Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was Europas Flüsse aushalten: UDE koordiniert internationales Projekt zur Wasserwirtschaft

04.02.2014
Überschwemmungen im Norden, Dürren im Süden – der Klimawandel sorgt dafür, dass Europa seine Wasserbewirtschaftung überdenken muss, zumal weitere menschengemachte Probleme hinzukommen

Landwirtschaft, Energieversorger und Industrie nutzen die Gewässer intensiv und verändern bzw. belasten sie. Wie sich das auf die biologische Vielfalt und ihre Umweltfunktionen auswirkt, untersucht in den nächsten vier Jahren das Projekt MARS.


Das Foto zeigt UDE-Forscher bei einem so genannten Tracerversuch auf der Ruhr bei Neheim-Hüsten: Dafür geben sie Farbstoff, der absolut ungiftig und vollständig biologisch abbaubar ist, ins Wasser. So können sie u.a. das Fließverhalten und die Dynamik des Flusses erfassen. Solche Versuche werden sie im Sommer wiederholen.
Foto: Benjamin Kupilas

Koordiniert wird es von der Abteilung Aquatische Ökologie der Universität Duisburg-Essen (UDE). Beteiligt sind 24 Partner aus 16 Ländern, die EU fördert es mit neun Millionen Euro.

„Früher litten Gewässer europaweit unter massiver Verschmutzung und Versauerung. Heute ist die Situation regional sehr unterschiedlich“, erklärt Prof. Dr. Daniel Hering, der MARS (Managing Aquatic Ecosystems and Water Resources under Multiple Stress) leitet.
„Während in Südeuropa das Wasser knapp ist, weil die Landwirtschaft immer intensiver wird und die Temperaturen steigen, haben Flüsse und Seen in Mitteleuropa eher mit überschüssigen Nährstoffen und einer Mixtur von Schadstoffen zu kämpfen. Sie gelangen etwa durch Dünger oder industrielle Quellen ins Wasser, rauben ihm den Sauerstoff und damit Leben.“

„Dass außerdem Flüsse und Bäche begradigt wurden und oft Ufergehölze fehlen, stört wichtige ökologische Funktionen“, so Hydrobiologe Hering weiter. „In Nordeuropa dagegen sind es die Wasserkraftwerke: Wenn Flüsse gestaut werden, nimmt ihre Selbstreinigung ab. Ebenso steigen dort durch die Erderwärmung die Wassertemperaturen, und Überschwemmungen nehmen zu; darauf sind viele Organismen nicht eingestellt.“

Die Forscher schauen sich nun die sensiblen Ökosysteme an – von Skandinavien über Deutschland bis hin zu Portugal, Griechenland und dem Balkan. 16 Flüsse und ihre Einzugsgebiete untersuchen sie, darunter sind die Themse, die österreichische Drau, die untere Donau, die Sorraia in Portugal, sowie der Pinios; er zählt zu den längsten Flüssen Griechenlands, misst aber knapp zwei Kilometer weniger als die Ruhr. Die haben die Wissenschaftler ebenso im Blick wie die Elbe, die immer wieder für Land unter sorgt in deutschen und tschechischen Regionen.

Sie simulieren in Experimenten, was passiert, wenn mehrere Belastungen gemeinsam wirken; sie modellieren aufwändig, wie Phytoplankton, Wasserpflanzen, Wirbellose sowie Fische auf multiple Störfaktoren reagieren – auch in renaturierten Bereichen. „Denn hierzu weiß man bislang nur wenig“, so der Professor. „Wir arbeiten eng mit Politik und Wasserwirtschaft zusammen, um zu definieren, welche Maßnahmen wo sinnvoll sind, damit der gute ökologische Zustand wieder hergestellt wird.“ Diesen fordert die europäische Wasserrahmen-Richtlinie bis 2027. Das Ziel hält Hering für ambitioniert, „da zurzeit etwa die Hälfte aller Gewässer diesen Status nicht erfüllt.“

Hinweis für die Redaktion:

Zur Bebilderung stellen wir Ihnen ein Foto (Foto: Benjamin Kupilas) unter folgendem Link zur Verfügung: http://www.uni-due.de/de/presse/pi_fotos.php
Es zeigt UDE- Forscher bei einem so genannten Tracerversuch auf der Ruhr bei Neheim-Hüsten: Dafür geben sie Farbstoff, der absolut ungiftig und vollständig biologisch abbaubar ist, ins Wasser. So können sie u.a. das Fließverhalten und die Dynamik des Flusses erfassen. Solche Versuche werden sie im Sommer wiederholen.

Weitere Informationen: http://www.mars-project.eu/
Prof. Dr. Daniel Hering, Tel. 0201/183-3084, daniel.hering@uni-due.de

Redaktion: Ulrike Bohnsack, Tel. 0203/379-2429

Ressort Presse/Redaktion
Stabsstelle des Rektorats
Universität Duisburg-Essen
Forsthausweg 2
47057 Duisburg
Raum LG 118
Tel. 0203/379-2429
Fax: 0203/379-2428

Ulrike Bohnsack | Universität Duisburg-Essen
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de
http://www.mars-project.eu/

Weitere Berichte zu: Fluss Gewässer Mars Ruhr UDE Wasserwirtschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wo bleibt das Plastik im Ozean?
30.03.2020 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Tiefsee der Framstaße ist Endlager für Mikroplastik aus der Arktis und dem Nordatlantik
26.03.2020 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Blockierung des Eisentransports könnte Tuberkulose stoppen

Tuberkulose-Bakterien brauchen Eisen zum Überleben. Wird der Eisentransport in den Bakterien gestoppt, so kann sich der Tuberkulose-Erreger nicht weiter vermehren. Nun haben Forscher der Universität Zürich die Struktur des Transportproteins ermittelt, das für die Eisenzufuhr zuständig ist. Dies eröffnet Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Medikamente.

Einer der verheerendsten Erreger, der sich im Inneren menschlicher Zellen vermehren kann, ist Mycobacterium tuberculosis – der Bazillus, der Tuberkulose...

Im Focus: Blocking the Iron Transport Could Stop Tuberculosis

The bacteria that cause tuberculosis need iron to survive. Researchers at the University of Zurich have now solved the first detailed structure of the transport protein responsible for the iron supply. When the iron transport into the bacteria is inhibited, the pathogen can no longer grow. This opens novel ways to develop targeted tuberculosis drugs.

One of the most devastating pathogens that lives inside human cells is Mycobacterium tuberculosis, the bacillus that causes tuberculosis. According to the...

Im Focus: Corona-Pandemie: Medizinischer Vollgesichtsschutz aus dem 3D-Drucker

In Vorbereitung auf zu erwartende COVID-19-Patienten wappnet sich das Universitätsklinikum Augsburg mit der Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung für das medizinische Personal. Ein Vollgesichtsschutz entfaltet dabei in manchen Situationen eine bessere Schutzwirkung als eine einfache Schutzbrille, doch genau dieser ist im Moment schwer zu beschaffen. Abhilfe schafft eine Kooperation mit dem Institut für Materials Resource Management (MRM) der Universität Augsburg, das seine Kompetenz und Ausstattung im Bereich des 3D-Drucks einbringt, um diesen Engpass zu beheben.

Das Coronavirus SARS-CoV-2 wird nach heutigem Wissensstand maßgeblich durch Tröpfcheninfektion übertragen. Dabei sind neben Mund und Nase vor allem auch die...

Im Focus: Hannoveraner Physiker entwickelt neue Photonenquelle für abhörsichere Kommunikation

Ein internationales Team unter Beteiligung von Prof. Dr. Michael Kues vom Exzellenzcluster PhoenixD der Leibniz Universität Hannover hat eine neue Methode zur Erzeugung quantenverschränkter Photonen in einem zuvor nicht zugänglichen Spektralbereich des Lichts entwickelt. Die Entdeckung kann die Verschlüsselung von satellitengestützter Kommunikation künftig viel sicherer machen.

Ein 15-köpfiges Forscherteam aus Großbritannien, Deutschland und Japan hat eine neue Methode zur Erzeugung und zum Nachweis quantenverstärkter Photonen bei...

Im Focus: Physicist from Hannover Develops New Photon Source for Tap-proof Communication

An international team with the participation of Prof. Dr. Michael Kues from the Cluster of Excellence PhoenixD at Leibniz University Hannover has developed a new method for generating quantum-entangled photons in a spectral range of light that was previously inaccessible. The discovery can make the encryption of satellite-based communications much more secure in the future.

A 15-member research team from the UK, Germany and Japan has developed a new method for generating and detecting quantum-entangled photons at a wavelength of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Europäischer Rheumatologenkongress EULAR 2020 wird zum Online-Kongress

30.03.2020 | Veranstaltungen

“4th Hybrid Materials and Structures 2020” findet web-basiert statt

26.03.2020 | Veranstaltungen

Wichtigste internationale Konferenz zu Learning Analytics findet statt – komplett online

23.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Studie mit bispezifischem Antikörper liefert beeindruckende Behandlungserfolge bei Multiplem Myelom

01.04.2020 | Medizin Gesundheit

Unternehmenswissen - Wie gelingt der Umstieg von Präsenz auf Online?

01.04.2020 | Seminare Workshops

SmartKai – „Einparkhilfe“ zur Vermeidung von Schäden an Schiffen und Hafeninfrastruktur

01.04.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics