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Forschungsprojekt zum größten See der Philippinen

03.05.2010
Rund 20 Monate lang hat Univ.-Prof. Dr. Arnold Hallare als Humboldt-Stipendiat am Institut für Umweltforschung, Biologie V, der RWTH Aachen geforscht: Hier hat der philippinische Wissenschaftler die toxikologische Belastung des Laguna Lakes untersucht.

Seine Ergebnisse sollen nun helfen, die Wasserqualität und damit die Lebensbedingungen rund um den philippinischen See zu verbessern.

Der Laguna Lake, ein See des Netzwerks Living Lakes, liegt im Südosten der Hauptstadt Manila und ist mit rund 900 Quadratkilometern der größte See des Landes. Seine ökonomische wie ökologische Bedeutung ist für die etwa 19 Millionen Menschen, die rund um den See leben, sowie für die Tier- und Pflanzenwelt von großer Bedeutung.

Der See, der eine außergewöhnliche dreiarmige Form hat, zeichnet sich besonders aus durch den Lebensraum, den er vielen Tieren - darunter zahlreiche gefährdete Vogelarten - bietet. Auch seine Nutzungsmöglichkeiten für den Menschen sind vielfältig: Er dient als Trinkwasserressource, wird für Fischzucht und Schifffahrt genutzt und ist Ziel zahlreicher Touristen.

Außerdem ist er Auffangbecken ungeklärter Abwässer, denn gespeist wird er von 21 Flüssen. Viele dieser Flüsse dienen großen Städten und zahlreichen kleineren Gemeinden als Kanalisation. Das führt ebenso wie die angesiedelte Industrie samt ihrer Abwässer zur erheblichen Verschmutzung des Sees. Professor Arnold Hallare hat es sich daher schon seit Jahren zur Aufgabe gemacht, die Wasserqualität des Sees zu untersuchen.

Die Identifikation von Umweltschadstoffen gilt bei der Forschungsarbeit von Professor Hallare als besondere Herausforderung. Die Schadstoffe absorbieren an im Wasser befindlichen Schwebstoffen und setzen sich als so genannte Sedimente ab, werden also der Wassersäule entzogen. Dennoch besitzen sie ein Gefährdungspotenzial und können als Quelle für neue Schadstoffe dienen. Kommt es etwa zu Überschwemmungen, so werden hochbelastete Sedimente aufgewirbelt, das Hochwasser überflutet bewohnte Gebiete, die Gefährdung für Mensch und Tier ist dann besonders groß.

In seiner Zeit als Humboldt-Stipendiat hat Arnold Hallare an der RWTH Sedimente aus Gewässerproben von vier Gebieten des Laguna Lakes auf ihr ökotoxikologisches Schädigungspotenzial untersucht. Ziel ist es, diese neu entwickelten Bewertungsstrategien nun auf den Philippinen anzuwenden und Regierungs- und Umweltbehörden Hinweise auf potenzielle Ursachen der Belastung geben zu können.

„Die Identifizierung der ökotoxikologischen Schadstoffe gestaltet sich wie die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen“, berichtet Univ.-Prof. Dr. Henner Hollert, Leiter des Lehr- und Forschungsgebietes Ökosystemanalyse (Biologie V) der RWTH. „Zwar können mit den Biotestverfahren die schädlichen Effekte ermittelt werden; für die Identifizierung unbekannter Schadstoffe verwenden wir aber die Strategie der Effektdirigierten Analyse, bei der durch eine Kombination aus chemischen und biologischen Methoden auch unbekannte Schadstoffe erkannt werden können“. Professor Hollert forscht und publiziert bereits seit mehreren Jahren gemeinsam mit Professor Hallare. Auch das Helmholtz-Institut für Umweltforschung in Leipzig ist mit dem Department von Dr. Werner Brack in die Forschungsarbeiten involviert.

Innerhalb der Biotestverfahren, die Hollert und Hallare entwickeln, werden Proben miteinander verglichen, um eine toxische Belastung festzustellen. Teilproben, die eine besonders hohe Toxizität aufweisen, werden weiter mit der Effektdirigierten Analyse untersucht. So soll eingegrenzt werden, welche Substanzen den höchsten Belastungsteil für die Umwelt ausmachen, um anschließend eine „Prioritätenliste“ erstellen zu können. Hallare ist es gelungen, durch seine bioanalytischen Verfahren bisher wenig beachtete Schadstoffe identifizieren zu können, die zukünftig die Suche eingrenzen sollen.

Nach seiner Rückkehr in die Heimat wird Hallare dort an der Biologischen Fakultät der „University of the Philippines“ in Manila seine leitende Professur wieder aufnehmen. „Die freundschaftlichen und wissenschaftlichen Kontakte nach Aachen werden aber bestehen bleiben“, sind sich Henner Hollert und Arnold Hallare einig.

Weitere Infos und Bildmaterial gibt es bei Univ.-Prof. Dr. Henner Hollert, Mail: Henner.Hollert@bio5.rwth-aachen.de, Telefon: 0241/80 26669

i.A. Gabriele Renner

Thomas von Salzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.bio5.rwth-aachen.de

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