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Der Fischotter lebt gefährlich! - Deutsche Wildtier Stiftung startet ein wirkungsvolles Hilfsprojekt

26.08.2004


Fischotter - Foto: Deutsche WildtierStiftung


Die Deutsche Wildtier Stiftung setzt ein wichtiges Zeichen für den Otterschutz in Deutschland. Anfang 2005 startet sie im Biosphärenreservat Schaalsee in Mecklenburg-Vorpommern ein Hilfsprojekt für das vom Aussterben bedrohte Tier.


Charismatischer Otter...

Mit seinen dunklen Knopfaugen, der breiten Stupsnase und den kleinen Ohren wirkt der Fischotter „niedlich“, ja erinnert von vorne fast ein bisschen an einen Teddybär. Wer die seltene Chance hat, dieses Tier zu beobachten, den schlägt es durch seine exzellenten Schwimm- und Tauchkünste und sein verspieltes, quirliges Wesen mit Sicherheit in seinen Bann. Rekordverdächtig ist das wasserdichte, nuss- bis schwarzbraune Fell des Otters. Es besteht aus bis zu 80.000 Haaren je Quadratzentimeter.


Zum Vergleich: Der Mensch hat auf der selben Fläche höchstens 120. Fischotter, die als Jungtiere alles – auch Schwimmen und Tauchen – von ihrer Mutter lernen müssen, leben überwiegend im Wasser, wo sie sich von Fischen, Schnecken, Fröschen und Muscheln ernähren. Der nachtaktive Einzelgänger aus der Familie der Marder kann bis zu 15 Jahre alt werden. Er liebt weiträumige Landschaften mit natürlich verlaufenden Flüssen, Feuchtwiesen, Auwäldern und sauberen Seen.

Vom Aussterben bedroht...

Doch das scheue Tier, das in Höhlen und Unterspülungen von Uferböschungen sein Zuhause findet, hat schon lange kein leichtes Leben mehr. Früher wurde der Otter, auch „Wassermarder“ genannt, wegen seines wertvollen Fells gejagt und als Fischräuber gnadenlos verfolgt. Heute leidet er unter begradigten Flussläufen, Gewässerverunreinigungen und vor allem dem Autoverkehr. Inzwischen steht der Fischotter – mit nur noch rund 700 Tieren in Deutschland – auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten in Kategorie 1, was heißt: vom Aussterben bedroht.

So wird dem Fischotter geholfen...

Die Deutsche Wildtier Stiftung nimmt sich nun des Fischotters an und startet gemeinsam mit dem Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee Anfang 2005 in dem 310 Quadratkilometer großen Gebiet ein Hilfsprojekt. Dort, im Nordwesten Mecklenburg-Vorpommerns, lebt noch eine relativ stabile Otterpopulation, für die Ausbreitungswege geschaffen werden sollen. „Kennt man sein Verhalten genau, ist es im Grunde gar nicht so schwer, dem Tier zu helfen“, so Margit Meergans, Leiterin des Projekts bei der Deutschen Wildtier Stiftung. „Der Fischotter hat Angst davor, Brücken im Wasser schwimmend zu unterqueren. Deshalb bewegt er sich normalerweise an der Uferböschung entlang. Oftmals ist das jedoch nicht möglich, weil sich die Pfeiler moderner Brücken in den Flusslauf hinein erstrecken. Dem Otter bleibt so nur der Landweg. Doch dort droht tödliche Gefahr: Viele Tiere werden beim Queren von Straßen überfahren.“ Nun sollen die Uferzonen unter den Brücken „otterfreundlich“ gestaltet werden. Ruft dann etwa von Weitem das Otterweibchen, helfen Uferrenaturierungen, Abflachungen von Böschungen oder Otterstege dem Fischotter, sein Ziel ungefährdet zu erreichen.

Hilfe erbeten!

Die Deutsche Wildtier Stiftung bittet um finanzielle Unterstützung des Fischotter-projekts durch Spenden auf das Konto 380519010, BLZ 200 500 00, HSH Nordbank. Ein nach den Bedürfnissen des Fischotters umgestalteter Brückenbereich kostet rund 5.000 Euro.

Daniel Hußmann | Deutsche Wildtier Stiftung
Weitere Informationen:
http://www.DeWiSt.de

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