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Rettung für Nord- und Ostseewale

22.02.2002


WWF-Studie präsentiert Sofortmaßnahmen für Politik und Fischerei




Der Schweinswal, der einzige Wal in unseren Küstengewässern der Nord- und Ostsee, ist stark durch die Fischerei bedroht. Doch bisher fehlen konkrete politische Schritte zur Rettung der Tiere. Der WWF selbst hat deshalb einen „Rettungsplan“ für die Schweinswale entwickelt. Er enthält Sofortmaßnahmen wie zeitlich begrenzte Verbote für die Fischerei in Gebieten mit viel Schweinswalbeifang, Veränderung der Fanggeräte und den Einsatz von so genannten „Pingern“, um die Wale von Fischernetzen fernzuhalten.



Der „Rettungsplan“ ist das Ergebnis einer heute veröffentlichten neuen Studie, die der niederländische Wissenschaftler Kees Lankester im Auftrag des WWF erstellt hat. Der Plan zeigt genau auf, welche politischen Entscheidungen getroffen werden müssen und wer sie umsetzen muss, damit die kleinen Wale eine Chance zum Überleben haben.

Trotz bestehender Schutzabkommen für den Schweinswal wurde in den letzten Jahren nicht viel für sie getan.

Allein in der zentralen und südlichen Nordsee sterben durchschnittlich über 7.000 Schweinswale pro Jahr als Beifang in den Stellnetzen, die von der Fischerei für den Fang von Kabeljau, Scholle und Steinbutt ausgebracht werden. Zusätzlich ist noch von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. In der Ostsee leben schätzungsweise nur noch 600 Tiere. „Der Schutz der Schweinswale darf nicht länger verzögert werden. Unser Rettungsplan zeigt, dass der Schutz möglich ist und dringend umgesetzt werden muss ", fordert WWF-Fischereiexpertin Heike Vesper.

Die ersten Beschlüsse für den Schutz der Schweinswale können auf der Internationalen Nordseeschutzkonferenz am 20./21. März in Bergen/Norwegen getroffen werden. Der WWF fordert deshalb vom deutschen Umweltminister Jürgen Trittin, sich auf der Konferenz für konkrete Maßnahmen einzusetzen. Er soll sich außerdem zusammen mit seinen deutschen Ministerkollegen bei den EU-Fischereiministern für eine umweltfreundliche Fischerei ohne Schweinswalbeifänge einsetzen.

Die Reform der EU-Fischereipolitik in diesem Jahr wird nach Ansicht des WWF entscheidend dafür sein, ob kommende Generationen die Schweinswale noch vor unseren Küsten zu Gesicht bekommen werden. Der WWF fordert Fischereiministerin Renate Künast auf, sich auf EU-Ebene für eine neue Fischereipolitik einzusetzen, die klare Grenzen für Beifänge festlegt, die Überfischung beendet und die Überkapazitäten in der Fischerei abbaut.

| WWF

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