Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von den Problemen Marienkäfer zur Sesshaftigkeit zu verführen

25.11.2005


Nützliche Insekten schaffen es im Freiland noch nicht gegen Schadorganismen anzukommen. Nützlingsgemeinschaften im Freiland zu fördern ist trotzdem eine wichtige Maßnahme. Wissenschaftler der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) geben den Landwirten entsprechende Empfehlungen.



Kaum ein Gewächshaus in Deutschland kommt heute ohne kleine Helfer aus. Die Rede ist von Nützlingen. Diese nützlichen Insekten und Milben werden ausgesetzt, um z. B. unliebsame Blattläuse oder Milben zu vertilgen, die sonst die Zierpflanzen durch ihren Fraß verunzieren. Der Einsatz von Fressfeinden oder Parasiten führt dazu, dass weniger Chemie gegen die Schädlinge eingesetzt werden muss. Gerne würde man sich auch im Freiland verstärkt der Nützlinge bedienen. Doch lassen sie sich hier schwerer ansiedeln. "Um sie zur Sesshaftigkeit zu verführen, müssen ihnen die Landwirte etwas bieten, indem sie z. B. Hecken oder Ackerschonstreifen anlegen", erklärt Dr. Bernd Freier von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA).

... mehr zu:
»BBA »Freiland »Landwirt »Marienkäfer »Nützling


"Zehnjährige Feldstudien zeigen, dass es Marienkäfer und ihre Larven, Schweb- und Florfliegenlarven und Spinnen in 50 % der Fälle schaffen, mit den Getreideblattläusen fertig zu werden. Nützlingsgemeinschaften im Freiland zu fördern ist daher eine wichtige Maßnahme, um den Blattläusen im Getreide beizukommen", erläutert der Wissenschaftler des BBA-Instituts für integrierten Pflanzenschutz in Kleinmachnow. Aber an die Effizienz und Treffsicherheit chemischer Mittel reicht man mit den unberechenbaren Nützlingen nicht heran. "Würden Sie künstlich Nützlinge einbringen, so würde Ihnen ein Marienkäfer vielleicht einen Zehntel Cent pro Quadratmeter von dem einsparen, was Sie für Pflanzenschutzmittel ausgeben müssten. Ein Käfer jedoch kostet schon 50 Cent", gibt Freier ein Rechenexempel. Da sich das für den Landwirt nicht rechnet, plädiert Bernd Freier für einen integrierten Ansatz. Der Landwirt soll die Nützlinge bei seinen Entscheidungen berücksichtigen, durch entsprechende Saumstrukturen fördern und erst, wenn der Blattlausbefall akut wird, zum chemischen Mittel greifen. Dann sollten es möglichst Mittel sein, die die natürlichen Feinde schonen.

Damit die Landwirte wissen, wann sie handeln sollen, geben ihnen die Wissenschaftler der BBA Zahlenwerte an die Hand, die sie in ihren Feldversuchen ermittelt haben. "Bei drei bis fünf Blattläusen pro Weizenhalm und weniger als fünf Nützlingen pro Quadratmeter muss er eingreifen", so etwa sieht die Regel aus. Erfahrene Landwirte haben das bereits im Blick ohne zählen zu müssen.

Das Thema "Natürliche Selbstregulation bei Getreideblattläusen" wurde anlässlich eines Workshops am 23./24. November in der Außenstelle Kleinmachnow der Biologischen Bundesanstalt vorgestellt (siehe Presseinformation der BBA vom 21.11.2005).

Kontakt:
Dr. Bernd Freier
Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft
Institut für integrierten Pflanzenschutz
Stahnsdorfer Damm 81, 14532 Kleinmachnow
Tel.: 03 32 03 / 48 - 322
E-Mail: b.freier@bba.de

Stefanie Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.bba.de

Weitere Berichte zu: BBA Freiland Landwirt Marienkäfer Nützling

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Klimaspatz Piaf signalisiert, ob die Luft rein ist
07.02.2019 | Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH

nachricht Wasserwiederverwendung in der Landwirtschaft: Fallstudien zeigen Machbarkeit
07.02.2019 | ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Materialdesign in 3D: vom Molekül bis zur Makrostruktur

Mit additiven Verfahren wie dem 3D-Druck lässt sich nahezu jede beliebige Struktur umsetzen – sogar im Nanobereich. Diese können, je nach verwendeter „Tinte“, die unterschiedlichsten Funktionen erfüllen: von hybriden optischen Chips bis zu Biogerüsten für Zellgewebe. Im gemeinsamen Exzellenzcluster „3D Matter Made to Order” wollen Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Heidelberg die dreidimensionale additive Fertigung auf die nächste Stufe heben: Ziel ist die Entwicklung neuer Technologien, die einen flexiblen, digitalen Druck ermöglichen, der mit Tischgeräten Strukturen von der molekularen bis zur makroskopischen Ebene umsetzen kann.

„Der 3D-Druck bietet gerade im Mikro- und Nanobereich enorme Möglichkeiten. Die Herausforderungen, um diese zu erschließen, sind jedoch ebenso gewaltig“, sagt...

Im Focus: Diamanten, die besten Freunde der Quantenwissenschaft - Quantenzustand in Diamanten gemessen

Mithilfe von Kunstdiamanten gelang einem internationalen Forscherteam ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Hightech-Anwendung von Quantentechnologie: Erstmals konnten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen den Quantenzustand eines einzelnen Qubits in Diamanten elektrisch zu messen. Ein Qubit gilt als die Grundeinheit der Quanteninformation. Die Ergebnisse der Studie, die von der Universität Ulm koordiniert wurde, erschienen jüngst in der renommierten Fachzeitschrift Science.

Die Quantentechnologie gilt als die Technologie der Zukunft. Die wesentlichen Bausteine für Quantengeräte sind Qubits, die viel mehr Informationen verarbeiten...

Im Focus: Wasser ist homogener als gedacht

Um die bekannten Anomalien in Wasser zu erklären, gehen manche Forscher davon aus, dass Wasser auch bei Umgebungsbedingungen aus einer Mischung von zwei Phasen besteht. Neue röntgenspektroskopische Analysen an BESSY II, der ESRF und der Swiss Light Source zeigen jedoch, dass dies nicht der Fall ist. Bei Raumtemperatur und normalem Druck bilden die Wassermoleküle ein fluktuierendes Netz mit durchschnittlich je 1,74 ± 2.1% Donator- und Akzeptor-Wasserstoffbrückenbindungen pro Molekül, die eine tetrahedrische Koordination zwischen nächsten Nachbarn ermöglichen.

Wasser ist das „Element“ des Lebens, die meisten biologischen Prozesse sind auf Wasser angewiesen. Dennoch gibt Wasser noch immer Rätsel auf. So dehnt es sich...

Im Focus: Licht von der Rolle – hybride OLED ermöglicht innovative funktionale Lichtoberflächen

Bislang wurden OLEDS ausschließlich als neue Beleuchtungstechnologie für den Einsatz in Leuchten und Lampen verwendet. Dabei bietet die organische Technologie viel mehr: Als Lichtoberfläche, die sich mit den unterschiedlichsten Materialien kombinieren lässt, kann sie Funktionalität und Design unzähliger Produkte verändern und revolutionieren. Beispielhaft für die vielen Anwendungsmöglichkeiten präsentiert das Fraunhofer FEP gemeinsam mit der EMDE development of light GmbH im Rahmen des EU-Projektes PI-SCALE auf der Münchner LOPEC (19. bis 21. März 2019), erstmals in Textildesign integrierte hybride OLEDs.

Als Anbieter von Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen auf dem Gebiet der organischen Elektronik setzt sich das Fraunhofer FEP schon lange mit der...

Im Focus: Light from a roll – hybrid OLED creates innovative and functional luminous surfaces

Up to now, OLEDs have been used exclusively as a novel lighting technology for use in luminaires and lamps. However, flexible organic technology can offer much more: as an active lighting surface, it can be combined with a wide variety of materials, not just to modify but to revolutionize the functionality and design of countless existing products. To exemplify this, the Fraunhofer FEP together with the company EMDE development of light GmbH will be presenting hybrid flexible OLEDs integrated into textile designs within the EU-funded project PI-SCALE for the first time at LOPEC (March 19-21, 2019 in Munich, Germany) as examples of some of the many possible applications.

The Fraunhofer FEP, a provider of research and development services in the field of organic electronics, has long been involved in the development of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Unendliche Weiten: Geophysiker nehmen den Weltraum ins Visier

21.02.2019 | Veranstaltungen

Tagung rund um zuverlässige Verbindungen

20.02.2019 | Veranstaltungen

LastMileLogistics Conference in Frankfurt befasst sich mit Lieferkonzepten für Ballungsräume

19.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Materialdesign in 3D: vom Molekül bis zur Makrostruktur

21.02.2019 | Verfahrenstechnologie

Neue Mechanismen der Regulation von Nervenstammzellen

21.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Fledermäusen auf der Spur: Miniatur-Sensoren entschlüsseln Mutter-Kind-Beziehung

21.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics