Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Lösungen für das Brachflächenrecycling

19.04.2005


Bundesministerium für Bildung und Forschung / U.S.-amerikanische Umweltbehörde EPA: Deutsch-amerikanische Konferenz stellt neue Lösungen zum Recycling von Brachflächen vor. Fachleute aus Deutschland und den USA tagten am 18. und 19. April 2005 in Berlin. Weitere Zusammenarbeit angekündigt.



Sowohl in Deutschland als auch den USA wird die Revitalisierung von Brachflächen bereits seit geraumer Zeit von der Politik als wichtiges Handlungsfeld angesehen. Mit der Realisierung neuer Nutzungen auf alten Flächen können Umweltprobleme, städtebauliche Missstände sowie wirtschaftliche und soziale Probleme gelöst werden. Auch in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung ist die stärkere Umsetzung des Flächenrecyclings festgeschrieben: Bis zum Jahr 2020 soll eine Reduzierung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke von aktuell 93 Hektar auf 30 Hektar täglich erreicht werden. Eine zentrale Rolle kommt hierbei Kommunen und privaten Akteuren zu, die mit rund 130 000 Hektar Brachfläche über ein enormes Flächenpotenzial verfügen.



Auf einer zweitägigen Konferenz in Berlin befassten sich internationale Experten mit Flächenrecycling-Vorhaben und diskutierten die Ergebnisse mehrerer bilateraler Workshops zu allen Fragen rund um das Flächenrecycling. Mit der Durchführung der Konferenz waren das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) und die Universität Stuttgart, VEGAS, Institut für Wasserbau beauftragt. Den Abschluss der Konferenz bildete eine Podiumsdiskussion unter Mitwirkung von Ministerien, Senatsverwaltungen, Kommunen sowie dem privaten Sektor. Hier wurden die weiteren Schritte zur Praxiseinführung neuer Instrumente diskutiert.

Der zweite Veranstaltungstag stand ganz im Zeichen der neu entwickelten Flächenrecycling-Instrumente zum Thema "Nachhaltige Ressourcenschonung - Flächenmanagement und Flächenrecycling". Dieses Thema war auch Mittelpunkt des Forschungsvorhabens "Grundlagen zur Erarbeitung von Flächenrecyclingplänen", das in Kooperation vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der U.S.-amerikanischen Umweltbehörde EPA durchgeführt wird. Vorgestellt wurden Inhalte und Struktur sowie erste Erfahrungen von Praxistests.

Ein deutsch-amerikanisches Team präsentierte auf der Konferenz zwei neu erarbeitete Instrumente für ein nachhaltiges Flächenrecycling:

- eine Flächenrecycling-Arbeitshilfe sowie einen Start-Up-Plan "BRACHFLÄCHE" für die Bundesrepublik Deutschland und

- SMARTe für die US-amerikanische Praxis der Brachflächenrevitalisierung (SMART = Sustainable Management Approaches and Redevelopment Tools).

Diese neu entwickelten Instrumente sollen ab sofort die an Brachflächenprojekten beteiligten Akteure bei der Erarbeitung von Entwicklungsprojekten unterstützen und die Wechselwirkungen zwischen planerischen, ökonomischen, sozialen und ökologischen Aspekten der Brachflächenrevitalisierung darstellen. Als Referenzbeispiele gingen die aus amerikanischen und deutschen Modellstandorten gewonnenen Erfahrungen in die Flächenrecycling-Arbeitshilfe ein. Für den engen Praxisbezug des Forschungsvorhabens auf deutscher Seite sorgten dabei die Modellstandorte Leipzig, Duisburg, Saarbrücken, Lennestadt sowie die Region um Freiburg.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die amerikanische Umweltbehörde EPA wollen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit im nachhaltigen Flächenmanagement fortsetzen. Die bilaterale Kooperation soll auf deutscher Seite an das nationale "Förderprogramm zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme und für ein nachhaltiges Flächenmanagement (REFINA)" angebunden werden. In geeigneten Projekten ist Kooperation und Erfahrungsaustausch mit amerikanischen Partnern geplant. Interessierende Themenbereiche auf deutscher und amerikanischer Seite sind dabei unter anderem das flexible Projektmanagement beim Brachflächenrecycling, das sich an verändernde Rahmenbedingungen und Zielsetzungen anpasst, das Recycling von Altflächen im Rahmen eines regionalen Flächenmanagements und die attraktive Lebensraumgestaltung auf Altflächen.

http://www.difu.de/seminare/05brachflaechen.programm.pdf

Weitere Informationen:

Dipl. Ing. agr. Thomas Preuß
Deutsches Institut für Urbanistik
Arbeitsbereich Umwelt und Verkehr
Straße des 17. Juni 112
10623 Berlin
Telefon 030/39001-265
E-Mail: preuss@difu.de
Internet: www.difu.de

Detailinfos zu den vorgestellten neuen Instrumenten:

Flächenrecycling-Arbeitshilfe/Start-Up-Plan "BRACHFLÄCHE":
Ein auf die konkrete Brachfläche zugeschnittener ganzheitlicher Projekt- und Businessplan. Er konzentriert sich auf diejenigen Daten bezüglich Information, Kommunikation, Projektplanung und Mittelakquise, die für die jeweilige Zielgruppe von vorrangiger Bedeutung sind.

Arbeitshilfe und Start-Up-Plan richten sich an Grundstückseigentümer, Sanierungspflichtige, Kommunen, Landesverwaltungen, Anwohner und Betroffene, Politiker, Investoren und Banken, Immobilienentwickler, Verbände sowie an Wissenschaft und Fachöffentlichkeit. Getestet wurde der Start-Up-Plan bereits an einem alten Schlachthofgelände in Aachen sowie am ehemaligen Kienzle-Areal in Villingen-Schwenningen.

Das US-amerikanische SMARTe ist ein internetbasiertes Entscheidungsinstrument, das den an der Flächenrevitalisierung beteiligten Akteuren hilft, Szenarien einer zukünftigen Wiedernutzung zu entwickeln und zu prüfen.

Deutsches Institut für Urbanistik (Difu), Berlin
Sybille Wenke-Thiem
Ltg. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Straße des 17. Juni 112
10623 Berlin
Telefon: 030/39001-209
Telefax: 030/39001-130

Sybille Wenke-Thiem | idw
Weitere Informationen:
http://www.difu.de
http://www.kommunalweb.de
http://www.difu.de/seminare/05brachflaechen.programm.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Lichtverschmutzung macht Fische mutig
21.09.2018 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Gegen Straßenschmutz im Regenwasser
21.09.2018 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen

20.09.2018 | Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Lichtverschmutzung macht Fische mutig

21.09.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Gegen Straßenschmutz im Regenwasser

21.09.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

21.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics