Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Staub als verstecktes Klimaproblem

23.08.2004


Sandstürme nehmen extrem zu - Nördliche Hemisphäre ist Quelle



Die enormen Mengen von Staub, die über die Erdoberfläche wehen, haben schwerwiegende Folgen für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen. Über die tatsächlichen Auswirkungen der riesigen Staubwinde berichtet der Forscher Andrew Goudie von der Universität Oxford beim Internationalen Geographischen Kongress in Glasgow.



Staubstürme nehmen nach Angaben des Experten in vielen Ländern extrem zu. Darüber hinaus werden enorme Mengen Staub über die gesamte Welt verteilt. Auswirkungen gebe es nicht nur auf die Gesundheit der Menschen, sondern auch auf die Umwelt und dabei besonders auf die Korallenriffe. Rund 2.000 bis 3.000 Mio. Tonnen Staub werden jährlich emittiert. "Staub wird als Klimafaktor extrem unterbewertet", so Goudie. "Dadurch, dass Staub über die gesamte Atmosphäre verblasen wird, handelt es sich aber um ein globales Problem", erklärt der Forscher. "Die Wichtigkeit von so genannten Staubbasins als Quelle von globalem Staub wird erst jetzt langsam besser verstanden", meint der Fachmann. Dazu hätten etwa Satellitenbilder beigetragen, die auch einer der größten "Staubzentren" in der Bodele Depression im Tschad gefunden haben. In Teilen von Nordafrika hat sich die Zahl der jährlichen Staubmenge in den vergangenen 50 Jahren verzehnfacht.

Stürme transportieren riesige Mengen von Saharastaub bis nach Grönland oder umgekehrt von China bis nach Europa. Diese riesigen Mengen von Staub sind nicht ungefährlich. Sie beeinflussen die Umwelt in verschiedener Hinsicht: sie wirken als Ozeandünger, beschleunigen die Versalzung in manchen Regionen, bringen gefährliche Keime mit, verändern die Pole, indem sie die Reflexion beeinflussen, neutralisieren sauren Regen und gelten als Luftverschmutzer. Von wesentlicher Bedeutung ist auch die Beeinflussung der Kohlendioxid-Werte auf der Erde.

Große Staubmengen machen die Ozeane fruchtbarer, weil sie Nährstoffe einbringen, die das Wachstum von Phyto- und Zooplankton anregen. Sie beeinflussen dadurch den CO2-Haushalt und damit die Vegetation und feuern erneut die Produktion von Staub an. Staub wirkt auf das Klima, da Partikel die Hitze der Sonne sowohl reflektieren als auch absorbieren. Der größte Teil des Staubes stammt aus der nördlichen Hemisphäre - und dort vor allem aus extrem trockenen Gebieten. Im kommenden Jahr wird eine Expedition des University College London in die Bodele Depression reisen und die Auswirkungen auf das globale Klima untersuchen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.rgs.org

Weitere Berichte zu: Depression Hemisphäre Klimaproblem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Umweltressourcen nachhaltig nutzen
17.07.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Mikroplastik – überall und in großen Mengen
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics