Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Bayerische Wildalm" unter internationalem Naturschutz

22.11.2007
Moorgebiet an der deutsch-österreichischen Grenze ist 33. Ramsar-Gebiet in Deutschland

Die Bayerische Wildalm - ein Moorgebiet im Mangfallgebirge an der deutsch-österreichischen Grenze - steht nun auch international unter Naturschutz: Sie ist diese Woche offiziell als 33. deutsches Feuchtgebiet internationaler Bedeutung innerhalb der Ramsar-Konvention nominiert worden. Diese Konvention ist eines der ältesten internationalen Naturschutzabkommen.

"Ich freue mich besonders, dass wir im Vorfeld der UN-Naturschutzkonferenz im nächsten Jahr in Bonn gemeinsam mit Bayern ein weiteres Feuchtgebiet auf die Liste der Ramsar-Konvention setzen. Damit können wir deutlich machen, dass wir den Schutz der Feuchtgebiete vorantreiben", sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Auch Bayerns Umweltminister Otmar Bernhard äußerte sich erfreut: "Mit der Wildalm kommt zu den sieben bayerischen Ramsargebieten ein besonderes, alpines Kleinod hinzu".

Die Bayerische Wildalm ist, gemeinsam mit dem angrenzenden Ramsar-Gebiet auf österreichischer Seite, ein ausgedehnter Moorkomplex in einer großen Karstwanne, einer so genannten Polje, im Südosten der Halserspitz im Blaubergkamm. Das Gebiet liegt auf etwa 1430 Meter Höhe und zeichnet sich aufgrund seiner Topographie durch ein eigenes Mikroklima und einen besonderen Wasserhaushalt aus. Dies hat zu der Ausbildung einer ganzen Fülle von typischen Pflanzengesellschaften der Moore und Sümpfe mit einer Vielzahl von Rote-Liste-Arten geführt.

... mehr zu:
»Klimaschutz »Wildalm

"Die Ramsar-Konvention gibt unseren Naturschutzanstrengungen in Bayern einen globalen Rahmen", sagte Bernhard. "Durch die Nominierung deutscher Ramsar-Gebiete nehmen wir unsere Vorbildfunktion für den internationalen Feuchtgebietsschutz wahr", betonte Gabriel. Die "Bayerische Wildalm" auf bayerischer Seite ist bisher als FFH- und europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Der Tiroler Teil des Moorgebiets ist bereits im Jahr 2005 in die Ramsar-Liste aufgenommen worden. Es wird angestrebt, das Gebiet als grenzüberschreitendes Ramsar-Gebiet zu benennen.

Der Bundesumweltminister würdigte die Nominierung als wichtigen Beitrag für Natur- und Klimaschutz: "Wenn wir Moore schützen, schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: wir leisten einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz, denn Moore sind wichtige Kohlendioxidspeicher, und wir erhalten einzigartige Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen. Hier wird wiederum deutlich: Klimaschutz ist Naturschutz – Naturschutz ist Klimaschutz". Zudem, ergänzte Bernhard, können Torfmoose eines Moors Regenwasser wie ein Schwamm aufsaugen und bis zum 40fachen ihres Gewichts an Wasser speichern. Deshalb erfüllt ein Moor auch eine wichtige Funktion beim vorbeugenden Hochwasserschutz.

Die 1971 in Ramsar/Iran unterzeichnete Ramsar-Konvention ("Übereinkommen über den Schutz von Feuchtgebieten, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung") bietet ein Rahmenwerk für den Schutz und die Nutzung (wise use) von Feuchtgebieten und ihren Ressourcen. Die Konvention hat 157 Vertragsstaaten. Mit der Bayerischen Wildalm sind weltweit 1723 Ramsar-Gebiete ausgewiesen.

Weitere Informationen zur Ramsar-Konvention gibt es im Internet unter: http://www.ramsar.org

Michael Schroeren | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.ramsar.org
http://www.bmu.de/presse

Weitere Berichte zu: Klimaschutz Wildalm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mikroplastik – überall und in großen Mengen
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Forscher-Team entwickelt recyclebare Kunststoffe
03.07.2018 | Humboldt-Universität zu Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics