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Vertragsstaaten der Bonner Konvention senden starkes Signal fuer besseren Schutz von Walen und Delfinen

25.11.2005


Gemeiner Delfin im Mittelmeer erhaelt hoechsten Schutzstatus

Im Rahmen der 8. Vertragstaatenkonferenz der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (engl. Convention of Migratory species, CMS), die am heutigen 25. November in Nairobi, Kenia, zu Ende ging, erhielt der Gemeine Delfin durch die Aufnahme in Anhang I der Konvention den hoechstmoeglichen Schutzstatus unter diesem UN-Abkommen.

"Wir sind sehr erfreut ueber diese Entscheidung. Sie ist ein Signal fuer alle Mittelmeer-Anrainerstaaten, dringende Massnahmen umzusetzen, um ein Verschwinden der Gemeinen Delfine in dieser Region zu verhindern", erlaeutert Nicolas Entrup von der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS, die zu Beginn der Konferenz den Partnerschaftsstatus der Bonner Konvention erhalten hatte.

"Wir hoffen nun auf die schnelle Umsetzung eines Schutzmassnahmenplans, der bereits im vergangenen Jahr von Mitgliedern des regionalen Schutzabkommen fuer Wale und Delfine im Mittelmeer und Schwarzen Meer (ACCOBAMS) willkommen geheissen worden war. Leider ist in dieser dringenden Angelegenheit bisher nichts geschehen", fuegt Entrup hinzu.

Der Gemeine Delfin im Mittelmeer gilt als stark gefaehrdet. Im Ionischen Meer nur noch selten anzutreffen, ist diese Delfinart in der Adria bereits gaenzlich verschwunden. Im westlichen Teil des Mittelmeeres verursacht der fortwaehrende illegale Einsatz von Treibnetzen jaehrlich den Tod Hunderter Gemeiner Delfine.

In drei weiteren Beschluessen wurden ambitionierte Schritte zur Verringerung der durch Menschen verursachten Bedrohungen fuer Wale und Delfine festgelegt. Dazu zaehlt die internationale Koordination von Massnahmen zur Minimierung von Beifang, akustischer Meeresverschmutzung, von Schiffskollisionen, sowie die Intensivierung von Forschungsaktivitaeten ueber die Folgen klimatischer Veraenderungen auf wandernde Tierarten.

"Diesen Entschluessen muessen nun auch Taten folgen", mahnt Nicolas Entrup im Hinblick auf eine sehr kontroverse Diskussion ueber das zukuenftige Budget des Abkommens. "Wir erwarten, dass erste Schritte zur Umsetzung von Schutzmassnahmen umgehend eingeleitet werden. Aber die Staaten muessen erkennen, dass es Tier- und Artenschutz nicht zum Nulltarif gibt" ergaenzt der Sprecher der WDCS bezugnehmend auf das Ziel der Vereinten Nationen, das weltweite Artensterben bis 2010 drastisch zu reduzieren.

Annika Winter | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.wdcs-de.org

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