Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nachwuchssorgen beim Rotmilan: Küken bleiben hungrig im Nest

26.05.2014

Die ersten Küken des Rotmilans sind bereits geschlüpft.

Kaum aus dem gesprenkelten Ei geschlüpft, haben die Jungvögel reichlich Appetit. Sie benötigen viel Nahrung, um schnell zu wachsen - bereits Mitte Juli sind sie selbstständig und verlassen das Nest. Doch die Rotmilane haben aktuell große Sorgen, denn sie finden nicht ausreichend Nahrung für ihren Nachwuchs. Immer seltener gelingt es den Elterntieren, ihre Jungen erfolgreich großzuziehen:


Der Rotmilan ist einer unserer schönsten Greifvögel und

wegen seines rostroten Gefieders und seines gegabelten

Schwanzes unverwechselbar. © Christoph Jansch

http://rotmilan.org

Viele verhungern im Nest oder sind zu geschwächt, um zu überleben.

Der Rotmilan ist ein ganz besonderer Vogel: Für unseren schönsten Greifvogel hat Deutschland große Verantwortung, denn mehr als die Hälfte aller Rotmilane weltweit brüten hier. "Um den Bestand der Art zu erhalten, sind zwei Jungvögel pro Jahr und Brutpaar notwendig.

Doch diese Anzahl wird oft nicht erreicht", so Christoph Grüneberg, Rotmilan-Experte des Dachverbands Deutscher Avifaunisten. Der Grund für diese Entwicklung liegt vor allem in der Intensivierung der Landwirtschaft. Großflächige Felder aus Raps und Wintergetreide wirken aus der Vogelperspektive im späten Frühjahr wie ein dichter Teppich, der den Blick auf die Beutetiere des Rotmilans versperrt.

Lückige Brachen und artenreiches Grünland, auf dem die Greifvögel genügend Kleinsäuger erbeuten können, wurden in den letzten Jahren immer seltener. Die Folge: Rotmilan-Eltern kehren immer häufiger ohne ausreichend Futter zum Nest zurück.

Mehr Nahrung für den eleganten Greifvogel will nun ein neues Projekt schaffen: der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL), der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) und die Deutsche Wildtier Stiftung bilden zusammen mit Praxispartnern das nationale Projekt "Land zum Leben".

Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. In diesem Vorhaben werden land- und forstwirtschaftliche Betrieb in elf Modellregionen über die Möglichkeiten rotmilangerechter Landbewirtschaftung beraten und informiert.

Mehrjährige Kulturen wie Luzerne, extensive Ackerbewirtschaftung, die Anlage von Grünland und Brachen können die Nahrungssituation für den Rotmilan entscheidend verbessern. "Die Bundesländer können mit Agrarumweltprogrammen für Landwirte viel Gutes tun.

Sie müssen ihre gemachten Zusagen zum Rotmilanschutz nun auch einhalten", so Uwe Lerch vom Deutschen Verband für Landschaftspflege. Von rotmilanfreundlicher Landwirtschaft profitieren auch viele weitere bedrohte Arten der Feldflur, wie Feldhamster, Rebhuhn und Feldhase.

Die Umsetzung der Maßnahmen des Projektes dient daher auch dazu die Ziele der nationalen Strategie zum Erhalt der Biodiversität zu erreichen.

Pressekontakt:

Peer Cyriacks, Deutsche Wildtier Stiftung, Telefon 040/ 733 39 1885, P.Cyriacks@DeWiSt.de 

Infos unter: www.rotmilan.org und auf der Homepage des Bundesprogramms Biologische Vielfalt unter http://www.biologischevielfalt.de/bp_pj_rotmilan.html

Peer Cyriacks | Deutsche Wildtier Stiftung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wo bleibt das Plastik im Ozean?
30.03.2020 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Tiefsee der Framstaße ist Endlager für Mikroplastik aus der Arktis und dem Nordatlantik
26.03.2020 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Den Regen für Hydrovoltaik nutzen

Wassertropfen, die auf Oberflächen fallen oder über sie gleiten, können Spuren elektrischer Ladung hinterlassen, so dass sich die Tropfen selbst aufladen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben dieses Phänomen, das uns auch in unserem Alltag begleitet, nun detailliert untersucht. Sie entwickelten eine Methode zur Quantifizierung der Ladungserzeugung und entwickelten zusätzlich ein theoretisches Modell zum besseren Verständnis. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte der beobachtete Effekt eine Möglichkeit zur Energieerzeugung und ein wichtiger Baustein zum Verständnis der Reibungselektrizität sein.

Wassertropfen, die über nicht leitende Oberflächen gleiten, sind überall in unserem Leben zu finden: Vom Tropfen einer Kaffeemaschine über eine Dusche bis hin...

Im Focus: Harnessing the rain for hydrovoltaics

Drops of water falling on or sliding over surfaces may leave behind traces of electrical charge, causing the drops to charge themselves. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz have now begun a detailed investigation into this phenomenon that accompanies us in every-day life. They developed a method to quantify the charge generation and additionally created a theoretical model to aid understanding. According to the scientists, the observed effect could be a source of generated power and an important building block for understanding frictional electricity.

Water drops sliding over non-conducting surfaces can be found everywhere in our lives: From the dripping of a coffee machine, to a rinse in the shower, to an...

Im Focus: Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

Verschränkte Lichtteilchen lassen sich nutzen, um Bildgebungs- und Messverfahren zu verbessern. Ein Forscherteam am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena hat eine Quantenimaging-Lösung entwickelt, die in extremen Spektralbereichen und mit weniger Licht genaueste Einblicke in Gewebeproben ermöglichen kann.

Optische Analyseverfahren wie Mikroskopie und Spektroskopie sind in sichtbaren Wellenlängenbereichen schon äußerst effizient. Doch im Infrarot- oder...

Im Focus: Sensationsfund: Spuren eines Regenwaldes in der Westantarktis

90 Millionen Jahre alter Waldboden belegt unerwartet warmes Südpol-Klima in der Kreidezeit

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Geowissenschaftlern des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)...

Im Focus: A sensational discovery: Traces of rainforests in West Antarctica

90 million-year-old forest soil provides unexpected evidence for exceptionally warm climate near the South Pole in the Cretaceous

An international team of researchers led by geoscientists from the Alfred Wegener Institute, Helmholtz Centre for Polar and Marine Research (AWI) have now...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

Europäischer Rheumatologenkongress EULAR 2020 wird zum Online-Kongress

30.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste SARS-CoV-2-Genome aus Österreich veröffentlicht

03.04.2020 | Biowissenschaften Chemie

Projekt »Lade-PV« gestartet: Fahrzeugintegrierte PV für Elektro-Nutzfahrzeuge

03.04.2020 | Energie und Elektrotechnik

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics