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Gülle nachhaltig nutzen

02.12.2013
Jährlich fallen in Europa 1,27 Milliarden Tonnen Gülle an – das entspricht 500.000 Olympia-Schwimmbecken. Die Verwertung dieser Gülle als Rohstoff zur nachhaltigen Düngerproduktion ist das Ziel des neuen EU-Forschungsprojekts „ManureEcoMine“.

Jülicher Pflanzenforscher sind an dem Projekt beteiligt. Die EU fördert „ManureEcoMine“ in den kommenden drei Jahren mit 3,8 Millionen Euro.

Wenn die Gülle verarbeitet und verwertet ist, soll bei „ManureEcoMine“ am Ende nur Wasser mit einem geringen Anteil von unbedenklichen Feststoffen übrig bleiben. „Das Projekt erfüllt die Prinzipien der Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Energieeffizienz“, sagt Dr. Nicolai Jablonowski, der „ManureEcoMine“ in Jülich betreut.

Die direkte Verwendung von Gülle als Dünger auf den Feldern hat Nachteile: Sie enthält Krankheitserreger und Arzneirückstände, die in den Boden gelangen, wichtige Stoffe wie Nitrat werden zu schnell ausgewaschen und belasten das Grundwasser. Dazu kommt nicht zuletzt die Geruchsbelästigung.
Auf Pilotanlagen in Spanien und in den Niederlanden und in Zusammenarbeit mit der Industrie wollen die elf Partner von „ManureEcoMine“ unter der Ägide der Universität Gent eine alternative Nutzung von Gülle als Energie- und Düngerlieferant entwickeln und erproben.

Dabei geht es zum einen um die Herstellung von Biogas durch Fermentation der Gülle und anderen organischen Zusatzstoffen. In weiteren Schritten sollen danach aus dem Gärrest wichtige Inhaltsstoffe für die Düngerproduktion abgetrennt werden. Dazu zählen Phosphor, dessen natürliche Vorkommen begrenzt sind, Stickstoffverbindungen, die als Alternative für den energieaufwendig gewonnenen Stickstoff eingesetzt werden können, sowie Kalium und andere Mineralstoffe.

Diese von der Gülle abgetrennten Nährstoffe werden dann zusammen mit anderen wichtigen Substraten von einem beteiligten belgischen Unternehmen zu unterschiedlichen Düngerformulierungen weiterverarbeitet. Schließlich sollen Jülicher Pflanzenforscher diese Mischungen unter Gewächshaus- und Freilandbedingungen auf ihre Nährstoffverfügbarkeit bei Nahrungs-, Zier- und Energiepflanzen testen und damit die ideale Zusammensetzung der Dünger für die Pflanzenproduktion untersuchen.
Der gesamte Prozess wird zudem aus der Perspektive der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit untersucht. Ein sorgfältig ausgearbeitetes Risikomanagement für mögliche Schadstoffe garantiert die Sicherheit des Projektes.

Informationen zum Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Pflanzenwissenschaften (IBG-2):

http://www.fz-juelich.de/ibg/ibg-2/DE/Home/home_node.html

Erhard Zeiss | Forschungszentrum Jülich GmbH
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

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