Urlaub ohne Auto? Wettbewerbsjury fuhr auf NaturFreunde-Projekt ab

Die NaturFreunde Deutschland entwickelten mit ihrem Projekt "Einsteigen: naturfreundlich unterwegs!" eine familientaugliche Urlaubs- und Freizeitgestaltung ohne Auto. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstütze die NatuFreunde. Foto: Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Der wachsende Freizeit- und Urlaubsverkehr trägt zur Luftverschmutzung bei. Doch es gibt Konzepte, die „schönsten Wochen des Jahres“ auch ohne Auto zu verbringen – ausgezeichnete sogar: Für ihr Projekt „Einsteigen: naturfreundlich unterwegs!“ wurden die NaturFreunde Deutschlands heute im Rahmen der internationalen Konferenz „Umweltfreundlich Reisen in Europa“ in Wien in der Kategorie „Beherbergungsbetriebe“ mit Platz eins geehrt. Damit honoriert die Jury eine Kampagne, in der Mitarbeiter von 22 NaturFreundehäusern familientaugliche Urlaubs- und Freizeitgestaltung ohne Auto entwickelten. Mithilfe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) hatten die NaturFreunde die „Aktion Klimaschutz in Freizeit und Erholung“ ins Leben gerufen.

„Noch nie in der Geschichte des modernen Tourismus reisten so viele Menschen so häufig und so weit weg. ’Mobil sein’ ist zur Passion geworden“, sagte DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde heute in Osnabrück. Und gerade zur Ferienzeit sorgen Verkehrsströme in dichten Kolonnen aus der Stadt für Staus und Stress. Nach Untersuchungen der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR) reicht die Abgasfahne vielbefahrener Straßen bis zu zwölf Kilometer ins Hinterland. Ziel des europäischen Wettbewerbs – im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft von verschiedenen Bundesministerien des Nachbarlandes organisiert – war es deshalb, Praxisprojekte und Initiativen im Spannungsfeld Verkehr und Tourismus aufzuzeigen.

Die Jury suchte nach Aktionen, die Umwelt, Mobilität und Tourismus in Einklang bringen. Die Idee der NaturFreunde setzte sich durch: Deutschlandweit entwickelte der Verein in den vergangenen zwei Jahren Konzepte, um seine Ferienhäuser als Zentren für Naherholung zu positionieren und sowohl Gäste, Mitarbeiter als auch Verbandsmitglieder in Klimaschutzaktivitäten einzubeziehen. „Wir wollen unseren Gästen Mobilitätsalternativen eröffnen, die Umweltschutz ohne Komfortverlust ermöglichen“, betont Nina Wettern, Projekltleiterin und Pressesprecherin der NaturFreunde. Freizeit ohne Auto – wie das geht, erarbeiteten größtenteils ehrenamtliche Mitarbeiter.

So organisieren die Vereinsmitglieder eines Selbstversorgerhauses in Hof eine Veranstaltungsreihe zum Thema Klimaschutz, erarbeiteten für eine Broschüre regionale Freizeittipps und schafften für die Gäste Fahrräder an. Gemeinsam mit den NaturFreunden aus Plauen bereiteten die Hofer auch einen familien- und kindertauglichen Ausflug mit Energie vor: Mit den Hausgästen wollen sie im Oktober zu einer Solaranlage, einem Windrad und zu einem Wasserkraftwerk wandern.

„Dadurch dass wir mit regionalen Partnern wie Verkehrsbünden und Tourismusverbänden zusammenarbeiten, erzielen wir eine große Breitenwirkung“, erläutert Wettern. Erkennbar sei schon jetzt, dass die guten Beispiele Nachahmer fänden. Eine erfolgreiche Mulitplikation der Idee sei vereinsintern durchaus wirksam: Jährlich beherbergen über 450 Naturfreundehäuser mehr als 1,6 Millionen Gäste. „Da der überwiegende Teil der Urlauber keine Vereinsmitglieder sind, kann die Kampagne neue Zielgruppen auf das Thema Klimaschutz aufmerksam machen“, beschreibt Brickwedde das Potenzial eines Urlaubs mit Genuss und Weitblick, aber ohne Auto.

Media Contact

Franz-Georg Elpers idw

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