Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Größte Ökosystemstudie aller Zeiten kurz vor dem Start

05.06.2001


Am heutigen Weltumwelttag starten die Vereinten Nationen gemeinsam mit Wissenschaftlern, Regierungen, Stiftungen und anderen internationalen Institutionen die bislang umfassendste Studie über den Zustand der Ökosysteme. An der vier Jahre dauernden Studie, für die knapp 50 Millionen DM zur Verfügung stehen, werden 1500 führende Wissenschaftler, darunter Wissenschaftler des Potsdam-Instituts, beteiligt sein.

... mehr zu:
»PIK »Planet »Ökosystem

In der sogenannten Weltökosystemstudie ("Millennium Ecosystem Assessment") werden die für das Leben auf der Erde unverzichtbaren Prozesse in Wäldern, Grasländern, Flüssen und Seen, landwirtschaftlichen Flächen und Ozeanen untersucht. An der vier Jahre dauernden Studie, für die knapp 50 Millionen DM zur Verfügung stehen, werden 1500 führende Wissenschaftler aus der ganzen Welt beteiligt sein. Noch nie haben so viele Natur- und Sozialwissenschaftler gemeinsam die Konsequenzen der Veränderungen der Ökosysteme untersucht.

"Die Weltökosystemstudie wird die Gesundheit unseres Planeten aufzeichnen und so wichtige Wissenslücken zu dessen Erhaltung schließen", sagte UN-Generalsekretär Kofi Annan in seiner Eröffnungsansprache. "Wir alle müssen die empfindlichen Ökosysteme und deren wertvolle Ressourcen teilen und jeder von uns muß seinen Beitrag zu deren Erhaltung leisten. Wenn wir alle zusammen auf diesem Planeten leben wollen, dann sind wir auch gemeinsam dafür verantwortlich."


Am World Resources Institute durchgeführte Pilotstudien zeigen, dass die Ökosysteme in vielen Regionen der Welt nicht mehr den menschlichen Bedarf an Nahrung und sauberem Wasser decken können. Auch wachsen die Bedrohungen für die Artenvielfalt und die menschliche Gesundheit. Die Verwundbarkeit der Ökosysteme gegenüber Umweltkatastrophen wie Überflutungen und Dürren steigt.

Die Studie soll Entscheidungsträger mit zuverlässigen wissenschaftlichen Informationen über die Auswirkungen weltweiter Veränderungen der Ökosysteme auf die menschlichen Lebensbedingungen und die Umwelt versorgen. Regierungen, private Unternehmen und lokale Organisationen werden besser als bisher über die notwendigen Schritte zu einer Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit der Ökosysteme informiert werden.

"Alle Länder sind von den Leistungen der Ökosysteme abhängig, um ihre Bevölkerung zu versorgen", sagte Mohamed T. El-Ashry, Geschäftsführer des Globalen Umweltfonds (GEF), einer der Hauptsponsoren des Projekts. "Wenn diese Leistungen Schaden erleiden, kann dies weitreichende Folgen für die Entwicklungsperspektiven betroffener Nationen haben - mit den stärksten Auswirkungen für die Armen der Welt."

Das Konzept der Studie wurde über die letzten drei Jahre durch das UN Entwicklungsprogramm (UNDP), das UN Umweltprogramm (UNEP), die Weltbank, das World Resources Institute und andere Partner entwickelt. Neben globalen Untersuchungen, wird es auch regional und national ausgerichtete Studien geben. So haben die Arbeiten zum südlichen Afrika, Südostasien, Zentralamerika und Norwegen bereits begonnen. Auf lokaler Ebene sind Studien in Indien und Schweden auf dem Weg. Weitere Regionalstudien werden über die nächsten Monate hinzukommen.

Eine europäische Studie wird gegenwärtig unter Beteiligung von Wissenschaftlern des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) entwickelt. Am PIK sind in den vergangenen Jahren neue Computermodelle und Forschungsmethoden entwickelt worden, die entscheidend zu einer europäischen Studie beitragen werden. "In Europa vergessen wir oft, wie stark wir von den Leistungen der Ökosysteme abhängen. Obwohl es zahlreiche Studien über den Umweltzustand in verschiedenen Teilen Europas gibt, brauchen wir dringend eine zusammenfassende Untersuchung, die unser Wissen für EntscheidungsträgerInnen nutzbar macht", so Gerhard Petschel-Held vom PIK.

"Den Zustand des eng verwobenen Planeten abzuschätzen, verlangt eine nie dagewesene globale Kooperation", sagte Timothy E. Wirth, Präsident der Stiftung der Vereinten Nationen, einer der Sponsoren der Studie. "Es verlangt neue Partnerschaften, die verlässliche wissenschaftliche Expertise mit den Stärken des privaten Sektors und den Serviceleistungen öffentlicher Institutionen verbindet."

Die Studie wurde von Regierungen als ein Verfahren anerkannt, die notwendigen Informationen für drei internationale Umweltabkommen zu erbringen - die UN-Konvention über biologische Vielfalt, die Ramsar-Konvention zur Erhaltung der Feuchtgebiete und die UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung.

Die Arbeit des Projekts wird von einem 40-köpfigen Ausschuss beaufsichtigt, der von Dr. Robert Watson, dem leitenden Wissenschaftler der Weltbank, und Dr. A.H. Zakri, dem Direktor des Instituts für Fortgeschrittene Studien der Universität der Vereinten Nationen, geleitet wird. Weitere Mitglieder des Gremiums sind u.a. Prof. Dr. Hubert Markl, Vorsitzender der Max-Planck Gesellschaft und Prof. Dr. Klaus Töpfer, Chef des UN Umweltprogramms.

Margret Boysen | idw
Weitere Informationen:
http://www.millenniumassessment.org

Weitere Berichte zu: PIK Planet Ökosystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Umweltressourcen nachhaltig nutzen
17.07.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Mikroplastik – überall und in großen Mengen
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics