Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vereinheitlichte Geodaten zum Katastrophen- und Umweltschutz

09.10.2006
EU-Projekt HUMBOLDT soll länderübergreifende Harmonisierung bringen

Umweltkatastrophen machen vor Staatsgrenzen keinen Halt. Zur besseren Sicherung vor solchen Naturgefahren, aber auch zum grenzüberschreitenden Umweltschutz sind vereinheitlichte Geodaten erforderlich. Das nun gestartete EU-Projekt HUMBOLDT soll die länderübergreifende Harmonisierung von solchen Daten erleichtern. Unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung arbeiten insgesamt 27 Partner aus 14 europäischen Ländern in dem auf vier Jahre angelegten Projekt mit einem Gesamtvolumen von 13,5 Mio. Euro.

Die Elbehochwasser 2002 und 2006 sowie das Alpenhochwasser 2005 waren solche Beispiele für Naturkatastrophen, die sich in mehreren Staaten ausgewirkt haben. Die zur Vorbeugung und Bekämpfung der Hochwasser notwendigen Geodaten jedoch liegen in den verschiedenen Ländern in unterschiedlichen Formaten und in verschiedenen Systemen vor. So wird eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit schwierig. "Eine europaweite Harmonisierung der Daten, wie sie in anderen Bereichen schon längst besteht, gibt es bislang nicht", erklärt der Projektleiter Daniel Holweg vom IGD im pressetext-Interview. "Dabei sind solche Geodaten nicht nur bei der Bekämpfung von Naturkatastrophen, sondern auch bei der Sicherung von Grenzen oder beim Schutz von Wäldern, Naturreservaten und Meeren wichtig."

Bevor die Daten allerdings von einem System in ein anderes überführt werden können, müssen sie zunächst harmonisiert werden. Allein die Kosten dafür werden auf 25 Mrd. Euro geschätzt. "Genau das soll das am 1. Oktober gestartete EU-Projekt HUMBOLDT unterstützen: Ziel ist es einerseits, die Harmonisierung der Geodaten zu erleichtern und andererseits, die notwendigen Prozesse so weit als möglich zu automatisieren und dadurch die mit der Harmonisierung verbundenen Kosten zu senken", so Holweg. Zunächst wird mit einer Analyse der bestehenden Geodaten begonnen, um herauszufinden, welche unterschiedlichen Arten von Daten vorhanden sind. "Darauf basierend werden wir eine Prozessanalyse durchführen, die zeigt, welche Schritte nötig sind, um die Daten in ein einheitliches Schema zu überführen. Letztlich werden wir einen Software-Framework sowie einige Tools erstellen und erproben, die für die Harmonisierung der Daten eingesetzt werden können," umschreibt der Experte das Projekt.

"Wichtiges Element des Projekts ist die Entwicklung von Szenarien, in denen die einzelnen Komponenten unter realistischen Bedingungen angewandt werden. Das sind etwa Anwendungen zur effektiven Grenzkontrolle und Sicherheit in ländlichen Gebieten, zum Risikomanagement für Wetterkatastrophen, zum Schutz grenzüberschreitender Waldgebiete oder zum Management von Naturschutzgebieten", führt der Forscher aus. Die Vielfalt der Szenarien mache auch deutlich, wie viele unterschiedliche Bereiche von einer Harmonisierung der Geodaten profitieren werden. Insgesamt arbeiten 27 Partner aus 14 europäischen Ländern am Projekt. Die Global Monitoring for Environment and Security (GMES), eine europäische Initiative für Sicherheit und Umweltüberwachung, fördert HUMBOLDT mit 7,9 Mio. Euro aus dem 6. Europäischen Forschungsrahmenprogramm.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.esdi-humboldt.eu
http://www.igd.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Geodaten Graphische Datenverarbeitung Harmonisierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hitzewellen im Meer bedrohen Ökosysteme
16.08.2018 | Universität Bern

nachricht Meeresmüll in entlegensten Regionen
13.08.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Quantenverschränkung erstmals mit Licht von Quasaren bestätigt

20.08.2018 | Physik Astronomie

1,6 Millionen Euro für den Aufbau einer Forschungsgruppe zu Quantentechnologien

20.08.2018 | Förderungen Preise

IHP-Technologie darf in den Weltraum fliegen

20.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics