Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lehren aus dem Hurrikan Katrina für Bremen und Hamburg

07.12.2005


An den norddeutschen Küsten wächst auf Grund des globalen Klimawandels die Hochwassergefahr. Wie der Hurrikan "Katrina" und seine katastrophalen Folgen zeigen, ist das richtige Agieren der Verantwortlichen im Krisenfall von entscheidender Bedeutung. Im Forschungsprojekt "Politisch-administrative Risikosteuerung" untersuchen Bremer Sozialwissenschaftler , inwieweit soziale Besonderheiten bei einem angemessenen Hochwassermanagement berücksichtigt werden müssen.



Der Hurrikan "Katrina" und die katastrophalen Folgen für New Orleans, aber auch jüngst der Schneesturm im Münsterland zeigen: Auch hoch entwickelte Industrieländer sind durch Umweltkatastrophen verletzlich. Wenn das Krisenmanagement nicht funktioniert, bricht sogar das Chaos aus. An den norddeutschen Küsten wächst auf Grund des globalen Klimawandels die Hochwassergefahr. Das Risikobewusstsein in der Bevölkerung ist im Falle extremer Hochwassergefährdung sehr wichtig. Von entscheidender Bedeutung ist allerdings das Agieren der Verantwortlichen in den Krisenstäben. Sie benötigen für ihre Entscheidungen umfangreiches Wissen: über Kommunikation, Mobilität, sozialen Zusammenhalt und Gesundheitszustand der betroffenen Bevölkerung. Prozesse gesellschaftlichen Wandels wie Alterung der Gesellschaft, zunehmende soziale Disparitäten, Individualisierung und Multikulturalisierung, von der Industrie- zur Wissensgesellschaft wirken dabei ambivalent. Einerseits kommt es zur Erosion von traditionellen Formen des sozialen Zusammenhalts; es entstehen aber zugleich auch neue Möglichkeiten der Wissensvermittlung und -aneignung (neben Radio und Fernsehen das Internet) und der Kommunikation (Handy).

... mehr zu:
»Hurrikan »Klimawandel


Ein angemessenes Hochwasserrisikomanagement muss daher neben den Sachdimension der Naturgefahren auch die sozialen Besonderheiten der Lage berücksichtigen. Wie dies mit Blick auf Bremen und Hamburg geschehen kann, ist Thema des soziologisch-politikwissenschaftlichen Forschungsprojekts "Politisch-administrative Risikosteuerung" (PaRis) der Wissenschaftler Professor Hellmuth Lange und Heiko Garrelts vom Forschungszentrum Nachhaltigkeit der Universität Bremen. Es gehört zum interdisziplinären Verbundvorhaben "Integriertes Hochwasserrisikomanagement in einer individualisierten Gesellschaft" (INNIG), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms "Risikomanagement extremer Hochwasserereignisse" gefördert wird.

Wie wichtig diese Thematik international eingestuft wird, zeigt ein Blick auf die bis zum 9. Dezember 2005 laufende UN-Klimakonferenz im kanadischen Montreal. Dabei geht es nämlich nicht nur um die Reduzierung von Treibhausgasen. Von der Öffentlichkeit weniger beachtet, wird zugleich darüber beraten, wie man sich auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten kann. Auch hier ist aus dem Hurrikan "Katrina" zu lernen. Deutlich wurde, dass die Auswirkungen des Klimawandels verschiedene soziale Gruppen unterschiedlich treffen können. Mehr noch: Soziale Benachteiligung und falsche politische Entscheidungen haben Verwundbarkeit überhaupt erst entstehen und "Katrina" zur Katastrophe werden lassen. Ältere, behinderte, arme und nicht-weiße Menschen waren den Wirkungen von "Katrina" deutlich stärker ausgesetzt als andere Bevölkerungsgruppen. Ihnen fehlte es an materiellen Ressourcen (eigenes Auto), am Zugang zu Informationen, an Netzen gegenseitiger Hilfe und außerdem an öffentlicher Beachtung und ausreichender Wertschätzung. Die Bremer Sozialwissenschaftler werden in ihrer Untersuchung auch diesen Aspekten einen breiten Raum geben.

Weitere Informationen:
Universität Bremen
Forschungszentrum Nachhaltigkeit
Professor Hellmuth Lange
E-Mail: lange@artec.uni-bremen.de
Dipl.-Pol. Heiko Garrelts,
E-Mail: garrelts@artec.uni-bremen.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.innig.uni-bremen.de

Weitere Berichte zu: Hurrikan Klimawandel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik im Fisch
07.11.2018 | Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

nachricht Ohne Kunststoff zur Mikroplastik-Jagd: „Rocket“ verbessert Erfassung besonders kleiner Partikel
22.10.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Im Focus: A Chip with Blood Vessels

Biochips have been developed at TU Wien (Vienna), on which tissue can be produced and examined. This allows supplying the tissue with different substances in a very controlled way.

Cultivating human cells in the Petri dish is not a big challenge today. Producing artificial tissue, however, permeated by fine blood vessels, is a much more...

Im Focus: Optimierung von Legierungswerkstoffen: Diffusionsvorgänge in Nanoteilchen entschlüsselt

Ein Forschungsteam der TU Graz entdeckt atomar ablaufende Prozesse, die neue Ansätze zur Verbesserung von Materialeigenschaften liefern.

Aluminiumlegierungen verfügen über einzigartige Materialeigenschaften und sind unverzichtbare Werkstoffe im Flugzeugbau sowie in der Weltraumtechnik.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Emulsionen masschneidern

15.11.2018 | Materialwissenschaften

LTE-V2X-Direktkommunikation für mehr Verkehrssicherheit

15.11.2018 | Informationstechnologie

Daten „fühlen“ mit haptischen Displays

15.11.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics