Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Abfalltrennung: Wo ein Wille ist, muss der Weg bereitet werden

12.09.2001


Der gute Wille ist da. Das Personal in Krankenhäusern hat großes Verständnis für den Sinn getrennter Abfallsammlung, für Wertstoff-Recycling. Ob jedoch Abfallkonzepte der Krankenanstalten im Alltag auch umgesetzt werden, hängt sehr davon ab, ob die Einsicht der Beschäftigten durch organisatorische Maßnahmen unterstützt wird. Das zeigt die Zwischenbilanz eines Forschungsprojekts des Fachs Organisationspsychologie an der Universität Dortmund.

Im Projekt KUREM (KUnststoffREcycling in Medizinischen Einrichtungen) untersuchen Wissenschaftler der Universität Dortmund seit Oktober 2000 den Umgang mit Abfall in sechs Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen. In vier der sechs kooperierenden Häuser werden medizinische Kunststoffe als zusätzliche Abfallfraktion getrennt gesammelt, um sie einem Recycling zuzuführen. Das Projekt wird mit Mitteln der Bundesanstalt für Arbeit gefördert.

Am Lehrstuhl für Grundlagen und Theorien der Organisationspsychologie von Prof. Dr. Dr. Michael Kastner wurde ein Fragebogen entwickelt, um das Umwelt- und Sicherheitsverhalten der Mitarbeiter zu untersuchen. Im Detail ging es auch um ihre Beanspruchung durch die Abfalltrennung, um Probleme der Kommunikationsgestaltung und der Schulung in den Krankenhäusern. Über 600 Krankenhausmitarbeiter, vor allem aus dem Pflegedienstbereich, haben diesen Fragebogen ausgefüllt.

Bereitschaft zu umweltgerechtem Verhalten ist vorhanden

Am 11.09. wurden erste Ergebnisse der Untersuchung im Ev. Krankenhaus zu Mülheim an der Ruhr einem Publikum aus Umweltbeauftragten sowie Vertretern der Entsorgungswirtschaft präsentiert:

Die grundsätzliche Bereitschaft der Krankenhausmitarbeitenden, sich trotz der im Durchschnitt starken Arbeitsbelastung an der Abfalltrennung zu beteiligen, ist sehr hoch.

Aus der Verhaltensforschung ist jedoch bekannt, dass der Zusammenhang zwischen Einstellung und tatsächlichem Verhalten nicht sehr groß ist. Die Korrelation ist kleiner 0,5.

Das heißt: In der Mehrzahl der Fälle handeln wir nicht unseren Einstellungen entsprechend. Um es den Mitarbeitern im Krankenhaus zu erleichtern, den "Rubikon zwischen Wollen und Tun zu überschreiten", also den im täglichen Arbeitsablauf anfallenden Abfall korrekt zu entsorgen, sind organisatorische Unterstützungsmaßnahmen erforderlich.

Vom Wollen zum Tun

Hierzu zählen beispielsweise die Formulierung von Richtlinien und Dienstanweisungen und ihre erfolgreiche Verbreitung, Schulungen und Informationsgespräche zum Thema Abfallsammelkonzept, aber auch die Art und Größe der Abfallbehälter, ihre Standorte und die Organisation der Leerung und Reinigung. Diesen Aspekten wird in den Krankenhäusern auf sehr unterschiedliche Art und Weise Rechnung getragen.

Es lässt sich festhalten, dass in zwei von drei Krankenhäusern, die eine Umweltverträglichkeitsprüfung (Öko-Audit) absolviert haben, die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit der Handhabung des Abfallsammelkonzeptes inklusive einer Kunststoffsammlung deutlich stärker ausgeprägt war als in den übrigen Krankenhäusern. Sie lag sogar deutlich über der durchschnittlichen Zufriedenheit in den beiden Häusern, die sich nicht an der Kunststofftrennung beteiligen.

Unter der Voraussetzung, dass derartige organisatorischen Rahmenbedingungen optimal gestaltet werden, stellt die Trennung einer zusätzlichen Abfallfraktion keine nennenswerte zusätzliche Belastung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar.

Die Aufgabe des KUREM-Teams im zweiten Projektjahr wird es sein, in den Krankenhäusern auf der Datenbasis individuelle Verbesserungsmaßnahmen zu initiieren, diese zu begleiten und zu bewerten.

Nähere Information: Projektteam KUREM, Barbara Kolzarek, Ruf 0231-755-6218, Fax: 0231-755-6501, E-Mail: kolzarek@orgapsy.uni-dortmund.de

Klaus Commer | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Schadstoff-Emissionen auf See verringern
15.07.2019 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Jährlich mehr als 5000 Tonnen Plastik in die Umwelt freigesetzt
12.07.2019 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nachwachsende Zähne

Wissenschaftler*innen der TU Berlin arbeiten an Zähnen aus körpereigenem Material

Haie können es, Krokodile können es, Nagetiere können es und Menschen – theoretisch – auch. Die Rede ist von nachwachsenden Zähnen. Ein Hai muss sich keine...

Im Focus: MOF@SAW oder: Nanobeben und molekulare Schwämmchen zum Wiegen und Trennen winzigster Massen

Augsburger Chemiker und Physiker berichten, wie ihnen die extrem schwierige Trennung von Wasserstoff und Deuterium in einem Gasgemisch gelungen ist.

Dank der hier vor Ort entwickelten und bereits vielfach angewendeten Surface Acoustic Waves-Technologie (SAW) ist die Universität Augsburg international als...

Im Focus: MOF@SAW: Nanoquakes and molecular sponges for weighing and separating tiny masses

Augsburg chemists and physicists report how they have succeeded in the extremely difficult separation of hydrogen and deuterium in a gas mixture.

Thanks to the Surface Acoustic Wave (SAW) technology developed here and already widely used, the University of Augsburg is internationally recognized as the...

Im Focus: Bessere Wärmeleitfähigkeit durch geänderte Atomanordnung

Die Anpassung der Wärmeleitfähigkeit von Materialien ist eine aktuelle Herausforderung in den Nanowissenschaften. Forschende der Universität Basel haben mit Kolleginnen und Kollegen aus den Niederlanden und Spanien gezeigt, dass sich allein durch die Anordnung von Atomen in Nanodrähten atomare Vibrationen steuern lassen, welche die Wärmeleitfähigkeit bestimmen. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse kürzlich im Fachblatt «Nano Letters».

In der Elektronik- und Computerindustrie werden die Komponenten immer kleiner und leistungsfähiger. Problematisch ist dabei die Wärmeentwicklung, die durch...

Im Focus: Better thermal conductivity by adjusting the arrangement of atoms

Adjusting the thermal conductivity of materials is one of the challenges nanoscience is currently facing. Together with colleagues from the Netherlands and Spain, researchers from the University of Basel have shown that the atomic vibrations that determine heat generation in nanowires can be controlled through the arrangement of atoms alone. The scientists will publish the results shortly in the journal Nano Letters.

In the electronics and computer industry, components are becoming ever smaller and more powerful. However, there are problems with the heat generation. It is...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Ein Schlüsselelement der Umwelt: Phosphor

22.07.2019 | Veranstaltungen

Testzone für die KI-gestützte Produktion

18.07.2019 | Veranstaltungen

„World Brain Day“ zum Thema Migräne: individualisierte Therapie statt Schmerzmittelübergebrauch

18.07.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Molekulare Maschinen mit Lichtantrieb

23.07.2019 | Physik Astronomie

Gendefekt liefert Hinweise auf die Krankheitsentstehung von ALS

23.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Nachwachsende Zähne

23.07.2019 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics