Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltschutz durch weniger Schwermetalle in Industrieabwässern: EU-Projekt METASEP

08.05.2001


... mehr zu:
»METASEP »Schwermetall
13 Universitäten, Forschungsinstitute und sieben Industriepartner aus Europa arbeiten gemeinsam an neuen umweltschützenden und gleichzeitig kostengünstigen Verfahren, um Schwermetalle aus Industrieabwässern
abzutrennen. Mit über fünf Millionen Mark fördert die EU für drei Jahre das Projekt, das insgesamt ein Volumen von rund acht Millionen Mark hat.

Die Universität des Saarlandes hat mit Unterstützung des Saarbrücker Spin-off-Unternehmens EURICE die Federführung des Gesamtprojekts übernommen.

Tagtäglich fließen weltweit mit Industrieabwässern Schwermetalle in Flüsse, Seen und Meere und gelangen - auch über das Trinkwasser - in die Nahrungskette. Von Arsen über Blei, Cadmium, Chrom, Cobalt, Kupfer, Nickel und Quecksilber bis hin zu Zink: Als Emissionen geraten die Schadstoffe in die Abwässer, sei es von Abfalldeponien oder bei der Herstellung von Computern, Batterien, und Verpackungen, auch im Bergbau- und Hüttenwesen oder bei Wärmegewinnungsprozessen. Ein Teufelskreis setzt sich in Gang: Schwermetalle, also Metalle mit hoher Dichte (mehr als 4,5g pro Kubikzentimeter), sind nicht abbaubar. Sie reichern sich auch im Körper an und wirken ab einer bestimmten Konzentration toxisch.

Gesetzliche Bestimmungen schreiben Grenzwerte vor, wie viel Schwermetall Abwässer enthalten dürfen - und natürlich gibt es Verfahren, die die Schwermetalle aus den Abwässern filtern. Diese sind jedoch meist teuer und oft auch unzuverlässig. Außerdem: Die herausgefilterten Schwermetalle sind nicht wiederverwertbar; sie müssen entsorgt werden, was die Umwelt und ebenfalls den Geldbeutel der Unternehmen belastet.

13 Universitäten und Forschungsinstitute aus Europa - aus Belgien, Bulgarien, Deutschland, Griechenland, den Niederlanden, der Slowakischen Republik und der Tschechischen Republik - haben sich nun zusammengetan, um gezielt Verfahren zu entwickeln, die zum einen umweltschützend und zum anderen optimiert und kostengünstig sind. Das Kooperationsprojekt METASEP wird für drei Jahre von der EU mit über fünf Millionen Mark gefördert. Insgesamt beläuft sich das Volumen des Projekts auf rund acht Millionen Mark.
An der Universität des Saarlandes laufen die Fäden zusammen: Hier hat der Lehrstuhl für Prozesstechnik (Prof. Dr.-Ing. Horst Chmiel) die Federführung des Gesamtprojektes übernommen; Leiter des Projektes und verantwortlich für die Koordination ist Privatdozent Dr.-Ing. Valko Mavrov. Professor Chmiel, der auch die an METASEP beteiligte Gesellschaft für umweltkompatible Prozesstechnik (upt) leitet, ist in seiner Funktion als Geschäftsführer der upt technischer Projektführer des Vorhabens.

METASEP setzt an dem Problem an, das bislang vor allem in ärmeren Ländern den Umweltschutzgedanken häufig in den Hintergrund treten lässt: an den Kosten. Billige und dennoch hundertprozentig zuverlässige Verfahren sollen es Unternehmen auch wirtschaftlich schmackhaft machen, Grenzwerte im Sinne des Umweltschutzes einzuhalten.

Die neuen Techniken beruhen auf so genannten "metal bonding agents", das sind für die jeweiligen Schwermetalle maßgeschneiderte Hilfsstoffe, die dem Abwasser in besonderen Verfahren zugesetzt werden. Sie lagern sich an die Schwermetall-Teilchen an und die auf diese Weise "vergrößerten" Teilchen werden mit speziellen, für die jeweiligen Erfordernisse entwickelten Membranen abgefangen.
Der Clou bei dieser Methode: Die aufgefangenen Schwermetalle können wieder verwertet werden, was vor allem auch bei teuren Metallen wie Germanium interessant ist.
Und: Auch die Hilfsstoffe kann man nach ihrer Abtrennung von den Schwermetallen erneut einsetzen.

Im Kooperationsverbund werden von den Partnern, die aus verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen kommen, unterschiedliche Bestandteile dieser Verfahren erforscht und entwickelt: Während die einen die Hilfsstoffe optimieren und an die besonderen Eigenschaften der einzelnen Metalle anpassen, arbeiten andere an Membranen oder Modulen, durch die das Abwasser zur Reinigung strömt. Auch Kombinationen mit herkömmlichen Verfahren werden erprobt. Um die Entwicklungen optimal auf die Ansprüche und Probleme der Unternehmen abzustimmen, stehen die Forscher in engem Kontakt zur Industrie. Mit sieben Partnern aus der Wirtschaft arbeiten sie bereits zusammen - weitere Industriepartner werden gesucht!
In Saarbrücken wird neben den Forschungsarbeiten die upt, die als eigenes Forschungsinstitut in Nachbarschaft der Universität angesiedelt ist, die Ergebnisse im Rahmen von METASEP testen.

Unterstützt wird die aufwendige Koordination und Organisation des europäischen Großprojekts durch die Firma EURICE (European Research and Project Office GmbH), wie bereits erwähnt ein Spin-off-Unternehmen aus der Saar-Universität. Dieses Dienstleistungsunternehmen für Forschungs- und Projektmanagement bietet bei EU-Projekten Betreuung und umfassende Unterstützung während der gesamten Dauer des Vorhabens und ist zentrale Koordinierungsstelle für alle organisatorischen Fragen von EU-Forschungsförderung.

Info im Internet: http://www.eurice.de/METASEP/
Sie haben Fragen? Dann setzen sie sich bitte in Verbindung mit Torsten Erwe, Tel: 0681/ 9345-209, E-Mail: t.erwe@mx.uni-saarland.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Claudia Brettar | idw

Weitere Berichte zu: METASEP Schwermetall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Rettungsplan für das Weltmeer
16.08.2019 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Geplatzte Hoffnung: Keine Chance für Umwelt-entlastende Plastik-Zersetzung durch Bakterien
07.08.2019 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Physicists create world's smallest engine

Theoretical physicists at Trinity College Dublin are among an international collaboration that has built the world's smallest engine - which, as a single calcium ion, is approximately ten billion times smaller than a car engine.

Work performed by Professor John Goold's QuSys group in Trinity's School of Physics describes the science behind this tiny motor.

Im Focus: Die verschränkte Zeit der Quantengravitation

Die Theorien der Quantenmechanik und der Gravitation sind dafür bekannt, trotz der Bemühungen unzähliger PhysikerInnen in den letzten 50 Jahren, miteinander inkompatibel zu sein. Vor kurzem ist es jedoch einem internationalen Forschungsteam von PhysikerInnen der Universität Wien, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie der Universität Queensland (AUS) und dem Stevens Institute of Technology (USA) gelungen, wichtige Bestandteile der beiden Theorien, die den Verlauf der Zeit beschreiben, zu verbinden. Sie fanden heraus, dass die zeitliche Abfolge von Ereignissen echte Quanteneigenschaften aufweisen kann.

Der allgemeinen Relativitätstheorie zufolge verlangsamt die Anwesenheit eines schweren Körpers die Zeit. Das bedeutet, dass eine Uhr in der Nähe eines schweren...

Im Focus: Quantencomputer sollen tragbar werden

Infineon Austria forscht gemeinsam mit der Universität Innsbruck, der ETH Zürich und Interactive Fully Electrical Vehicles SRL an konkreten Fragestellungen zum kommerziellen Einsatz von Quantencomputern. Mit neuen Innovationen im Design und in der Fertigung wollen die Partner aus Hochschulen und Industrie leistbare Bauelemente für Quantencomputer entwickeln.

Ionenfallen haben sich als sehr erfolgreiche Technologie für die Kontrolle und Manipulation von Quantenteilchen erwiesen. Sie bilden heute das Herzstück der...

Im Focus: Quantum computers to become portable

Together with the University of Innsbruck, the ETH Zurich and Interactive Fully Electrical Vehicles SRL, Infineon Austria is researching specific questions on the commercial use of quantum computers. With new innovations in design and manufacturing, the partners from universities and industry want to develop affordable components for quantum computers.

Ion traps have proven to be a very successful technology for the control and manipulation of quantum particles. Today, they form the heart of the first...

Im Focus: Towards an 'orrery' for quantum gauge theory

Experimental progress towards engineering quantized gauge fields coupled to ultracold matter promises a versatile platform to tackle problems ranging from condensed-matter to high-energy physics

The interaction between fields and matter is a recurring theme throughout physics. Classical cases such as the trajectories of one celestial body moving in the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

GAIN 2019: Das größte Netzwerktreffen deutscher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler startet in den USA

22.08.2019 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz auf der MS Wissenschaft

22.08.2019 | Veranstaltungen

Informatik-Tagung vom 26. bis 30. August 2019 in Aachen

21.08.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der Evolution des Sehvermögens auf der Spur

22.08.2019 | Biowissenschaften Chemie

Erstmals entschlüsselt: Wie Licht 
chemische Reaktionen in Gang hält

22.08.2019 | Biowissenschaften Chemie

Starke Magnetfelder mit Neutronen sichtbar machen

22.08.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics