Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Klimawandel vor Gericht

11.12.2007
Wie macht sich der Klimawandel in Zukunft bemerkbar? Ist Biodiesel wirklich eine Alternative zu Kohle, Erdöl und -gas? Und geht der massenhafte, einseitige Anbau solcher Pflanzen für diesen Zweck nicht auf Kosten der Artenvielfalt in der Natur? Fragen, auf die selbst ein Fachmann nur schwer antworten kann.

Wie soll es da erst Schülern gehen? Das Institut für Didaktik der Naturwissenschaften der Universität Bremen und die Institute für Biologie- und Chemiedidaktik der Universität Oldenburg entwickeln ein neues Bildungskonzept. Mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) werden in den nächsten drei Jahren an etwa 15 Schulen in Bremen und Niedersachsen Planspiele entwickelt, in denen Schüler realitätsnahe Situationen in Form einer Gerichtsverhandlung, einer Ausschusssitzung oder einer Podiumsdiskussion nachspielen sollen.

"Die Jugendlichen können so die öffentliche Klimadebatte nachvollziehen und die ökologischen und ökonomischen Folgen umweltpolitischer Entscheidungen abschätzen lernen", betont DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. Globale Umweltprobleme wie der Klimawandel seien mit lokalem Denken und Handeln des Einzelnen untrennbar verbunden. Jeder könne seine Macht als Verbraucher nutzen und durch sein Kaufverhalten Probleme wie Erderwärmung, Umweltzerstörung und Hunger in der Dritten Welt beeinflussen. Vor allem Jugendliche, denen die Zukunft gehöre, sollten fähig sein, ökologisch bewusst, wirtschaftlich vernünftig und sozial verantwortlich zu handeln.

Das erfordere allerdings, dass sehr komplexe Zusammenhänge auch durchschaut werden können. Was habe das eigene Konsumverhalten schon mit dem Meeresspiegel in Bangladesch zu tun? Schwerer noch: Handlungsoptionen in Zeiten des Klimawandels bewerten zu lernen, heiße auch, die wissenschaftlich erschließbaren und die ethischen Dimensionen des Problems zu unterscheiden und aufeinander beziehen zu lernen.

Die öffentliche Diskussion in den Medien allein könne das Ausmaß und die Auswirkungen des Klimawandels in seiner gesamten Bandbreite allerdings kaum darstellen und die notwendige Bildungsarbeit leisten. Mit einem Planspiel ließen sich die komplexen Probleme aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Die Schüler sollten sich auf einen konkreten "Streitfall" einigen, den sie aus verschiedenen Standpunkten heraus diskutieren sollen. Sie nähmen unterschiedliche Rollen ein und sollten erkennen, dass etwa der Betreiber einer Fluggesellschaft eine Situation anders beurteilt als der Präsident eines Naturschutzverbandes.

Die Mitarbeiter der Universitäten Bremen und Oldenburg wollten in der Umweltbildung echte Pionierarbeit leisten. Vorgesehen sei, die naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächer Biologie, Physik und Chemie mit dem gesellschaftswissenschaftlichen Fach Politik zu verknüpfen. Brickwedde: "Die Verbindung so vieler unterschiedlicher Schulfächer ist bisher einzigartig. Die Jugendlichen schärfen ihr Urteilsvermögen und werden gleichzeitig für den Klimawandel sensibilisiert." Das Projekt soll auch auf außerschulische Umweltbildungszentren übertragen werden. So könnten in einem Wattenmeerhaus beispielsweise der Küstenschutz und die Artenvielfalt im Wattenmeer in die Umweltdebatte einbezogen werden.

Franz-Georg Elpers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de/123artikel27292_106.html

Weitere Berichte zu: Artenvielfalt Klimawandel Planspiel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Kleidung aus Baumwolle effizient recyceln: Neues T-Shirt aus alter Jeans
03.08.2020 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Fraunhofer UMSICHT prüft erweitertes Bewertungstool von Henkel für kreislauffähige Verpackungen
31.07.2020 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

Eine entscheidende Ergänzung zum Stanzen von Kontakten erarbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT. Die Aachener haben im Rahmen des EFRE-Forschungsprojekts ScanCut zusammen mit Industriepartnern aus Nordrhein-Westfalen ein hybrides Fertigungsverfahren zum Laserschneiden von dünnwandigen Metallbändern entwickelt, wodurch auch winzige Details von Kontaktteilen umweltfreundlich, hochpräzise und effizient gefertigt werden können.

Sie sind unscheinbar und winzig, trotzdem steht und fällt der Einsatz eines modernen Fahrzeugs mit ihnen: Die Rede ist von mehreren Tausend Steckverbindern im...

Im Focus: ScanCut project completed: laser cutting enables more intricate plug connector designs

Scientists at the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT have come up with a striking new addition to contact stamping technologies in the ERDF research project ScanCut. In collaboration with industry partners from North Rhine-Westphalia, the Aachen-based team of researchers developed a hybrid manufacturing process for the laser cutting of thin-walled metal strips. This new process makes it possible to fabricate even the tiniest details of contact parts in an eco-friendly, high-precision and efficient manner.

Plug connectors are tiny and, at first glance, unremarkable – yet modern vehicles would be unable to function without them. Several thousand plug connectors...

Im Focus: Elektrogesponnene Vliese mit gerichteten Fasern für die Sehnen- und Bänderrekostruktion

Sportunfälle und der demografische Wandel sorgen für eine gesteigerte Nachfrage an neuen Möglichkeiten zur Regeneration von Bändern und Sehnen. Eine Kooperation aus italienischen und deutschen Wissenschaftler*innen forschen gemeinsam an neuen Materialien, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.

Dem Team ist es gelungen elektrogesponnene Vliese mit hochgerichteten Fasern zu generieren, die eine geeignete Basis für Ersatzmaterialien für Sehnen und...

Im Focus: New Strategy Against Osteoporosis

An international research team has found a new approach that may be able to reduce bone loss in osteoporosis and maintain bone health.

Osteoporosis is the most common age-related bone disease which affects hundreds of millions of individuals worldwide. It is estimated that one in three women...

Im Focus: Neue Strategie gegen Osteoporose

Ein internationales Forschungsteam hat einen neuen Ansatzpunkt gefunden, über den man möglicherweise den Knochenabbau bei Osteoporose verringern und die Knochengesundheit erhalten kann.

Die Osteoporose ist die häufigste altersbedingte Knochenkrankheit. Weltweit sind hunderte Millionen Menschen davon betroffen. Es wird geschätzt, dass eine von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovationstage 2020 – digital

06.08.2020 | Veranstaltungen

Innovationen der Luftfracht: 5. Air Cargo Conference real und digital

04.08.2020 | Veranstaltungen

T-Shirts aus Holz, Möbel aus Popcorn – wie nachwachsende Rohstoffe fossile Ressourcen ersetzen können

30.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der Türsteher im Gehirn

06.08.2020 | Biowissenschaften Chemie

Kognitive Energiesysteme: Neues Kompetenzzentrum sucht Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft

06.08.2020 | Energie und Elektrotechnik

Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

06.08.2020 | Verfahrenstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics