Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entwarnung nach der Kröten-Invasion

13.09.2010
Australische Forscher: Eingeschleppte Amphibien nicht so schlimm

Die in den 30er-Jahren eingeschleppten Aga-Kröten richten im tropischen Australien doch weniger Schaden an als befürchtet. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der University of Sydney im Quarterly Review of Biology.


Aga-Kröten: Die eingeschleppten Amphibien fühlen sich in Australien wohl (Foto: Wikimedia/Gijsberg)

Erst vor knapp einem Jahr konnten Forscher die invasive Krötenart erstmals auch im westlichsten Bundesstaat Australiens ausmachen. Damals berichteten Medien davon, dass der Krieg gegen die Kröten endgültig verloren sei.

"Die Katastrophe ist nicht so schlimm, wie wir es ursprünglich befürchtet haben", schreibt nun Richard Shine, Experte für invasive Arten, in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins. Das Ökosystem scheint die Riesenkröten, die einst als Insektenvernichter von Südamerika eingeschleppt wurden, absorbiert zu haben. "Offensichtlich haben die Kröten unter der australischen Vogel- und Eidechsenpopulation weniger Schäden angerichtet als befürchtet."

Massive Fressmaschinen

Die Aga-Kröten (Bufo marinus) können bis zu 26 Zentimeter lang und bis zu 2,5 Kilogramm schwer werden. Aus den einst rund tausend eingeführten Kröten sind mittlerweile geschätzte 100 Mio. Tiere geworden. Ein Aga-Kröten-Weibchen produziert jährlich 20.000 Eier. Alle Versuche, die Ausbreitung der Kröten zu verhindern, sind bisher gescheitert. In einigen Regionen haben die Behörden sogar zum bewaffneten Kampf gegen die Invasoren aufgerufen. Um die Kröten von anderen Amphibien zu unterscheiden, wurde sogar eine eigene Homepage http://www.frogsnotcanetoads.com.au eingerichtet.

Trotz des Siegeszuges der Kröten konnten die Wissenschaftler auch keinen signifikanten Rückgang von Insekten feststellen. In manchen Regionen, in denen die Kröten auftauchten, sei es zu einem Rückgang von Süßwasserkrokodilen, verschiedenen Schlangenarten und Beutelmardern gekommen. Shine geht allerdings davon aus, dass die Tiere sehr schnell begreifen, dass die Kröten nicht zu ihrem Beuteschema gehören.

2008 berichteten Forscher davon, dass am Victoria-River im Northern Territory zahlreiche Krokodile nach dem Verschlingen der Kröten verendet seien. Doch schon im darauf folgenden Jahr fiel die Zahl der durch Krötengift verendeten Krokodile deutlich. Die Zahl der Krokodile dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach, konstant geblieben sein.

Teure Invasoren

Bioinvasoren gefährden nicht nur die Ökologie, sondern sorgen besonders in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft für hohe Schäden. Eine Studie hatte diese bereits vor zehn Jahren allein in den USA mit jährlich 138 Mrd. Dollar beziffert.

Experten wie der Hydrobiologe Christian Wiesner von der Wiener Universität für Bodenkultur http://www.boku.ac.at warnen seit Jahren vor den Folgen eingeschleppter Arten. "Jedes Einbringen fremder Arten ist höchst bedenklich, denn wenn Neobiota einmal heimisch geworden sind, gibt es kaum Möglichkeiten sie zu entfernen", erklärt der Biologe gegenüber pressetext.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.usyd.edu.au

Weitere Berichte zu: Aga-Kröten Amphibien Invasoren Krokodil Kröte Kröten-Invasion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Umweltressourcen nachhaltig nutzen
17.07.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Mikroplastik – überall und in großen Mengen
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics