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Biokunststoffe gegen den Klimawandel

05.09.2007
Einkaufstüte aus Polyäthylen wird aus Supermärkten verschwinden

Das auf Biokunststoffe spezialisierte Chemienunternehmen Novamont SpA will die Kapazität in den Produktionsanlagen von Terni zum Jahresende auf 60.000 Tonnen verdreifachen. In dem seit 2002 mit Gewinn betriebenen Werk wird das biologisch abbaufähige "Mater-Bi" hergestellt.

Hauptgeschäftsführerin Catia Bastioli, seit dem Gipfeltreffen in Rio de Janeiro als Umweltvorreiterin der Industrie bekannt und vor kurzem mit dem EU-Preis als "Europäischer Erfinder 2007" ausgezeichnet, ist zuversichtlich: "Die herkömmliche Einkaufstüte aus Polyäthylen wird auf Dauer ganz aus den Supermärkten verschwinden.

Mit einem Stückpreis von 10 Cents kosten unsere Bio-Shopper zwar immer noch das Doppelte. Da sie sich beim Kontakt mit Feuchtigkeit innerhalb weniger Wochen zersetzen, liegt der Umwelteintrag allerdings bei Null. Ausserdem könnten sich die erdölbasierten Kunststoffe weiter verteuern."

Das aus Maisstärke gewonnene Bioplastik kommt nicht nur als Einkaufstüte, sondern auch als Abdeckplane im Gemüseanbau und als Cateringzubehör zum Einsatz. Ausserdem wird es bei den von Goodyear entwickelten "Biotred"-Reifen und bei Babywindeln verwendet. Die CO2-Belastung bei der Herstellung eines ökologischen Shoppers fällt bei gleichem Gewicht gegenüber der traditionellen Plastiktüte um 30% geringer aus. Als weiterer Vorteil gilt die nach EN 13432 zulässige Kompostierbarkeit.

Doch Catia Bastioli hat bereits eine neue Idee: In den Gebieten um Novara, Domodossola und Vercelli soll ein integriertes System von Forschungseinrichtungen und Firmen entstehen, die sich mit Biokunststoffen und Biokraftstoffen beschäftigen. Die dazu erforderliche Investition in der Höhe von 300 Mio. Euro soll sich in zehn Jahren bezahlt machen. Die Landesregierung des Piemont hat deshalb zusammen mit der Provinz Novara und der regionalen Finanzierungsgesellschaft Finpiemonte ein Gremium zur Förderung dieses umweltorientierten Chemiezweiges gebildet. "Novamont wird dazu mit seinem Forscherteam in Novara und einer Ausgabensumme von anfänglich 10 Mio. Euro beitragen. "

Die 1992 aus dem Mailänder Mischkonzern Montedison hervorgegangene Novamont hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 41,5 Mio Euro (davon 65% im Ausland) erzielt. Derzeit deckt sie 60% der weltweiten Nachfrage nach Biokunststoffen . Beinahe ein Drittel der insgesamt 135 Beschäftigten sind wissenschaftliche Mitarbeiter.

Harald Jung | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.novamont.it

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