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Nachhaltige Landwirtschaft für den Ostseeraum

15.04.2004


Jeder der den Kinofilm "Findet Nemo" gesehen hat, erinnert sich, wie das Meer um den kleinen Fisch umso trüber und lebloser wurde, je näher er der Küste kommt. Auch in der Ostsee würde es der kleine Clownfisch schwer haben, nicht etwa nur, weil zu kalt, sondern weil zu trübe und sauerstoffarm durch Algenwachstum angeregt durch Stickstoff und Phosphor aus der Landwirtschaft und, weil vergiftet durch Pestizide und industrielle Abwässer.



Dabei ist die Landwirtschaft selbst größter Verbraucher sauberen Wassers: 70% des menschlichen Wasserverbrauchs wird für den Feldbau verbraucht. Die Erzeugung von einem kg Getreide benötigt 1500 Liter Wasser, ein kg Rindfleisch sogar 15000 Liter! Dieses Wasser gelangt als sauberes Süßwasser über Regen oder Beregnung in die Landwirtschaft aber über kurz oder lang mit Nähr- und Schadstoffen befrachtet in die Meere. Jährlich gelangen immer noch fast 1 Milliarde kg Stickstoff und 36 Millionen kg Phosphor in die Ostsee, davon entstammen ein Fünftel, bzw. ein Drittel der Landwirtschaft. Dabei ist vor allem räumlich konzentrierte intensive Tierproduktion der Grund von zu hohen Nährstoffüberschüssen in der Landwirtschaft.

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"Die letzte entscheidende Frage ist, wie eine kommende Generation weiterleben soll" schrieb schon der Theologe Dietrich Bonhoeffer (1906-1945). Ein halbes Jahrhundert später proklamiert die "Rio Konferenz" 1992 in Brasilien inhaltlich genau dieses in der "Agenda 21" und fünf Jahre später formuliert die Brundtland Kommission in ihrem Statement "Unsere gemeinsame Zukunft" "Nachhaltige Entwicklung" als "eine Entwicklung, die Bedürfnisse der heutigen Generation deckt ohne die kommender Generationen einzuschränken".

In dem Bewusstsein um die ökonomische und ökologische Bedeutung der Meere und ihres Lebens als eine unwiederbringliche Ressource haben die 9 Anrainerstaaten der Ostsee (Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen, Russland, Schweden) im Rahmen ihrer Agenda 21 für den Baltischen Raum (BALTIC21) eine Arbeitsgruppe für Nachhaltige Landwirtschaft (Task Force Sustainable Agriculture (TFSA)) begründet, die Leitlinien für eine nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft in der Region erarbeiten soll. Die Leitung der Gruppe hat zurzeit Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) im Rahmen seiner Meeresumweltschutzpolitik. Vorsitzender ist der Leiter des Institutes für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig, Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug, der Sekretär Herr Uwe Volkgenannt, Mitarbeiter des Referates für Landwirtschaft im Umweltbundesamt, Berlin. Die Gruppe trifft sich zweimal jährlich, jeweils einmal auf Einladung und finanziert von BMVEL in Deutschland, bevorzugt in den Städten der alten Hanse und in einem der anderen Ostseestaaten.

Die erste Tagung der TFSA in 2004 findet vom 25.-27. April im Roten Saal des Lübecker Rathauses statt. Themen werden u.a. der Aufbau eines virtuellen Forschungsinstitutes für Fragen nachhaltiger Landwirtschaft im Ostseeraum (VUSABALT) und die Definition einer formellen und materiellen Trennung von originärer, bodengebundener Landwirtschaft von nicht bodengebundener, industrieller Erzeugung tierischer Produkte sein.

Kontakt: Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig, E-Mail: pb@fal.de

Margit Fink | idw
Weitere Informationen:
http://www.fal.de

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