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Forschung über Mikroplastik in den Ozeanen kann beginnen

07.09.2015

Europäische Forschungsverbünde stehen fest / Wanka: "Deutschland ist Vorreiter in der Forschung über Plastikmüll im Meer"

Die Ökosysteme von Meeren und Ozeanen sind zunehmend mit Müll belastet. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung das europaweite Forschungsprogramm "Mikroplastik in marinen Systemen" initiiert.

Forscher in den zehn beteiligten Ländern (Belgien, Frankreich, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Spanien und Deutschland) waren seit Februar aufgerufen, sich an dem Programm zu beteiligen. Insgesamt gingen 21 Anträge von internationalen Forschungsverbünden ein, von denen vier nun durch ein internationales Expertengremium zur Förderung vorgeschlagen wurden.

"Wir brauchen einheitliche Meßmethoden und weitere Erkenntnisse darüber, wie sich das Plastik im Meer verbreitet, und wie es sich auf die marine Umwelt und letztendlich den Menschen auswirkt", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.

"Deutschland koordiniert zwei von vier Forschungsverbünden und nimmt damit eine Vorreiterrolle in der Forschung über die zunehmende Vermüllung der Ozeane ein."

Die Gesamtfördersumme für die Ausschreibung im Rahmen der gemeinsamen europäischen Forschungsinitiative "Healthy and Productive Seas and Oceans" (JPI OCEANS) beträgt mehr als sieben Millionen Euro bis zum Jahr 2018. Zwei der ausgewählten Forschungsverbünde werden von deutscher Seite koordiniert:

Das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung wird die Arbeiten zu den dringend benötigten einheitlichen Standards für Mikroplastik-Analysen und Meßmethoden leiten, und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) wird die Forschung zu den Verteilungswegen, zum Abbau und zur Toxizität des Plastikmülls in den Meeren koordinieren. Die weiteren Themen zu den ökotoxikologischen Auswirkungen von Mikroplastik auf marine Organismen und Ökosysteme werden jeweils von Spanien und Norwegen geleitet.

Insgesamt sind 51 europäische Institutionen in den vier Forschungsverbünden organisiert, die voraussichtlich Ende 2015 ihre Arbeit aufnehmen werden.

Die Gefahr, die Abfälle im Meer, insbesondere Plastikabfälle, für das Leben und die Ökosysteme im Meer und an den Küsten und damit auch für die menschliche Gesundheit darstellt, wurde in der Abschlusserklärung des G7-Gipfels von Juni diesen Jahres als globale Herausforderung festgestellt.

Der Schutz der Meere und die notwendige internationale Forschung hierzu ist daher auch Gegenstand des G7-Wissenschaftsministertreffens, das am 9. Oktober in Berlin stattfindet.

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.bmbf.de/de/27277.php
http://jpi-oceans.eu/news-events/news/results-%E2%82%AC75-million-call-microplastics-published
http://www.bmbf.de/de/25947.php

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