Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Emissionsgesteuerter Güterverkehr im Alpenraum: Emissionsrechtehandel als Lösungsansatz?

18.04.2006


Der Güterverkehr versorgt Bevölkerung und Wirtschaft mit dringend benötigten Waren. Jährlich werden in Österreich mehr als 500 Millionen Tonnen an Gütern transportiert, der Großteil davon auf der Straße. Die Folgen für die Umwelt sind fatal: Gerade in sensiblen Gebieten wie den Alpentälern gerät die Natur immer mehr aus dem Gleichgewicht. Um dieser zwiespältigen Situation zu begegnen, hat ein Forscher-Team unter Federführung der TU Graz zwei Jahre lang Lösungsansätze erarbeitet. Die Ergebnisse des von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) beauftragten Projektes präsentieren die Wissenschafter im Rahmen der Veranstaltung "Emissionsgesteuerter Güterverkehr im Alpenraum - Emissionsrechtehandel als Lösungsansatz?" am Freitag, den 21. April 2006, an der TU Graz.



So viel wie notwendig, aber nicht mehr als nötig: Ziel des Emissionsrechtehandels ist eine Steuerung des Verkehrsaufkommens, die sich an ökologischen Kriterien orientiert. "Der Staat oder eine vom Staat beauftragte Gesellschaft verkauft eine begrenzte Anzahl von Emissionszertifikaten an Unternehmen, die diese zu einer bestimmten Emissionsmenge in einem definierten Zeitintervall berechtigen", erläutert Projektleiter Werner Gobiet vom Institut für Straßen- und Verkehrswesen der TU Graz das Grundprinzip. "Diese Zertifikate können zwischen Betrieben an einer eigenen Börse gehandelt werden."



Mit dem Ziel, sensible Gebiete wie den Alpenraum zu schützen, hat sich unter Gobiets Leitung ein interdisziplinäres Forscherteam aus Juristen, Volkswirten, Verkehrswirtschaftern, -planern und -ökologen zwei Jahre intensiv mit der komplexen Thematik befasst. Im Rahmen des Forschungsprojekts "Alp-EmiV" (Emissionsgesteuerter Güterverkehr im Alpenraum) erarbeiteten die Wissenschafter am Beispiel der alpinen Landschaften ein Lösungsmodell, das sie bei der Tagung vor Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik präsentieren.

"Es ist uns gelungen, die Grundlage für die Realisierung einer emissionsbasierten Steuerung des Güterverkehrs im Alpenraum zu schaffen", freut sich Gobiet über das Ergebnis der Arbeit. Als Basis für eine ökologisch orientierte Verkehrslenkung diskutieren die Autoren in ihrer Studie verkehrsbedingte Umweltkosten sowie Anlagenrecht für Straßenabschnitte. Weiters präsentieren sie Steuerungsmöglichkeiten des Straßengüterverkehrs aufgrund der Umweltbelastung, wobei ökologische und technologische Aspekte genauso beleuchtet werden wie die juridische Umsetzbarkeit. Im Rahmen der eintägigen Veranstaltung an der TU Graz diskutieren die Wissenschafter mit Experten auch die Machbarkeit der erarbeiteten Maßnahmen.

Forschungsprogramm Alpenforschung

Das Projekt Alp-EmiV wird im Zuge des von der ÖAW verwalteten und vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (BMBWK) finanzierten Forschungsprogramms "Alpenforschung" durchgeführt. Dieses Programm ist Teil der im Jahr 1999 gegründeten Forschungskooperation "Internationales Wissenschaftliches Komitee Alpenforschung (ISCAR)", an der die ÖAW gemeinsam mit anderen europäischen Forschungseinrichtungen beteiligt ist.

Ziel der Forschungskooperation ist die Förderung der alpenweiten und fachübergreifenden Zusammenarbeit im Bereich der Alpenforschung sowie der Transfer von Forschungsergebnissen in Praxis und Öffentlichkeit. Forschungsschwerpunkte sind Klimawandel, Wasser, Verkehr, Naturkatastrophen, Biodiversität, Sozioökonomie oder die Geowissenschaften.

Weitere Informationen zum Forschungsprogramm Alpenforschung finden Sie unter
http://www.oeaw.ac.at/deutsch/forschung/programme/programme.html

Das Programm zur Fachtagung "Emissionsgesteuerter Güterverkehr im Alpenraum" ist online unter http://www.isv.tugraz.at/fachtagung verfügbar.

Termin: Freitag, 21. April 2006, 10.00 bis 16.45 Uhr
Ort: TU Graz, Lessingstraße 25, HS L

Rückfragen:

TU Graz
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Werner Gobiet
Tel: +43 (0) 316 873 6222
Mobil: +43 (0) 664 500 97 21
Email: werner.gobiet@tugraz.at

Österreichische Akademie der Wissenschaften
Dr. Günter Köck
E-mail: guenter.koeck@oeaw.ac.at

Mag. Alice Senarclens de Grancy | idw
Weitere Informationen:
http://www.oeaw.ac.at/deutsch/forschung/programme/programme.html
http://www.isv.tugraz.at/fachtagung
http://www.tugraz.at

Weitere Berichte zu: Alpenforschung Alpenraum Emissionsrechtehandel Güterverkehr ÖAW

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht „Molekulare Schere“ für den Plastikmüll möglich
12.04.2019 | Universität Greifswald

nachricht E. coli & Co.: Fäkalkeime in Landschaften und Fließgewässern
04.04.2019 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Explosion on Jupiter-sized star 10 times more powerful than ever seen on our sun

A stellar flare 10 times more powerful than anything seen on our sun has burst from an ultracool star almost the same size as Jupiter

  • Coolest and smallest star to produce a superflare found
  • Star is a tenth of the radius of our Sun
  • Researchers led by University of Warwick could only see...

Im Focus: Neues „Baustein-Konzept“ für die additive Fertigung

Volkswagenstiftung fördert Wissenschaftler aus dem IPF Dresden bei der Erkundung eines innovativen neuen Ansatzes im 3D-Druck

Im Rahmen Ihrer Initiative „Experiment! - Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“
fördert die VolkswagenStiftung ein Projekt, das von Herrn Dr. Julian...

Im Focus: Vergangenheit trifft Zukunft

autartec®-Haus am Fuß der F60 fertiggestellt

Der Hafen des Bergheider Sees beherbergt seinen ersten Bewohner. Das schwimmende autartec®-Haus – entstanden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung...

Im Focus: Hybrid-Neuronen-Netzwerke mit 3D-Lithografie möglich

Netzwerken aus wenigen Neuronenzellen können gezielt künstliche dreidimensionale Strukturen vorgegeben werden. Sie werden dafür elektronisch verschaltet. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, Fehler in neuralen Netzwerken besser zu verstehen und technische Anwendungen mit lebenden Zellen gezielter zu steuern. Dies stellt ein Team aus Forschenden aus Greifswald und Hamburg in einer Publikation in der Fachzeitschrift „Advanced Biosystems“ vor.

Eine der zentralen Fragen der Lebenswissenschaften ist, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Komplexe Abläufe im Gehirn ermöglichen uns, schnell Muster...

Im Focus: Was geschieht im Körper von ALS-Patienten?

Wissenschaftler der TU Dresden finden Wege, um das Absterben von Nervenzellen zu verringern und erforschen Therapieansätze zur Behandlung von ALS

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nicht selten verläuft ALS nach der Diagnose innerhalb...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Irdischer Schutz für außerirdisches Metall

18.04.2019 | Verfahrenstechnologie

Erster astrophysikalischer Nachweis des Heliumhydrid-Ions

18.04.2019 | Physik Astronomie

Radioteleskop LOFAR blickt tief in den Blitz

18.04.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics