Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikroben fressen Plastikdreck im Meer

01.04.2010
Forscher finden Hinweise auf Abbau durch Kleinstlebewesen

Plastikabfälle in den Meeren sind eine Bedrohung für die Umwelt. Forscher der University of Sheffield und vom Centre for Environment, Fisheries and Aquaculture Science haben entdeckt, dass eine Kombination verschiedener Mikroben, die auf Plastikabfällen gedeiht, sich von anderen freilebenden Mikroben deutlich unterscheiden. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass diese Mikroben die Plastikteilchen mit ihren giftigen Inhalten aufspalten.

Plastikabfälle im Meer sind ein nahezu unendliches Problem, denn es dauert tausende Jahre bis die Kunststoffe komplett abgebaut werden. "Plastik gehört zum täglichen Leben und wird von den Konsumenten als wegwerfbares Gut behandelt", so Jesse Harrison von der University of Sheffield. "Kunststoffe sind heute die am häufigsten und am schnellsten wachsenden Abfallkomponenten der Meere."

Nur bestimmte Mikroben besiedeln Plastik

Obwohl Mikroben in den Ozeanen die zahlenmäßig häufigsten Lebewesen sind, handelt es sich um die erste DNA-basierte Studie, die sich damit beschäftigt, wie die Kleinstlebewesen mit den Plastikteilen interagieren. Untersucht hat das Forscherteam unter der Leitung von Mark Osborn etwa, wie sich solche Mikroben an Fragmenten aus Polyethylen - einer Substanz aus der Plastiktüten gefertigt werden - haften. Die Forscher entdeckten, dass das Plastik sehr rasch von verschiedenen Bakterienspezies besiedelt wurde, die eine Art Biofilm darauf bildeten. Der Biofilm wurde aber nur von bestimmten Arten mariner Bakterien gebildet.

Osborn will mit seiner Forschergruppe nun untersuchen, wie die mikrobielle Interaktion mit Mikroplastik in den verschiedenen Habitaten der Küstenbereiche variiert. Dann könnte man sagen, welche Organismen große Umweltvorteile haben und welche nicht. "Mikroben spielen eine Schlüsselrolle im Erhalt des gesamten Lebens im Meer. Sie sind jene, die noch am ehesten im Stande wären, giftige Substanzen oder vielleicht sogar das Plastik selbst aufzuspalten und zu neutralisieren", meint Harrison.

Massiver Anstieg von Plastikmüll im Meer

Im Vorjahr hat eine Studie der Nihon University in Chiba gezeigt, dass Plastikabfälle in den Ozeanen aufgrund der Umwelteinflüsse wie etwa Sonne und Regen sehr schnell zu kleinen Teilchen zerfallen, obwohl sie sehr stabil wirken. Aber gerade der Zerfall in kleine Fragmente, die weniger als fünf Millimeter messen, ist besonders gefährlich, weil dabei toxische Substanzen frei werden (pressetext berichtete http://www.pressetext.com/news/090820026/ ).

Über den Anstieg von Plastikmüll im Ozean, berichtet auch der Dokumentar-Kinofilm "Plastic Planet" http://www.plastic-planet.de von Werner Boote. "80 Prozent des Kunststoffmülls - die UNO spricht von insgesamt weltweit jährlich rund sechs Mrd. Tonnen - gelangen über Flüsse in die Ozeane", zitiert Boote gegenüber pressetext die Fakten. Die Meeresschutzorganisation Oceana schätzt, dass weltweit jede Stunde rund 675 Tonnen Müll direkt ins Meer geworfen werden, die Hälfte davon ist aus Plastik.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.sheffield.ac.uk
http://www.cefas.co.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Studie zum Klimaschutz: Mehr Wald – weniger Fleisch
15.10.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Neuartiges Verfahren für das Kunststoffrecycling präsentiert: Großes Industrie-Interesse an Forschungsprojekt „MaReK"
09.10.2019 | Hochschule Pforzheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Im Focus: Wie sich Reibung bei topologischen Isolatoren kontrollieren lässt

Topologische Isolatoren sind neuartige Materialien, die elektrischen Strom an der Oberfläche leiten, sich im Innern aber wie Isolatoren verhalten. Wie sie auf Reibung reagieren, haben Physiker der Universität Basel und der Technischen Universität Istanbul nun erstmals untersucht. Ihr Experiment zeigt, dass die durch Reibung erzeugt Wärme deutlich geringer ausfällt als in herkömmlichen Materialien. Dafür verantwortlich ist ein neuartiger Quantenmechanismus, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Materials».

Dank ihren einzigartigen elektrischen Eigenschaften versprechen topologische Isolatoren zahlreiche Neuerungen in der Elektronik- und Computerindustrie, aber...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

Wenn der Mensch auf Künstliche Intelligenz trifft

17.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Insekten teilen den gleichen Signalweg zur dreidimensionalen Entwicklung ihres Körpers

18.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Volle Wertschöpfungskette in der Mikrosystemtechnik – vom Chip bis zum Prototyp

18.10.2019 | Physik Astronomie

Innovative Datenanalyse von Fraunhofer Austria

18.10.2019 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics