Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Überlebt die Königin der Schildkröten doch?

16.02.2004


UN-Konferenz: Indonesien stellt Brutstätten der Lederschildkröte unter Schutz

Die größte Meeresschildkröte der Welt ist vom Aussterben bedroht. Doch jetzt gibt es Hoffnung für die Lederschildkröte, erklärte die Umweltstiftung WWF. Indonesien richtet ein neues Meeresschutzgebiet ein, das mit der Nordküste Papuas auch das wichtigste Brutgebiet des Reptils im Pazifik umfasst. Das gaben Regierungsvertreter heute auf der UN-Konferenz zur Biologischen Vielfalt (CBD) in Kuala Lumpur bekannt, die noch bis Freitag andauert.

Nach Angaben des WWF hat die pazifische Population der bis zu 900 Kilo schweren und 250 Zentimeter langen Lederschildkröte dramatisch abgenommen. Wurden in den 80er Jahren noch 90.000 brütende Weibchen pro Jahr gezählt, sind es heute nur noch 3.000. "Eine der faszinierendsten Arten droht aus dem Pazifik zu verschwinden. Die Ankündigung Indonesiens, ein wichtiges Brutgebiet zu schützen, ist ein großer Fortschritt für die Rettung der Lederschildkröte", sagte WWF-Artenschützer Roland Melisch.

Der ungebremste Strand-Tourismus hat die Zahl der großen Brutgebiete weltweit schrumpfen lassen. Zu den wichtigsten Nistständen zählen neben Papua die Pazifikküste Mexikos, Karibikküste Costa Ricas und die Küste Französisch-Guyanas. Bedroht ist die Lederschildkröte aber auch, weil ihre Eier als potenzsteigernde Delikatesse gelten, die Einheimische mit Kondensmilch oder Schnaps trinken. Ein Weibchen gräbt 60-100 kugelrunde, weiße Eier in den Sand ein und verschwindet dann wieder im Meer. Die weitere Brutpflege überlässt es dem schützenden Sand und der wärmenden Sonne.

"Doch nicht nur der Verlust der Brutstätten macht den Reptilien zu schaffen. Es lauern weitere Gefahren", weiß Melisch. Häufig verenden sie als wertloser Beifang in den Schleppnetzen der Fischer. Die indonesische Regierung appellierte auf der UN-Konferenz an die betroffenen Staaten, Meeresschildkröten durch den Einsatz verbesserter Fischereimethoden vor dem unnötigen Tod zu bewahren. So reduzieren nach Angaben des WWF neu entwickelte Schleppnetze den Beifang von Meeresschildkröten erheblich.

Ein weiteres Problem ist die Verschmutzung der Meere. Lederschildkröten können den im Wasser treibenden Kunststoffmüll nicht von ihrer Leibspeise, den Quallen, unterscheiden. Immer wieder verenden sie an unverdaulichen Plastiktüten. Untersuchungen zeigen, dass etwa die Hälfte aller Lederschildkröten Kunststoffabfälle im Magen haben.

"Bisher sind weniger als 0,5 Prozent der Weltmeere unter Schutz gestellt. Die Bedrohung der Lederschildkröte symbolisiert den Abgrund, an dem die Artenvielfalt der Meere heute steht. Die Staatenvertreter im Kuala Lumpur müssen jetzt handeln, um ein weltweites Netz von Meeresschutzgebieten zu errichten", forderte Melisch.



Weitere Informationen:


Ralph Kampwirth,
Pressestelle WWF,
Tel.: 069/79144-153;


Roland Melisch,
Fachbereich Artenschutz
WWF, Tel.: 069/79144-180

| ots

Weitere Berichte zu: Beifang Brutgebiet Lederschildkröte

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mikroplastik – überall und in großen Mengen
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Forscher-Team entwickelt recyclebare Kunststoffe
03.07.2018 | Humboldt-Universität zu Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Im Focus: Magnetic vortices: Two independent magnetic skyrmion phases discovered in a single material

For the first time a team of researchers have discovered two different phases of magnetic skyrmions in a single material. Physicists of the Technical Universities of Munich and Dresden and the University of Cologne can now better study and understand the properties of these magnetic structures, which are important for both basic research and applications.

Whirlpools are an everyday experience in a bath tub: When the water is drained a circular vortex is formed. Typically, such whirls are rather stable. Similar...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation

13.07.2018 | Informationstechnologie

Fachhochschule Südwestfalen entwickelt innovative Zinklamellenbeschichtung

13.07.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics