Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Sonnenlicht zu wertvollen Chemikalien aus CO2

10.05.2017

Jennifer Strunk hat ein großes Ziel. Die junge Professorin will mit ihren Teams schaffen, woran seit 40 Jahren geforscht wird: Kohlendioxid durch Sonnenlicht in Wertstoffe zu verwandeln – ökologisch und wirtschaftlich zugleich. Ihre Photokatalyse dient einer Industrie, die vom fossilen Erdöl auf nachhaltigen Kohlenstoff aus CO2 umsteigt.

Sonnenlicht plus Treibhausgas ergibt eine grüne Ressource. An dieser vermeintlich simplen, doch revolutionären Formel forscht Jennifer Strunk, Professorin am Leibniz-Institut für Katalyse, seit Beginn ihrer eigenständigen wissenschaftlichen Laufbahn.


Jennifer Strunk betritt Neuland in der CO2-Forschung.

Foto: Thomas Lange, MPI CEC

Schon als Nachwuchsforscherin entwickelte die Chemikerin einen weltweit einzigartigen Reaktor für Photokatalysatoren. Mit Sonnenlicht kann so aus CO2 Methan oder auch Methanol hergestellt werden – Basis-Chemikalien für zahlreiche Produkte wie Kunststoffe, Medikamente oder Kraftstoffe.

Diese Innovation, die die erneuerbare Energie Sonnenlicht als Quelle der CO2-Umwandlung nutzt, ist seitdem ein wesentlicher Bestandteil der Forschungen. Es ist einer, der Zukunft verspricht, denn sowohl Sonne als auch CO2 sind schier unerschöpflich.

Mit den Worten von Jennifer Strunk: „Wenn CO2 wieder zu nutzbaren Rohstoffen oder Brennstoffen recycelt werden kann, sind wir einerseits unseren Emissions- und Klimaschutzzielen näher und gleichzeitig könnten wir auch die Industrie mit Ausgangsstoffen versorgen, die von fossilen Rohstoffquellen unabhängig sind“.

In ihrem neuen Forschungsprojekt „PROPHECY“ sucht Jennifer Strunk mit ihren Forschungspartnern nun nach Materialien und Prozessen, mit denen ihre Photokatalyse wirtschaftlich werden kann. Welche Mengen an Basischemikalien müssen dafür erzielt werden? Welche Material- und Prozesskonzepte sind dafür erforderlich?

Gemeinsam mit Experten der Universität Oldenburg, der Technischen Universität Berlin und des Karlsruher Instituts für Technologie beschreitet Strunk in zweifacher Hinsicht Neuland. Mittels neuer Synthesewege zu bekannten Katalysatoren wie Zinkoxid wollen die Forscher höhere Produktausbeuten aus dem Kohlendioxid erzielen. Gleichzeitig werden völlig neue Materialien getestet, auch mit dem Ziel, mehr Sonnenlicht nutzbar zu machen.

In neuen Prozessen wird dafür auch der Einfluss zusätzlicher Bausteine getestet, damit CO2 und Wasser effizienter reagieren. Das sind z. B. Methan oder Elektrolyse-Wasserstoff aus Windkraft. Schließlich wollen die Forscher auch die Ökobilanz des neuen Prozesses genau unter die Lupe nehmen. Von Beginn an haben die „PROPHECY“-Partner die industrielle Machbarkeit im Blick. Dafür ist auch erstmalig die Demonstration im größeren Maßstab geplant. Bis zum Jahr 2020 wollen sie so belastbare Ergebnisse ihrer neuen Photokatalyse erreichen.

Das Forschungsprojekt Jennifer Strunks ist eines von unterschiedlichen Vorhaben, die an der industriellen Nutzung von Kohlendioxid als Rohstoff arbeiten. Auch das Gewinnen von CO2 aus Abgasen und neue CO2-Produkte erforschen deutsche Wissenschaftler.

Sie werden vom Bundesforschungsministerium mit der Maßnahme „CO2Plus – Stoffliche Nutzung zur Verbreiterung der Rohstoffbasis“ gefördert. Der Projektträger Jülich setzt die Fördermaßnahme im Auftrag des Ministeriums um. Welchen Beitrag diese CO2-Forschungen zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen leisten können, ist ein Thema des 13. Forums für Nachhaltigkeit des Ministeriums am 9. und 10. Mai 2017 in Berlin.

Weitere Informationen:

https://www.ptj.de/co2plus
http://www.fona.de/de/was-tun-mit-der-agenda-2030%21-13-bmbf-forum-fuer-nachhalt...

Anne Nikodemus | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Bausteine CO2 Kohlendioxid Kunststoffe Laufbahn Methan Sonnenlicht erneuerbare Energie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik im Fisch
07.11.2018 | Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

nachricht Ohne Kunststoff zur Mikroplastik-Jagd: „Rocket“ verbessert Erfassung besonders kleiner Partikel
22.10.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Im Focus: UNH scientists help provide first-ever views of elusive energy explosion

Researchers at the University of New Hampshire have captured a difficult-to-view singular event involving "magnetic reconnection"--the process by which sparse particles and energy around Earth collide producing a quick but mighty explosion--in the Earth's magnetotail, the magnetic environment that trails behind the planet.

Magnetic reconnection has remained a bit of a mystery to scientists. They know it exists and have documented the effects that the energy explosions can...

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Erste Fachtagung zu hochinvasiver Tierart

16.11.2018 | Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mikroplastik in Kosmetik

16.11.2018 | Studien Analysen

Neue Materialien – Wie Polymerpelze selbstorganisiert wachsen

16.11.2018 | Materialwissenschaften

Anomale Kristalle: ein Schlüssel zu atomaren Strukturen von Schmelzen im Erdinneren

16.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics