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Naturschützer und -nutzer versöhnen: Wo Brachland ist, sollen Blumen blühen

16.06.2006
Naturschutz und Landwirtschaft - eine hoffnungslose Konkurrenz? Hochproduktive Ackerflächen bieten für Tiere und Wildpflanzen oft kaum Lebensraum. Die könnten im Gegensatz dazu auf brachliegenden Flächen gut leben - wenn Landwirte auf arten- und naturschutzfachliche Aspekte achten. Naturschutz und Landwirtschaft sind also vereinbar.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt Partner wie den Internationalen Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC), um beide Anliegen miteinander zu verbinden. Bei den Feldtagen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) vom 20. bis 22. Juni in der Nähe von Hanau präsentiert die DBU im Versuchsfeld A 44 auch ein Projekt der Universität Hannover: Die Wissenschaftler entwickeln eine Software, die Maßnahmen zur naturschutzfachlichen Aufwertung der Äcker vorschlägt. "Die Naturschutz-Projekte, die wir vorstellen, schränken Landwirte in ihrer Konkurrenzfähigkeit nicht ein", betont DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde.


Da 12.000 der weltweit rund 20.000 Rotmilan-Paare in Deutschland brüten, ist der Schutz des Greifvogels hierzulande besonders wichtig. Mit dem Verbundprojekt "Lebensraum Börde" fördert die DBU entsprechende Vorhaben. Foto: DBU

Es geht nicht nur ums Überleben, aber auch: "Die herkömmliche Landwirtschaft in Börden mit ihren großflächigen Monokulturen bietet Vögeln wie dem Rotmilan kaum noch Nahrungsmöglichkeiten", weiß Brickwedde. Börden sind fruchtbare, weitgehend ebene Landschaften mit besten Bedingungen für den Ackerbau. "Von weltweit 20.000 Brutpaaren leben 12.000 Exemplare in Deutschland. Uns kommt also beim Schutz des Greifvogels eine besondere Bedeutung zu", erläutert Brickwedde. Mit über zwei Millionen Euro fördert die DBU unter dem Stichwort "Naturschutz in intensiv genutzten Agrarlandschaften" den Projektverbund Lebensraum Börde mit fünf Vorhaben vom Rheingebiet bis nach Sachsen. In dem Vogelschutzgebiet Hakel in der Magdeburger Börde bemühen sich so 30 Landwirte darum, die Lebensbedingungen für den Rotmilan zu verbessern. "Ein Verbundprojekt wie dieses ist modellhaft in der fächerübergreifenden Zusammenarbeit von Schützern und Nutzern", lobt Brickwedde.

Wie Stilllegungsflächen als Lebensräume für Wildtiere genutzt werden können - das zeigt der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) bei den DLG-Feldtagen. Zur Zeit liegen nach Darstellung des Rates allein in Deutschland rund eine Million Hektar Ackerland brach. In ihrem von der DBU geförderten Projekt "Lebensraum Brache" haben Akteure aus Landwirtschaft, Jagd, Landschaftspflege und Naturschutz in Bayern und Hessen 5.000 Hektar mit speziellen Saatgutmischungen wildtierfreundlich gestaltet. Mit Erfolg: Im bayerischen Güntersleben leben nach zweijähriger Betreuung inzwischen durchschnittlich 2,5 Rebhuhn-Hähne anstelle von 1,6 Tieren auf 100 Hektar Land, so das Institut für Wildtierforschung an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. "Die Wissenschaftler prüfen auch, ob sich die Ergebnisse auf größere Landschaftsräume übertragen lassen", betont Brickwedde.

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Im großen Umfang hat die DBU Projekte mit landwirtschaftlichem Bezug gefördert: Seit ihrer Gründung vor 15 Jahren unterstützte die weltweit größte Umweltstiftung bislang über 370 Vorhaben mit rund 95 Millionen Euro.

Franz-Georg Elpers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de/press/artikel.php?id=1176

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