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Deutschland und Frankreich wollen beim Emissionshandel stärker kooperieren

04.06.2004


Französisches Emissionsregister wird in Deutschland getestet



Der französische Umweltminister Serge Lepeltier und Bundesumweltminister Jürgen Trittin haben anlässlich der Konferenz über erneuerbare Energien in Bonn ihrem Wunsch nach einer Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich bei der Einführung des europäischen Treibhausgas-Emissionshandels Ausdruck verliehen.



Die europäische Industrie und die Energielieferanten werden ab dem 1. Januar 2005 an einem Treibhausgasquotensystem bezogen auf CO2 teilnehmen, das durch die Richtlinie 2003/87 eingerichtet wurde. Unternehmen und natürliche Personen erhalten die Möglichkeit, untereinander Emissionsberechtigungen zu handeln. Für die Umsetzung der EU-Richtlinie muss ein nationales Register für Emissionsberechtigungen eingerichtet werden. Dieses funktioniert wie ein elektronisches Grundbuch, in dem die Bewegungen und Bestände der Emissionsberechtigungen dokumentiert werden. Das von der Caisse des dépôts et consignations (CDC) für Frankreich entwickelte Seringas-System wird derzeit in der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (UBA) getestet. Die DEHSt befindet sich in intensiven Vertragsverhandlungen, um das System nach erfolgreichem Abschluss der Tests in Deutschland einführen zu können.

Die Minister befürworten nachdrücklich die baldige Schaffung einer Handelsplattform für Emissionsberechtigungen durch die Privatwirtschaft. In diesem Sinne ermuntern sie die Wirtschaft, diesbezügliche Projekte weiter voranzutreiben und den Kontakt zu den nationalen Registern zu suchen. Deutschland und Frankreich wollen diese Initiative unterstützen und streben dabei eine enge Zusammenarbeit an. Zur Vereinfachung des Handels ist die Schaffung einer elektronischen Schnittstelle zwischen Handelsplattformen und dem Register geplant.

Eine Handelsplattform verbessert die Effizienz des Emissionshandelssystems, da sie zu einer höheren Markttransparenz beiträgt und somit die Preisfindung erleichtert. Hierdurch verringern sich die Transaktionskosten für die Marktteilnehmer, wovon insbesondere kleine und mittlere Unternehmen profitieren. Die Verbindung einer Handelsplattform mit einer elektronischen Schnittstelle zum nationalen Register verstärkt zudem die Transaktionssicherheit und vereinfacht die Durchführung des Handels.

| BMU
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de

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