Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bio-Invasoren - so gefährlich wie Umweltverschmutzung durch Öl oder Chemikalien

09.02.2004


Regierungsvertreter beraten gegen unfreiwillige Importe von Lebewesen



Regierungsvertreter mehrerer Staaten treffen sich diese Woche in London, um über Strategien gegen Bioinvasoren zu beraten. Rund 3.000 verschiedene Tierarten, schätzen Ökologen, werden jährlich in Ballastwassertanks von Schiffen in fremden Häfen ausgespült. Die blinden Passagiere verursachen nach Angaben von Experten in ihrer neuen Umgebung Schäden in Millionenhöhe und sind genauso gefährlich wie Umweltverschmutzung durch Öl oder Chemikalien, berichtet BBC-Online.



Mit den Ballasttanks in großen Schiffen, die in erster Linie zur Stabilisierung der schwimmenden Riesen dienen, gelangen Tierarten über tausende Kilometer Entfernung in völlig neue Habitate. Neben Kleinstorganismen finden sich auch Weich- und Krebstiere sowie Fischlarven in den Ballasttanks. Bekannte Invasionen solcher Lebewesen gibt es bereits: die europäischen Zebramuscheln haben sich in den großen Seen in Nordamerika wie eine Pest verbreitet, verstopfen Wasserrohre und Leitungen und bedrohen die heimische Fischwelt. Darüber hinaus können auch Krankheitserreger für Tiere und möglicherweise auch für Menschen über weite Strecken transportiert werden und immense Schäden an anderen Populationen auslösen.

Nur wenige Kilometer vom Londoner Sitz der International Maritime Organisation (IMO) entfernt, haben sich chinesische Wollhandkrabben in der Themse in den vergangenen zehn Jahren explosionsartig vermehrt. Sie führen in Massen zur Erosion des Flussbettes und können damit sogar die Flutschutzeinrichtungen zerstören. Die Krabben stammen ursprünglich aus China. Bei der Konferenz der IMO, die vom 9. bis 13. Februar in London stattfindet, soll das Problem der Bioinvasoren, das vor 15 Jahren das erste Mal aufgetreten ist, erneut diskutiert werden. Neue Technologien sollen bevor das Wasser aus Ballasttanks wieder ausgepumpt wird, dafür sorgen, dass keine Lebewesen mehr in fremde Gewässer gelangen. Einige Umweltgruppen befürchten aber schon im Vorfeld, dass die Übereinkommen durch die Schifffahrtindustrie wieder aufgeweicht werden könnten. Die Kosten für die Behandlung von Ballastwasser müssten nämlich niedrig gehalten werden.

Indessen fürchten sich australische Muschelzüchter davor, dass der nordpazifische Seestern, der in Japan und Alaska heimisch ist, in die australischen Gewässer kommt: die Seesterne vermehren sich nämlich extrem schnell und ernähren sich hauptsächlich von Muscheln.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.imo.org

Weitere Berichte zu: Lebewesen Schiffen Seestern Umweltverschmutzung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Umweltressourcen nachhaltig nutzen
17.07.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Mikroplastik – überall und in großen Mengen
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt

19.07.2018 | Medizintechnik

Waldrand oder mittendrin: Das Erbgut von Mausmakis unterscheidet sich je nach Lebensraum

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics