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Bt-Gen durch Pollen übertragen?

02.06.2004


Neue Studie in USA kritisiert Resistenz-Management - Auswirkungen auf nationale Koexistenzregeln?



Bt-Mais ist gentechnisch veränderter Mais, der ein Gen des Bacillus thuringiensis enthält, das die Pflanze veranlasst, selbst Gift gegen Schädlinge herzustellen. Ein Problem dabei ist allerdings, dass die zu bekämpfenden Insekten mit der Zeit resistent gegen die Insektizide werden können. Dies gilt auch für Insektizide, die durch die Pflanze selbst hergestellt werden und nicht nur für die, die gezielt im nachhinein gespritzt werden. Bisher wurde in der freien Natur noch kein Schädling gefunden, der gegen Bt-Pflanzen resistent ist, während im Labor solche resistenten Insekten bereits identifiziert wurden. In der Praxis muss in den USA beim Anbau von Gen-Mais neben einem Feld mit Bt-Mais immer ein Streifen der selben Sorte ohne dieses Gen angebaut werden. Diese Ausweichpflanzen sollen nichtresistenten Insekten das Überleben ermöglichen und verhindern, dass die gesamte Insektenpopulation gegen das Gift resistent wird.

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Eine neue Studie in den USA mit sechs Maissorten hat nun gezeigt, dass auch einige der Ausweichpflanzen das Bt-Gift herstellten. 40 bis 60 Prozent der Körner dieser Pflanzen enthielten das Gift, wobei der Gehalt umso höher war, je geringer der Abstand zum Bt-Mais. Das Gen muss von den gentechnisch veränderten auf die anderen Pflanzen übertragen worden sein. Die Forscher vermuten, dass die Ausweichpflanzen mit dem Wind durch Pollen der Bt-Pflanzen befruchtet worden sind. Die daraus entstandenen Maiskörner enthalten dann ebenfalls das Bt-Gen. Diese Übertragung hat auch über eine 15 Meter breite Pollenbarriere stattgefunden.

Die Forscher bezeichnen die Ergebnisse als besorgniserregend. Wenn die Ausweichpflanzen mehr als nur verschwindend geringe Mengen des Bt-Giftes produzieren, könnte dies die Resistenzentwicklung bei den Insekten erheblich beschleunigen. Den resistenten Insekten stünden dann bald keine nichtresistenten Paarungspartner mehr zur Verfügung. - Über die Studie der Texas A&M University und der University of Arizona berichtete die Neue Zürcher Zeitung.

Renate Kessen | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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