Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kein Ding der Unmöglichkeit: Schnellere und umweltgerechte Genehmigung für Anlagen

25.04.2001


Behörden und Anlagenbetreiber können das bestehende rechtliche Instrumentarium effektiv nutzen

Industrieanlagen können schneller genehmigt werden, wenn Anlagenbetreiber und die zulassenden Behörden in einer gemeinsamen Genehmigungsstrategie zusammenarbeiten. Rechtlich ist dies möglich, denn: Das umweltrechtliche Instrumentarium ist weitgehend geeignet, dass Anlagen effektiv und effizient genehmigt werden können. Zu diesem Schluss kommt die Schitag Ernst & Young Umweltmanagement GmbH aus Ratingen in Zusammenarbeit mit dem Ingenieursbüro und der Unternehmensberatung IfG Demes, Rheinbreitbach, sowie Prof. Jürgen Simon und Dr. Christine Fischer vom Institut für Rechtswissenschaften der Universität Lüneburg in einer empirischen Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes. Sie untersuchten bei drei Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen 24 Genehmigungsverfahren. Fazit: Das typische Genehmigungsverfahren gibt es nicht. Der Verlauf jedes einzelnen Verfahrens hängt in der Praxis von vielen Faktoren ab, zum Beispiel der guten Vorbereitung und Koordinierung der einzelnen Verfahrensschritte. Die Autoren sehen Verbesserungsmöglichkeiten vor allem in der Praxis, weniger beim rechtlichen Instrumentarium.

In der Untersuchung mit dem Titel "Erfahrungen mit umweltrechtlichen Genehmigungen anhand von drei exemplarischen Standorten" wurden für verschiedene Anlagen von drei Unternehmen praktisch vorgenommene Genehmigungsverfahren untersucht: von einem Unternehmen mit 600 Beschäftigten, das Mischungen aus Bitumen mit Mineralstoffen und Recyclingmaterial herstellt, von einem Unternehmen aus der Nahrungs- und Genussmittelindustrie mit 700 Beschäftigten und von einem Unternehmen der chemischen Industrie mit 2000 Beschäftigen.

Analysiert wurden nicht nur die relevanten Dokumente und der Schriftwechsel zwischen Betreibern und Behörden. Die Standorte wurden auch mehrfach und nicht selten mehrtägig besucht, um einen Einblick vor Ort zu erhalten. Es wurden Interviews mit relevanten Akteuren der Betriebe und der Verwaltung geführt.

Aus den umfangreichen Analysen und Beobachtungen haben die Autoren der Studie eine Reihe von Vorschlägen und Empfehlungen - auch für das rechtliche Instrumentarium - abgeleitet. Sie reichen von der frühzeitigen Klärung, welche Unterlagen vorzulegen sind, über die Verbesserung der Postwege bis hin zur konsequenten Nutzung von Antragskonferenzen. Die Vorschläge und Empfehlungen der Autoren richten sich gleichermaßen an die Anlagenbetreiber und Zulassungsbehörden und sind in der Veröffentlichung übersichtlich zusammengefasst.

Hintergrund der Studie: Das Anlagenzulassungsrecht ist eines der Herzstücke der deutschen Umweltpolitik und des deutschen Umweltrechts. Kein Wunder, dass es so häufig im Zentrum der Diskussion steht. Immer wieder wird gefragt, ob das Schutzniveau ausreicht. Auch haben in den vergangenen Jahren Anlagenbetreiber vielfach kritisiert, dass die Genehmigungsverfahren zu schwerfällig sind und zu lange dauern. Die vorliegende Studie hilft, die Zulassungsverfahren zu verkürzen, ohne dass die Umweltschutzanforderungen untergraben werden.

! Die Studie mit dem Titel: "Erfahrungen mit umweltrechtlichen Genehmigungen anhand von drei exemplarischen Standorten" ist in der Reihe BERICHTE des Umweltbundesamtes als Nr. 1/2001 (ISBN 3-503-05998-9) im Erich Schmidt Verlag Berlin erschienen. Sie umfasst 212 Seiten, kostet 68,- DM und ist im Buchhandel oder direkt beim Erich Schmidt Verlag, Genthiner Straße 30 G, 10785 Berlin, Fax.: 030/250085-21, Internet http://www.erich-schmidt-verlag.de, erhältlich.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Karsten Klenner | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik im Fisch
07.11.2018 | Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

nachricht Ohne Kunststoff zur Mikroplastik-Jagd: „Rocket“ verbessert Erfassung besonders kleiner Partikel
22.10.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Im Focus: A Chip with Blood Vessels

Biochips have been developed at TU Wien (Vienna), on which tissue can be produced and examined. This allows supplying the tissue with different substances in a very controlled way.

Cultivating human cells in the Petri dish is not a big challenge today. Producing artificial tissue, however, permeated by fine blood vessels, is a much more...

Im Focus: Optimierung von Legierungswerkstoffen: Diffusionsvorgänge in Nanoteilchen entschlüsselt

Ein Forschungsteam der TU Graz entdeckt atomar ablaufende Prozesse, die neue Ansätze zur Verbesserung von Materialeigenschaften liefern.

Aluminiumlegierungen verfügen über einzigartige Materialeigenschaften und sind unverzichtbare Werkstoffe im Flugzeugbau sowie in der Weltraumtechnik.

Im Focus: Graphen auf dem Weg zur Supraleitung

Doppelschichten aus Graphen haben eine Eigenschaft, die ihnen erlauben könnte, Strom völlig widerstandslos zu leiten. Dies zeigt nun eine Arbeit an BESSY II. Ein Team hat dafür die Bandstruktur dieser Proben mit extrem hoher Präzision ausgemessen und an einer überraschenden Stelle einen flachen Bereich entdeckt. Möglich wurde dies durch die extrem hohe Auflösung des ARPES-Instruments an BESSY II.

Aus reinem Kohlenstoff bestehen so unterschiedliche Materialien wie Diamant, Graphit oder Graphen. In Graphen bilden die Kohlenstoffatome ein zweidimensionales...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Automatisierte Klebfilmablage und Stringerintegration für den Flugzeugbau

14.11.2018 | Materialwissenschaften

Wie Algen und Kohlefasern die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre nachhaltig senken könnten

14.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Was das Meer zur Klimaregulierung beiträgt: Neue Erkenntnisse helfen bei der Berechnung

14.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics