Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung für weniger Plastik im Einkaufskorb

19.03.2019

► Stetig wachsender Verbrauch von Kunststoffverpackungen soll gestoppt werden – Alternativen sind gefragt

► Projekt Innoredux erforscht Verpackungsinnovationen für Lebensmittel, Textilien, Bürobedarf sowie Kosmetika, Hygiene-, Wasch- und Reinigungsmittel

► Forschung gemeinsam mit Branchenakteuren im „Reallabor“ in der Stadt Heidelberg

Beim Einkauf von Lebensmitteln, Kleidung oder Kosmetik wächst die Zahl der Kunststoffverpackungen scheinbar unaufhaltsam und hat sich in zwei Jahrzehnten verdoppelt. Die Kundinnen und Kunden haben oft nicht einmal die Wahl, Produkte unverpackt zu kaufen.


Das will das Forschungsprojekt Innoredux ändern und Wege aufzeigen, wie innovative Geschäftsmodelle im Handel Plastikmüll entlang der Wertschöpfungskette reduzieren können. Die Forscherinnen und Forscher werden dabei seit Februar 2019 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.

In einem Reallabor-Forschungsansatz in der Stadt Heidelberg erarbeiten das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und das Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) gemeinsam mit Handelsunternehmen innovative Verpackungslösungen für den Online- und stationären Handel.

Verbrauch von Kunststoffverpackungen hat sich verdoppelt – innovative Lösungen gesucht

Nach Daten des Umweltbundesamtes wurden im Jahr 2015 von den in Deutschland verarbeiteten Kunststoffen 35 Prozent für die Herstellung von Verpackungen verwendet. Insgesamt landeten in Deutschland zuletzt jährlich rund drei Millionen Tonnen Kunststoffverpackungen im Müll.

„Dringend sind innovative Maßnahmen gefragt, um Kunststoffeinträge in die Umwelt zu mindern. Damit diese sich in der Praxis durchsetzen, schauen wir in unserem Projekt insbesondere nach Ansätzen, die für die Unternehmen gleichzeitig Wettbewerbsvorteile schaffen“, so Projektleiter Dr. Frieder Rubik vom IÖW über die Herangehensweise des Projektes Innoredux.

Neue Konzepte für mehrere Warengruppen gesucht

Das Projekt möchte erreichen, dass Produkte so in Umlauf gebracht werden, dass weniger Verpackungsabfälle entstehen. Der Fokus liegt vor allem beim Einzelhandel, da er eine Schlüsselrolle zwischen Produktion und Konsum einnimmt. Im Forschungsprojekt wird mit mehreren Warengruppen gearbeitet: Lebensmittel, Büroartikel, Textilien sowie Kosmetika, Hygiene-, Wasch- und Reinigungsmittel.

Neuartiger effizienterer Materialeinsatz und die Verwendung von ökologisch verträglicheren Materialien sollen gemeinsam mit mehreren Partnern erprobt werden. Aus dem stationären Handel arbeiten der Drogeriemarkt dm und der Biohändler Alnatura in dem Forschungsprojekt mit und aus dem Versandhandel Memo, Zalando und der Avocadostore.

Basierend auf den Erfahrungen im Reallabor der Stadt Heidelberg, die bei der Umsetzung des Projektes mitarbeitet, entwickelt das Projekt eine Strategie, wie Kommunen und Unternehmen dazu beitragen können, Plastikmüll zu reduzieren. Ziel ist es, die praktische Umsetzung von alternativen Verpackungslösungen zu erleichtern. Das Projekt wird vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begleitet. Auch bringen der Heidelberger Einzelhändler „Annas Unverpacktes“ und der Verband der Unverpackt-Läden ihre Erfahrungen im Handel mit nicht verpackten Lebensmitteln und Kosmetikartikeln in das Projekt ein.

Hintergrund Plastik in der Umwelt

Das Projekt Innoredux wird seit Februar 2019 für drei Jahre gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb des Forschungsschwerpunkts „Plastik in der Umwelt – Quellen, Senken, Lösungsansätze“. In diesem gehen 20 Verbundprojekte mit rund 100 Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden, Kommunen und Praxis grundlegenden Fragen zur Produktion, Anwendung und Entsorgung von Kunststoffen nach. Der Forschungsschwerpunkt gehört zum BMBF-Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA).


Weitere Informationen:

Mehr Informationen zum Projekt „Innoredux – Geschäftsmodelle zur Reduktion von Plastikmüll entlang der Wertschöpfungskette: Wege zu innovativen Trends im Handel“: https://www.ioew.de/projekt/geschaeftsmodelle_zur_reduktion_von_plastikmuell_ent...

Zum BMBF-Forschungsschwerpunkt: Plastik in der Umwelt – Quellen, Senken, Lösungsansätze: https://bmbf-plastik.de/

Fachliche Ansprechpersonen:

Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
Dr. Frieder Rubik
Tel.: +49 6221-64916-6
frieder.rubik@ioew.de

Pressekontakt:

Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
Richard Harnisch
Tel.: +49 30/884594-16
richard.harnisch@ioew.de

Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) ist ein führendes wissenschaftliches Institut auf dem Gebiet der praxisorientierten Nachhaltigkeitsforschung. 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erarbeiten Strategien und Handlungsansätze für ein zukunftsfähiges Wirtschaften – für eine Ökonomie, die ein gutes Leben ermöglicht und die natürlichen Grundlagen erhält. Das Institut arbeitet gemeinnützig und ohne öffentliche Grundförderung.
http://www.ioew.de

Das ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg forscht und berät weltweit zu allen wichtigen Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen. Es zählt zu den bedeutenden ökologisch ausgerichteten Forschungsinstituten in Deutschland. Im ifeu sind derzeit an den Standorten Heidelberg und Berlin über 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Bereich der Natur-, Ingenieurs- und Gesellschaftswissenschaften beschäftigt.
http://www.ifeu.de

Richard Harnisch | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neuer Werkstoff für den Bootsbau

Um die Entwicklung eines Leichtbaukonzepts für Sportboote und Yachten geht es in einem Forschungsprojekt der Technischen Hochschule Mittelhessen. Prof. Dr. Stephan Marzi vom Gießener Institut für Mechanik und Materialforschung arbeitet dabei mit dem Bootsbauer Krake Catamarane aus dem thüringischen Apolda zusammen. Internationale Kooperationspartner sind Prof. Anders Biel von der schwedischen Universität Karlstad und die Firma Lamera aus Göteborg. Den Projektbeitrag der THM fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand mit 190.000 Euro.

Im modernen Bootsbau verwenden die Hersteller als Grundmaterial vorwiegend Duroplasten wie zum Beispiel glasfaserverstärkten Kunststoff. Das Material ist...

Im Focus: Novel Material for Shipbuilding

A new research project at the TH Mittelhessen focusses on the development of a novel light weight design concept for leisure boats and yachts. Professor Stephan Marzi from the THM Institute of Mechanics and Materials collaborates with Krake Catamarane, which is a shipyard located in Apolda, Thuringia.

The project is set up in an international cooperation with Professor Anders Biel from Karlstad University in Sweden and the Swedish company Lamera from...

Im Focus: Controlling superconducting regions within an exotic metal

Superconductivity has fascinated scientists for many years since it offers the potential to revolutionize current technologies. Materials only become superconductors - meaning that electrons can travel in them with no resistance - at very low temperatures. These days, this unique zero resistance superconductivity is commonly found in a number of technologies, such as magnetic resonance imaging (MRI).

Future technologies, however, will harness the total synchrony of electronic behavior in superconductors - a property called the phase. There is currently a...

Im Focus: Ultraschneller Blick in die Photochemie der Atmosphäre

Physiker des Labors für Attosekundenphysik haben erkundet, was mit Molekülen an den Oberflächen von nanoskopischen Aerosolen passiert, wenn sie unter Lichteinfluss geraten.

Kleinste Phänomene im Nanokosmos bestimmen unser Leben. Vieles, was wir in der Natur beobachten, beginnt als elementare Reaktion von Atomen oder Molekülen auf...

Im Focus: Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Wie kommt es, dass manche Neutronensterne zu den stärksten Magneten im Universum werden? Eine mögliche Antwort auf die Frage nach der Entstehung dieser sogenannten Magnetare hat ein deutsch-britisches Team von Astrophysikern gefunden. Die Forscher aus Heidelberg, Garching und Oxford konnten mit umfangreichen Computersimulationen nachvollziehen, wie sich bei der Verschmelzung von zwei Sternen starke Magnetfelder bilden. Explodieren solche Sterne in einer Supernova, könnten daraus Magnetare entstehen.

Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2019

14.10.2019 | Veranstaltungen

10. Weltkonferenz der Ecosystem Services Partnership an der Leibniz Universität Hannover

14.10.2019 | Veranstaltungen

Bildung.Regional.Digital: Tagung bietet Rüstzeug für den digitalen Unterricht von heute und morgen

10.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Technologiemodul senkt Ausschussrate von Mikrolinsen auf ein Minimum

14.10.2019 | Informationstechnologie

Diagnostik für alle

14.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Bayreuther Forscher entdecken stabiles hochenergetisches Material

14.10.2019 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics