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Nachhaltige Wasseraufbereitung löst Algenprobleme

26.10.2017

Im Mittelpunkt des diesjährigen Algae Biomass Summit in Salt Lake City, Utah, USA, steht ein Projekt zur Abwasseraufbereitung von CLEARAS Water Recovery. Mithilfe von Photobioreaktoren aus DURAN® Glasröhren von SCHOTT entwickelte das US-amerikanische Unternehmen ein Verfahren zur Nährstoffrückgewinnung aus Abwasser – und das erstmals in großem Umfang. 15 Millionen Liter Abwasser können täglich mithilfe der sogenannten ABNR™-Technologie gereinigt werden. Die Stadt South Davis in Utah setzt sie nun ein, um der Algenblüte in der städtischen Kanalisation entgegenzuwirken.

Auf dem Algae Biomass Summit 2017 stellt der internationale Technologiekonzern SCHOTT die Vorteile des Einsatzes von Glasröhren in Photobioreaktoren vor. Ein damit ausgestattetes Modell von CLEARAS Water Recovery ist nahe der Konferenzlokation in Salt Lake City live für interessierte Besucher zu sehen.


Zur ökologischen Reinigung pumpen Photobioreaktoren Abwasser durch Glasröhren von SCHOTT. Foto: CLEARAS

“In Pilot-Anlagen wurde das ABNR-Verfahren (Advanced Biological Nutrient Recovery) bereits mehrfach erfolgreich getestet. South Davis setzt die Technologie nun erstmalig in großem Stil ein. Sie ist ein wichtiger Meilenstein für die Algen- und Abwasserindustrie,” betont Fritz Wintersteller, Director of Global Business Development for Technical Tubing bei SCHOTT.

“Aufgrund strenger werdender Regularien und Standards bei der Wasserqualität gewinnen solche Projekte künftig zunehmend an Bedeutung.  So sind beispielsweise in den USA aufgrund der aktuellen Anforderungen des Clean Water Acts viele Kläranlagen dazu angehalten, ihre Infrastruktur auszubauen und Verfahren zu optimieren. Die ABNR-Technologie von CLEARAS Water Recovery legt hierfür den Grundstein und trägt mit Photobioreaktoren aus hochwertigen SCHOTT Glasröhren zur Lösung der wirtschaftlichen und umwelttechnischen Herausforderungen bei der Wasseraufbereitung bei.”

Überschüssige Phosphate und Stickstoffe begünstigen das Wachstum von Algen in Teichen oder Seen und verursachen auf diese Weise schädliche Algenblüten. Nach einem Ausbruch im Lake Utah 2016 setzten sich die US-Umweltschutzbehörde sowie die Utah Division of Water Quality für die Reduzierung von Schadstoffen aus Abwasser ein, um eine übermäßige Algenblüte im Bundesstaat sowie anderen Teilen der USA zu verhindern.

Herkömmliche Wasseraufbereitungsanlagen setzen für die Filterung von Stickstoff und Phosphat aus Abwasser auf chemische Flockung oder Sedimentierung. In vielen Fällen hinterlassen diese Methoden jedoch Rückstände im Wasser. Beim Verfahren von CLEARAS Water Recovery wird das Abwasser hingegen einer ökologischen Reinigung unterzogen. Die hierzu kontrolliert eingesetzten Algen nehmen alle überschüssigen Mengen an Stickstoffen und Phosphat aus dem Abwasser auf, bevor dies wieder in öffentliche Gewässer geleitet wird.

Nach der Reinigung durch den ABNR-Prozess sind Phosphate in der Regel nicht mehr nachweisbar, und auch die Stickstoffwerte fallen unter den vom Clean Water Act gesetzten Höchstwert von einem Milligramm pro Liter. Neben sauberem Wasser entsteht aus diesem Verfahren zudem wiederverwendbare Algenbiomasse, die beispielsweise für die Produktion von Bioplastik verwendet werden kann. Abfallprodukte aus chemischen Reinigungsprozessen müssen hingegen kostenpflichtig entsorgt werden.

“Das Projekt zeigt das wahre Potenzial von Nährstoffrückgewinnungstechnologien. Es dient der Stadt South Davis nicht nur als Einnahmequelle, sondern löst gleichzeitig das landesweite Problem nachhaltiger Wasseraufbereitung“, so Jordan Lind, CEO CLEARAS Water Recovery.

Grundsätzlich können geschlossene Photobioreaktoren wie die von CLEARAS Water Recovery aus Glas- oder aus Kunststoffröhren hergestellt werden. Kunststoffsysteme haben jedoch den Nachteil, dass sie beim Reinigungsprozess schnell verkratzen. In den Kratzern setzen sich wiederum Bakterien fest, die das Algenwachstum verlangsamen. Außerdem wird Kunststoff mit der Zeit trüb und mindert so die Effektivität der Photosynthese. Glas hingegen ist kratzresistent, beständig gegenüber Verfärbungen und hat eine weit höhere Lebensdauer als Kunststoff.

Der Algae Biomass Summit 2017 findet vom 29. Oktober bis zum 01. November im Grand America Hotel in Salt Lake City, Utah, statt.  Fritz Wintersteller, Director of Global Business Development for Technical Tubing bei SCHOTT, nimmt am 31. Oktober als Experte an der Panel-Diskussion “Thinking Outside the Pond: Advancements in Photobioreactors” von 13:30 bis 15:00 Uhr teil.

DURAN® ist eine eingetragene Marke der DWK Life Sciences GmbH.

Über SCHOTT
SCHOTT ist ein international führender Technologiekonzern auf den Gebieten Spezialglas und Glaskeramik. Mit der Erfahrung von über 130 Jahren herausragender Entwicklungs-, Material- und Technologiekompetenz bietet das Unternehmen ein breites Portfolio hochwertiger Produkte und intelligenter Lösungen an. Damit ist SCHOTT ein innovativer Partner für viele Branchen, zum Beispiel Hausgeräteindustrie, Pharma, Elektronik, Optik, Life Sciences, Automobil- und Luftfahrtindustrie. SCHOTT hat das Ziel, mit seinen Produkten zu einem wichtigen Bestandteil im Leben jedes Menschen zu werden. Das Unternehmen setzt auf Innovationen und nachhaltigen Erfolg. Mit Produktions- und Vertriebsstandorten in 34 Ländern ist der Konzern weltweit präsent. Rund 15.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2015/2016 einen Umsatz von 1,99 Milliarden Euro. Die Muttergesellschaft SCHOTT AG hat ihren Hauptsitz in Mainz und ist zu 100 Prozent im Besitz der Carl-Zeiss-Stiftung. Als Stiftungsunternehmen nimmt SCHOTT eine besondere Verantwortung für Mitarbeiter, Gesellschaft und Umwelt wahr.

Über CLEARAS Water Recovery
CLEARAS Water Recovery was founded in 2008 to advance the concept of waste recovery to value. Our patented ABNR wastewater solution is an advanced, non-chemical treatment that recovers phosphorus and nitrogen while reducing other harmful contaminants.
As a modular and bolt-on system, this technology scales to any available footprint and integrates seamlessly into existing wastewater treatment infrastructure to prevent system downtime and flow disruption, while maintaining the flexibility to meet a variety of effluent discharge requirements. The ABNR system achieves best in class tertiary water quality, recovering both phosphorus and nitrogen to near non-detect levels.

Presse- und Medienkontakt
SCHOTT AG
Christine Fuhr
Public Relations Manager
Hattenbergstraße 10
55122 Mainz
Deutschland
Tel.: +49 6131/66-4550

Christine Fuhr | SCHOTT AG

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