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Europa ist ohne innovativen Umweltschutz nicht denkbar

26.04.2004


DBU engagiert sich in den EU-Beitrittsländern / Rund 150 Projekte mit 23,5 Millionen Euro gefördert / Schwerpunkt Ost- und Mitteleuropa


Am 1. Mai ist es soweit: zehn neue Staaten treten der Europäischen Union bei. Damit gehören offiziell weitere 75 Millionen Menschen und 738.000 Quadratkilometer mehr zu Europa. "Die EU-Erweiterung bietet enorme Chancen, gerade für den Umweltschutz", sagt Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). "Umweltprobleme machen vor nationalen Grenzen nicht Halt. Jetzt können wir gemeinsam mit den neuen EU-Ländern diese Probleme besser anpacken." Als größte Umweltstiftung Europas baue die DBU ihre internationalen Aktivitäten kontinuierlich aus. "Das vereinte Europa ist ohne innovativen Umweltschutz nicht denkbar und nicht zukunftsfähig", so Brickwedde. Neben exzellenter Forschung und Technik sei die Entwicklung eines ökologischen Bewusstseins durch Umweltbildung von zentraler Bedeutung. Die DBU hat in den neuen EU-Ländern bislang rund 150 Projekte mit 23,5 Millionen Euro gefördert. Schwerpunkt der internationalen Förderarbeit der Stiftung ist Mittel- und Osteuropa.

Ob Solardächer in Tschechien, eine deutsch-polnische Umweltausstellung in Krakau, ein Informationszentrum im Nationalpark Kurische Nehrung in Litauen oder eine Pflanzen-kläranlage nahe Riga in Lettland: das Förderspektrum der DBU im Ausland ist vielfältig. Die meisten Vorhaben wurden bislang in Polen und Tschechien unterstützt. "Beide Staaten sind unsere unmittelbaren Nachbarn mit vielen gemeinsamen Umweltinteressen", begründet Brickwedde. "Doch auch in Lettland, Litauen, Estland, Ungarn, der Exklave Kaliningrad, in der Slowakei sowie in Bulgarien und Rumänien haben wir Projekte gefördert."


Viele DBU-Projekte sind grenzüberschreitend. So wurde eine Reihe von Vorhaben im ehemaligen "Schwarzen Dreieck" gefördert, der Region zwischen Polen, Tschechien und Sachsen. Soeben gestartet ist ein deutsch-polnisches Klimaschutzprojekt der Universitäten Breslau und Wuppertal, bei dem Verfahren zur Erfassung Klima schädigender Gase entwickelt werden sollen. Beim Medienprojekt "Jugend und Umwelt" recherchieren deutsche Klassen Umweltthemen in der Region ihrer polnischen oder tschechischen Partnerschulen, während die Schüler dort über ökologische Probleme in der Nähe deutscher Schulen schreiben. Die Berichte werden in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sowie in zwei polnischen und tschechischen Tageszeitungen veröffentlicht. Das Kooperationsprojekt des Instituts zur Objektivierung der Lern- und Prüfungsverfahren (IZOP) und der FAZ läuft seit 2000.

Moderne, umweltorientierte Unternehmensführung will das Hamburger International Network for Environmental Management (INEM) in den drei baltischen Staaten etablieren. In enger Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern in Lettland, Litauen und Estland sowie dortigen Unternehmensverbänden wird betriebliches Umweltmanagement vermittelt. Die DBU fördert das Projekt seit 2002.

Seit Mai 2003 unterstützt die DBU ein Projekt zur Erhaltung der Burg Hohenstein in Polen. Die im 14. Jahrhundert vom deutschen Orden erbaute Burg, die als Bildungseinrichtung genutzt wird, ist durch Umweltbelastungen schwer geschädigt. In dem deutsch-polnischen Modellvorhaben soll gezeigt werden, wie grundsätzliche Fragen der Umweltverträglichkeit und Energieeinsparungen an national wertvollen, denkmalgeschützten Gebäuden gelöst werden können.

Eine besondere Investition in die Zukunft sind die Stipendienprogramme der DBU. Seit 1997 bietet die DBU gemeinsam mit der Stiftung des DBU-Umweltpreisträgers von 1997, Prof. Nowicki (Warschau), jährlich 15 hoch qualifizierten polnischen Nachwuchswissenschaftlern ein Stipendium für einen sechs- bis zwölfmonatigen Studienaufenthalt in der Bundesrepublik. 2001 trat das deutsch-baltische Stipendienprogramm hinzu: 21 DBU-Stipendiaten aus Estland, Lettland und Litauen sowie aus Kaliningrad forschen seither jährlich in Deutschland. Soeben angelaufen ist ein Programm für 15 tschechische junge Forscher. Für ihre Stipendiaten stellte die DBU bisher eine Fördersumme von über zwei Millionen Euro bereit.

Franz-Georg Elpers | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

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