Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Aufnahme der Nutzfischbestände in der Nordsee

17.01.2011
Auf der Jagd nach großen und kleinen Fischen

Am 20. Januar 2011 verlässt das Fischereiforschungsschiff WALTHER HERWIG III seinen Liegeplatz in Bremerhaven, um für vier Wochen in der zentralen und nördlichen Nordsee die Bestandsentwicklung verschiedener Nutzfischarten zu untersuchen. Sechs weitere Forschungsschiffe aus Dänemark, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Schottland und Schweden beteiligen sich ebenfalls an dem so genannten „International Bottom Trawl Survey“.

Koordiniert über den Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) in Kopenhagen ergänzen sich ihre Arbeitsgebiete. Mit standardisierten Forschungsfängen wird die gesamte Nordsee in vergleichsweise kurzer Zeit erfasst. Die Untersuchung wird insbesondere Aufschluss geben über die derzeit in der Nordsee vorhandenen Mengen von Hering, Kabeljau, Makrele, Schellfisch, Seelachs, Sprotte, Stintdorsch und Wittling und deren Nachwuchsproduktion.

Aber warum fahren die Schiffe ausgerechnet zu dieser ungemütlichen, stürmischen Jahreszeit in die Nordsee? „Wir sind keinesfalls süchtig nach der Schaukelei“, sagt Fahrtleiter Dr. Gerd Wegner vom Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) in Hamburg. „Aber wir müssen zu dieser Zeit hinaus, denn nur während dieser Jahreszeit sind die jüngsten Jahrgänge des Fischnachwuchses vergleichsweise einfach von den älteren Jahrgängen zu unterscheiden.“ Die standardisierten Untersuchungsmethoden mit exakt halbstündigen Schleppzeiten mit einem durch Sonden kontrollierten Forschungsnetz schließen große Fangmengen aus. Denn es geht nicht darum, Fischfang in kommerziellem Stil zu betreiben, lediglich darum, repräsentative Stichproben der genannten Fischarten zu untersuchen. Dabei werden von jedem einzelnen Fisch Länge, Gewicht, Geschlecht, Reife, genereller Gesundheitszustand und – für dir Altersbestimmung unerlässlich – die Otolithen (Gehörsteine) genommen.

Tagsüber führen die sieben Schiffe insgesamt 320 Fischzüge aus, aufgeteilt nach 30 x 30 Seemeilen großen Planquadraten. Nachts stehen dann insgesamt 640 Plankton- und Fischenlarvenfänge auf dem Programm, die insbesondere einen ersten Eindruck des im Spätherbst geschlüpften Heringsnachwuchses liefern. Auf jeder Fischereistation werden als primäre Umweltdaten die Temperaturen und die Salz- und Sauerstoffgehalte in verschiedenen Tiefen bestimmt sowie Nährstoffproben mit einem Sondensystem entnommen. Vom Wetter wird es abhängen, ob alle geplanten Stationen bearbeitet werden können. Bei zu starkem Sturm kann nur abgewettert werden.

Aus den Tausenden von Steckbriefen der Einzelfische, den Verteilungen der Heringslarven und den Umweltdaten der sieben Schiffe wird die entsprechende Arbeitsgruppe des ICES in den Wochen nach den Reisen die Kenndaten der einzelnen Nutzfischbestände berechnen. Zusammen mit weiteren Daten von Forschungsschiffen und den Anlandemeldungen aus der kommerziellen Fischerei wird daraus die wissenschaftliche Empfehlung des ICES an die EU-Kommission über die zukünftigen Fangquoten in der Nordsee abgeleitet.

Ansprechpartner:
Dr. Gerd Wegner
Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI)
Institut für Seefischerei, Hamburg
E-mail: gerd.wegner@vti.bund.de

Dr. Michael Welling | idw
Weitere Informationen:
http://www.vti.bund.de
http://www.vti.bund.de/de/startseite/ueber-das-vti/forschungsschiffe.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Umweltressourcen nachhaltig nutzen
17.07.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Mikroplastik – überall und in großen Mengen
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics