Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine demographische Modellierung für Pflanzen

17.03.2006


Niederländische Forscher führten Modellanalysen zur Demographie durch, auf deren Grundlage die Notwendigkeit einer individuellen Artenschutzpolitik gegenüber allgemeinen Verfahren deutlich wurde, um die Vielfalt an europäischen Pflanzenarten vor dem Aussterben zu bewahren.



Im Verlauf des TRANSPLANT-Projekts, das auf der finanziellen Grundlage des Fünften Rahmenprogramms stattfand, wurde eine Vielzahl demographischer Daten über Pflanzen gesammelt. Die Universität Nijmegen, ein Mitglied des TRANSPLANT-Konsortiums, wendete ein Matrix-Projektmodell an, um aus diesen Daten maximalen Nutzen zu ziehen.



Um in dieses Matrix-Projektmodell integriert werden zu können, wurden die Daten anhand verschiedener Kriterien wie Größe, Blühfähigkeit usw. aufgeteilt. Die Wachstumsrate einer Population ist das Hauptergebnis des Modells, wodurch ersichtlich wird, ob eine spezifische Population überlebensfähig oder vom Aussterben bedroht ist. Außerdem wird durch die Empfindlichkeitsanalyse ermittelt, welche Faktoren das Wachstum einer Population fördern bzw. hemmen.

Die Universität Nijmegen benutzte das Matrix-Projektmodell auch, um ein Life-Table-Reaktionsexperiment (LTRE) durchzuführen. Die LTRE-Analyse ermöglicht einen systematischen Vergleich von Pflanzenpopulationenmit Unterschieden in Spezies, Größe, Langlebigkeit, Fähigkeit zur Samenstreuung, Lebensraum usw.

Die niederländischen Wissenschaftler fanden heraus, dass Wechselhaftigkeit zu einem großen Teil mit der Region zusammenhängt, in der sich die Pflanze befindet. Noch faszinierender war, dass Populationen einer Spezies mit positiven Wachstumsraten aus völlig verschiedenen Gründen in unterschiedlichen Regionen gediehen. Dies traf besonders bei Carlina vulgaris (Golddistel) zu, die ihren Lebenszyklus grundlegend wandelte, um sich an das veränderte Umfeld anzupassen.

Die Bedeutung dieser Ergebnisse für den Artenschutz besteht darin, dass eine spezifische, nachhaltige Methode in einer Region erfolgreich sein kann, in einer anderen jedoch auch ein Scheitern möglich ist. Daher muss eine flexible Herangehensweise beim Artenschutz entwickelt werden, die den Faktor der regionalen Unterschiede berücksichtigt. Die Universität Nijmegen stellt ihre Erfahrung bei Matrix-Projektmodellen für die Bestmmung solcher Strategien gern zur Verfügung.

Prof. Hans de Kroon | ctm
Weitere Informationen:
http://www.wageningenuniversiteit.nl/nl/
http://www.ru.nl

Weitere Berichte zu: Artenschutz Aussterben Population Spezie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht „Molekulare Schere“ für den Plastikmüll möglich
12.04.2019 | Universität Greifswald

nachricht E. coli & Co.: Fäkalkeime in Landschaften und Fließgewässern
04.04.2019 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Explosion on Jupiter-sized star 10 times more powerful than ever seen on our sun

A stellar flare 10 times more powerful than anything seen on our sun has burst from an ultracool star almost the same size as Jupiter

  • Coolest and smallest star to produce a superflare found
  • Star is a tenth of the radius of our Sun
  • Researchers led by University of Warwick could only see...

Im Focus: Neues „Baustein-Konzept“ für die additive Fertigung

Volkswagenstiftung fördert Wissenschaftler aus dem IPF Dresden bei der Erkundung eines innovativen neuen Ansatzes im 3D-Druck

Im Rahmen Ihrer Initiative „Experiment! - Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“
fördert die VolkswagenStiftung ein Projekt, das von Herrn Dr. Julian...

Im Focus: Vergangenheit trifft Zukunft

autartec®-Haus am Fuß der F60 fertiggestellt

Der Hafen des Bergheider Sees beherbergt seinen ersten Bewohner. Das schwimmende autartec®-Haus – entstanden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung...

Im Focus: Hybrid-Neuronen-Netzwerke mit 3D-Lithografie möglich

Netzwerken aus wenigen Neuronenzellen können gezielt künstliche dreidimensionale Strukturen vorgegeben werden. Sie werden dafür elektronisch verschaltet. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, Fehler in neuralen Netzwerken besser zu verstehen und technische Anwendungen mit lebenden Zellen gezielter zu steuern. Dies stellt ein Team aus Forschenden aus Greifswald und Hamburg in einer Publikation in der Fachzeitschrift „Advanced Biosystems“ vor.

Eine der zentralen Fragen der Lebenswissenschaften ist, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Komplexe Abläufe im Gehirn ermöglichen uns, schnell Muster...

Im Focus: Was geschieht im Körper von ALS-Patienten?

Wissenschaftler der TU Dresden finden Wege, um das Absterben von Nervenzellen zu verringern und erforschen Therapieansätze zur Behandlung von ALS

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nicht selten verläuft ALS nach der Diagnose innerhalb...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Irdischer Schutz für außerirdisches Metall

18.04.2019 | Verfahrenstechnologie

Erster astrophysikalischer Nachweis des Heliumhydrid-Ions

18.04.2019 | Physik Astronomie

Radioteleskop LOFAR blickt tief in den Blitz

18.04.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics