Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Sonnenbrand des Ozeans

18.03.2002


Sonnenstrahlung hat einen viel größeren Einfluss auf das Leben im Ozean als gedacht wurde. Aus Forschungen des niederländischen Instituts für Meeresforschung (NIOZ) hat sich erwiesen, dass UV-Strahlung acht Mal mehr organischen Kohlenstoff zu Kohlendioxid verbrennt als Plankton. Bis jetzt gingen Wissenschaftler davon aus, dass gerade Plankton der größte Produzent von Kohlendioxid ist.

Es war zum ersten Mal, dass auf offener See die Menge an organischem Kohlenstoff bestimmt wurde, die von UV-Strahlung zu Kohlendioxid verbrannt wird. Die Forscher gelangten zu der Schlussfolgerung, dass UV-Strahlung jährlich zwei bis drei Prozent des organischen Kohlenstoffs zu Kohlendioxid verbrennt. Dies scheint wenig, ist aber immer noch acht Mal mehr als der Anteil des Planktons in den oberen zehn Metern Wasser. Es ist auch zwei Mal mehr als die Flüsse an Kohlenstoff zuführen. Die Forscher machen ihre Aussagen auf der Grundlage von Messungen, die sie auf dem Schiff Tydeman im Atlantik durchgeführt haben.

Aus Messungen der Temperatur der oberen hundert Meter des Ozeans hat sich erwiesen, dass die oberen zwanzig bis vierzig Meter aus Schichten bestehen, die sich tagsüber nicht vermischen. Diese Schichtung bewirkt, dass das Plankton, aber auch der organische Kohlenstoff den ganzen Tag über Sonnenlicht ausgesetzt ist.

Laut der Biologen ist das Plankton wohl noch gegen die große Dosis Sonnenlicht beständig. Dies kann mit dem Verbrennen der Haut durch die Sonne verglichen werden. Wenn der Sonnenbader sich wieder aus der Sonne zurückzieht, kann die Haut sich wieder größtenteils erholen. Wenn das Plankton jedoch zu viel und zu oft UV-Strahlung verarbeiten muss, können die Organismen das nicht mehr verkraften und sterben sie. Übrigens nehmen dann wahrscheinlich neue Arten ihre Stelle ein. Wie diese Artenverschiebung die Nahrungskette beeinflusst, können die Wissenschaftler noch nicht sagen.

Kohlenstoff im Ozean bildet nach Kohlenstoff im Boden den größten Vorrat an organischem Kohlenstoff in der Biosphäre. Heterotrophes Plankton nimmt diesen Kohlenstoff aus dem Ozean auf und verwendet ihn teilweise für das Wachstum und teilweise für den Stoffwechsel. Diese Umwandlung organischen Kohlenstoffs zu Kohlendioxid liefert dem Plankton Energie. Das Kohlendioxid verlässt den Ozean und gelangt in die Atmosphäre. Dort trägt es zum Treibhauseffekt bei.

Nähere Informationen bei Prof. Dr. Gerhard Herndl (Niederländisches Institut für Meeresforschung), Tel. +31 (0) 222 369507 (Büro) oder +31 (0)6 51260745 (Handy), Fax +31 (0) 222 319674, E-Mail: herndl@nioz.nl. Die Befunde wurden gerade veröffentlicht: Herndl, G.J., I. Obernosterer, 2002: UV radiation and pelagic bacteria. In: Ecological Studies. Vol 153. UV-radiation and arctic ecosystems. [Ed] D.O. Hessen, Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, 245-259. Im Frühling erscheint ein Kapitel in einem Buch über Plankton und seine Rolle in der Nahrungskette.

Msc Michel Philippens | idw

Weitere Berichte zu: Kohlendioxid Kohlenstoff Ozean Plankton UV-Strahlung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Regenrückhaltebecken bringen Artenvielfalt in den besiedelten Raum
20.02.2020 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

nachricht Folgen des Klimawandels: Viele Pflanzenarten wohl stärker gefährdet als bisher angenommen
11.02.2020 | Universität Hohenheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultraschnelles Schalten eines optischen Bits: Gewinn für die Informationsverarbeitung

Wissenschaftler der Universität Paderborn und der TU Dortmund veröffentlichen Ergebnisse in Nature Communications

Computer speichern Informationen in Form eines Binärcodes, einer Reihe aus Einsen und Nullen – sogenannten Bits. In der Praxis werden dafür komplexe...

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Globale Datenbank für Karstquellenabflüsse

21.02.2020 | Geowissenschaften

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Langlebige Fachwerkbrücken aus Stahl einfacher bemessen

21.02.2020 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics