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CO2-Gehalt nähert sich historischem Höchststand

13.12.2004


Ozeane passen sich nur langsam an Veränderungen an



Durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und -gas ist der CO2-Gehalt heute höher als er vor 430.000 Jahren war, warnt Daniel P. Schrag von der Harvard University. Wenn es keine Verringerung des CO2-Ausstoßes gebe, werde er bald so hoch sein wie seit 30 Mio. Jahren nicht mehr. CO2 sei zwar nicht der einzige Grund für die globale Klimaveränderung, doch es sei der Hauptgrund. Die CO2-Emmission zu reduzieren sei ein notwendiger Schritt um einer katastrophalen Zukunft zu entgehen. Viele Länder haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt um ihre Treibhaus-Gase zu reduzieren. Doch seien nachhaltige und effektive Maßnahmen nicht möglich ohne die Beteiligung der USA. Auch Entwicklungsländer wären so nicht an einer Teilnahme zu bewegen.

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Aufgrund der langen Anpassungszeit von Ozeanen und Gletschern werde man die katastrophalen Auswirkungen der Klimaveränderungen nicht mehr aufhalten können wenn sie einmal eintreten. Kein Wissenschaftler wisse genau welcher CO2-Level sicher sei, um eine Katastrophe aufzuhalten. Doch sicher sei, dass die Erde sich auch dann weiter erwärme, wenn sich der CO2-Ausstoß heute stabilisiere. "Die Ozeane und die Eismassen passen sich nur allmählich über Jahrzehnte und Jahrhunderte an ihre neuen atmosphärischen Bedingungen an", so Schrag.

"Es ist natürlich gut, dass viele Länder das Problem zusammen angehen wollen. Doch ich fürchte, dass das Kyoto-Protokoll unsere größte Herausforderung nicht angeht, nämlich Energie aus Kohle zu gewinnen, ohne CO2 in die Atmosphäre zu entlassen", so Schrag. Kohle verursacht am meisten CO2. Außerdem ist es der billigste Energie-Lieferant. Auch mit der Expansion von erneuerbaren Energiequellen werde Kohle die Haupt-Energiequelle bleiben, vor allem in den Ländern mit dem höchsten Energiebedarf. Es sei also nicht die Frage ob China, Indien und die USA ihre riesigen Kohle-Vorkommen nutzen, sondern wie sie diese nutzen.

Alternativen gäbe es, sagt Schrag. So zum Beispiel eine Kohle-Vergasungstechnik, die einen konzentrierten CO2-Ausfluß produziert, der einfacher einzufangen und unterirdisch zu lagern sei. Ein Szenario wären für Schrag bilaterale Vereinbarungen zwischen den USA und China, dass die USA amerikanische Energie-Unternehmen, die in China CO2-frei produzieren, finanziell unterstützt. Als Gegenleistung sollte China seinen schnell wachsenden Energie-Markt öffnen. Doch welche Strategie auch immer vereinbart werden sollte, die Zeit zu handeln sei jetzt, warnt Schrag.

Angela Deußen | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.harvard.edu

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