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EU erforscht verkehrsbedingte Luftverschmutzung

10.12.2003


Heute hat die EU auf einer Konferenz in Mailand ein Übereinkommen mit den USA, Japan und China zur Bekämpfung der verkehrsbedingten Luftverschmutzung unterzeichnet. Es ermöglicht gemeinsame Forschungsarbeiten zu Schadstoffemissionen und zur Prüfung von Fahrzeugen und sieht die Schaffung einer gemeinsamen wissenschaftlichen Grundlage zur Messung und zur vergleichenden Bewertung verkehrsbedingter Luftverschmutzung vor. Das gemeinsame Vorhaben wird die künftigen internationalen Emissionsgrenzwerte für den Verkehr wissenschaftlich untermauern und die Grundlage für die nächsten europäischen Emissionsschutznormen für PKW und leichte Nutzfahrzeuge (EURO V) schaffen. In Mailand haben sich Vertreter der Regulierungsinstanzen, der betroffenen Industriezweige sowie Wissenschaftler aus der ganzen Welt versammelt, um über Emissionsmessung und Testsysteme, Emissionsnormen, ihre Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sowie über neue Kraftstoffe, Motoren und Techniken der Abgasnachbehandlung zu diskutieren.



„Die Luftverschmutzung betrifft jeden Menschen auf der Erde. Wegen der zunehmenden Nutzung von Automobilen werden innovative Problemlösungen benötigt, die einerseits zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt beitragen und andererseits die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft verbessern,“ so das für Forschung zuständige Mitglied der Europäischen Kommission, Philippe Busquin. „Wir müssen Emissionsnormen festlegen, aber auch ihre Einhaltung überwachen, die Auswirkung von Emissionen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt untersuchen, sowie neue Anwendungen entwickeln, um KFZ-Motoren sauberer zu machen und der Industrie bei der erfolgreichen Bewältigung dieser Aufgabe zu helfen. Dazu bedarf es zusätzlicher Forschungsanstrengungen, und dazu wird dieses Übereinkommen beitragen, indem es die wichtigsten Beteiligten auf diesem Gebiet zusammenführt.“



Unsere Luft soll sauber werden

Die Europäische Kommission erarbeitet zurzeit Richtlinien zur Festlegung von Abgasgrenzwerten für PKW und leichte Nutzfahrzeuge (EURO V) sowie für schwere Nutzfahrzeuge (EURO VI). Ihr Programm „Saubere Luft für Europa“ (Clean Air For Europe – (CAFE) bildet den Rahmen für künftige Rechtsvorschriften zur Luftqualität und entsprechende politische Initiativen. Im Rahmen von CAFE wurden bereits hohe Luftschadstoffwerte – etwa für Partikel und Ozon – als verkehrsbedingte Probleme ermittelt, bei denen Handlungsbedarf besteht. In den künftigen europäischen Rechtsvorschriften werden wahrscheinlich noch weitere toxische Bestandteile von KFZ-Abgasen berücksichtigt werden.

Auswirkungen auf alle Bereiche

Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) der Kommission wird mit ihrem Fachwissen an der Erarbeitung einer tragfähigen wissenschaftlichen Grundlage der Rechtsvorschriften für KFZ-Emissionen und Luftqualität mitwirken. Forschungsarbeiten zu Emissionen führt beispielsweise das Labor für Fahrzeugemissionen (Vehicle Emission Laboratories – VELA) in Ispra durch. EU-Labors sind in der Lage, die Emissionen aller Arten von Straßenfahrzeugen und anderen Fahrzeugen nach physikalisch-chemischen und toxikologischen Kriterien zu bestimmen. Sie können ferner auf örtlicher, regionaler und nationaler Ebene politische Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität in Ballungsgebieten steuern.
Projekte zur Erforschung von Emissionen
Die GFS führt derzeit folgende Forschungsprojekte durch:
  • Auswirkungen von Kraftstoffen auf Emissionen: Die GFS der Kommission untersucht die möglichen Auswirkungen neuer Kraftstoffe auf die Emissionen von Kraftfahrzeugen. Es werden Versuche sowohl mit Dieselkraftstoffen unterschiedlicher Qualität als auch mit Zusätzen durchgeführt, welche die Partikelemissionen verringern.

  • Mobile Maschinen und Geräte: Die GFS hat an der Entwicklung eines neuen Prüfzyklus für mobile Maschinen und Geräte mitgewirkt und koordiniert eine Arbeitsgruppe der UN-ECE, die ein neues Protokoll für den weltweit harmonisierten Prüfzyklus erarbeiten soll.

  • Weltweiter Prüfzyklus für Motorräder: Die GFS hat zur Ermittlung neuer Emissionsgrenzwerte für Motorräder ein umfangreiches Messprogramm durchgeführt. Dazu wurden über 460 Prüfungen auf Rollenprüfständen und anschließend ein erfolgreicher internationaler Ringversuch durchgeführt.

  • Analyse des gesamten Kraftstoffkreislaufs: Die GFS hat in Zusammenarbeit mit den europäischen Verbänden der Automobilhersteller (EUCAR) und der Kraftstofflieferanten (Concawe) ein Analysewerkzeug für den gesamten Kraftstoffkreislauf entwickelt. Damit ist es möglich, die Emissionseffizienz von Personenkraftwagen, die unterschiedliche herkömmliche und neuartige Kraftstoffe verwenden, hinsichtlich ihres Gesamtausstoßes an Kohlendioxid (CO2) zu vergleichen.

Weltweite Normung

Ebenfalls heute soll ein Memorandum of Understanding zwischen der GFS, dem Environmental Protection Agency’s National Vehicle and Fuel Emissions Laboratory der USA (EPA/NVFEL), dem staatlichen Labor für Verkehrssicherheit und Umwelt Japans (NTSEL) und der Staatlichen Umweltschutzbehörde in China unterzeichnet werden. Es ist das Ergebnis einer umfangreichen Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppe der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE GRPE). Es wird die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen anerkannten Fahrzeug-Prüflabors bei der Erarbeitung und Festlegung künftiger weltweit vereinheitlichter Emissionsnormen ermöglichen.

Fabio Fabbi | Europäische Kommission
Weitere Informationen:
http://ies.jrc.cec.eu.int/Units/eh/events/EURO5/

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