

Mit der Kontrolle einzelner Atome können Quanteneigenschaften erforscht und für technologische Anwendungen nutzbar gemacht werden. Seit rund zehn Jahren...

Im Focus: Der direkte Weg zur Phosphorverbindung: Regensburger Chemiker entwickeln Katalysemethode

Wissenschaftler finden effizientere und umweltfreundlichere Methode, um Produkte ohne Zwischenstufen aus weißem Phosphor herzustellen.

Pflanzenschutzmittel, Dünger, Extraktions- oder Schmiermittel – Phosphorverbindungen sind aus vielen Mitteln für den Alltag und die Industrie nicht...

Im Focus: Atoms don't like jumping rope

Nanooptical traps are a promising building block for quantum technologies. Austrian and German scientists have now removed an important obstacle to their practical use. They were able to show that a special form of mechanical vibration heats trapped particles in a very short time and knocks them out of the trap.

By controlling individual atoms, quantum properties can be investigated and made usable for technological applications. For about ten years, physicists have...

Im Focus: Neu entwickeltes Glas ist biegsam

Eine internationale Forschungsgruppe mit Beteiligung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat ein Glasmaterial entwickelt, das sich bei Raumtemperatur bruchfrei verformen lässt. Das berichtet das Team aktuell in "Science". Das extrem harte und zugleich leichte Material verspricht ein großes Anwendungspotential – von Smartphone-Displays bis hin zum Maschinenbau.

Gläser sind ein wesentlicher Bestandteil der modernen Welt. Dabei handelt es sich im Alltag meist um sauerstoffhaltige Gläser, wie sie etwa für Fenster und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage 2020: „Mach es einfach!“

18.11.2019 | Veranstaltungen

Humanoide Roboter in Aktion erleben

18.11.2019 | Veranstaltungen

1. Internationale Konferenz zu Agrophotovoltaik im August 2020

15.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Weg entdeckt, um Killerzellen «umzuprogrammieren»

19.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Supereffiziente Flügel heben ab

19.11.2019 | Materialwissenschaften

Energiesysteme neu denken - Lastmanagement mit Blockheizkraftwerk

19.11.2019 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics